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Aktueller Online-Flyer vom 20. September 2017  

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Filmclips
Silvester Sicherheit
Von Arbeiterfotografie



https://youtu.be/Q-_Bt0-IVaoQ-_Bt0-IVao

"Es ist zu hoffen, dass nach einem 'normalen' Verlauf der diesjährigen Silvesterfeiern im öffentlichen Raum (der allerdings in einer Millionenstadt leider auch immer einzelne Aggressions-, Sexual- und Eigentumsdelikte aufweisen wird), der das ganze Jahr 2016 anhaltende Empörungs- und Skandalierungshype abklingen und einer sachlich-nüchternen Analyse der Sicherheit im öffentlichen Raum weichen wird, bei der Fakten wieder mehr zählen als Affekte... Ziel muß die friedliche Koexistenz aller Menschen im öffentlichen Raum sein – dies erreicht man eher im 'Dialog auf Augenhöhe' als mit 'Kontrolldruck'."

Dieser Hoffnung gibt Udo Behrendes, Leitender Polizeidirektor a.D. (2002-2008 Leiter der Kölner Polizeiinspektion 1, Innenstadt, 2008-2013 Leiter des Leitungsstabes des Polizeipräsidiums Köln) im Dezember 2016 in der Publikation „Platzjabbeck“ von „Die Linke. Fraktion im Rat der Stadt Köln“, Nr. 10, Ausdruck. Deutliche Präsenz von Absperrgittern, Security-Personen-Kontrollen, Polizei-Patrouillen zu Fuß und zu (Stahl-)Roß, einem Wasserwerfer zur Freude der Gäste des fünf Sterne Luxushotels Excelsior am Dom, sollten verhindern, was nach den Silvester-Ereignissen 2015 neben vielen weiteren deutschen Städten (München, Paderborn, Düsseldorf...) sich an Sexual- und Eigentumsdelikten (einer bestimmten Tätergruppe zugeordnet) im stets medial herausgehobenen Standort Köln zugetragen haben soll aber gerichtsfest nicht annähernd bestätigt wurde.

Am 17. Januar 2016 hatten zwei (Partei-)unabhängige Frauen zu einem Protestmarsch gegen die durch die Medien aufgepeitschte Stimmung aufgerufen: „Wir distanzieren uns bei diesem Walk (Womanwalk Cologne) ganz klar von rassistischen Debatten und Instrumentalisierung zur Hetze! Sexismus beschränkt sich nicht auf diese Menschengruppe. Er durchzieht unsere gesamte Gesellschaft – und das ist das Problem, über das wir reden müssen.“ Die Frauen distanzierten sich klar auch von der – wie es scheint einzigen – in den Medien gehandelten Feministin namens Alice Schwarzer und unterstellten ihr eine Rassismus konforme, Islam verurteilende Haltung. 2017 ist Frau Schwarzer erneut als Gesprächspartnerin (der FAZ, wiedergekäut auf t-online) gefragt: "Es handelt sich um entwurzelte, brutalisierte und islamisierte junge Männer vorwiegend aus Algerien und Marokko", wird die – scheint’s – bestens Informierte mit ihren abgestandenen Pamphleten von 2015 zitiert.

In einem Bericht vom 4. Januar 2017 des Korrespondenten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Reiner Burger, unkt sie: Abgesehen davon gehe niemand freiwillig auf den zugigen Kölner Bahnhofsvorplatz zum Feiern. „Diese Typen wollten wieder Trouble. Wir haben es hier mit einer Art Terrorismus zu tun. Nur in diesem Fall nicht mit der Kalaschnikow oder einem Lastwagen, sondern mit Händen und Fäusten.“

Ein im Infomobil auf dem Bahnhofsvorplatz diensthabender Beamter bestätigte im Gespräch seinen Eindruck und den seiner Kollegen, die Vorkommnisse 2015 seien nicht außergewöhnlich gewesen. Silvesterknaller in eine dichte, feiernde Menge gab es nicht nur 2015 am Bahnhofsvorplatz sondern in vielen Jahren zuvor ebenso am Rheinufer und überall, wo Menschen dicht zusammenkommen. „Sicherheitskonzepte“ sind das zur Zeit in der Bevölkerung zu verankernde Thema.

Der belgische Althistoriker David Engels äußert am 8.1.2017 im Deutschlandfunk-Gespräch mit Karin Fischer: „... aber die grundlegende Entwicklung, dass wir auf eine Zeit großer innerer Unruhen zusteuern, aus der letztlich nur der Übergang in ein mehr oder weniger autoritäres Regime heraushelfen kann, und eben ein Großteil der Bevölkerung, anstatt gegen so eine Perspektive sich zu wehren, ganz im Gegenteil froh ist, nämlich Ruhe und Ordnung wiederhergestellt zu sehen, die eigenen bürgerlichen Rechte, von der ein Großteil der Bevölkerung den Eindruck hat, dass sie ohnehin nicht mehr zu sehr viel dienen, bereit ist, aufzugeben. Das ist eine Entwicklung, die mir leider durchaus plausibel scheint, und die sich in neueren Eurobarometer-Umfragen auf erschreckende Weise widerspiegelt. Hier sehen wir, dass ein Großteil der europäischen Bürger eine pessimistische Vorstellung von der Zukunft und den Eindruck hat, dass die eigene Stimme bei den Wahlen eigentlich gar nicht mehr zählt.“

Fazit: Wehret den Anfängen oder habt acht auf die Parole „Freiheit stirbt mit Sicherheit“ – von Manipulationen der selektiven „Willkommenskultur“ über die ehedem euphorische Begrüßung der Akteure des „arabischen Frühlings“ mit Ursprung im Maghreb / Tunesien als gebranntmarkte Abschiebekandidaten ganz zu schweigen.


Siehe auch:

Womanwalk Cologne – nach dem Silvester-Hype 2015
Köln, 17. Januar 2016
https://youtu.be/9wg5QmOYLXU9wg5QmOYLXU

Clip downloaden (mit Rechtsklick - "Ziel speichern unter...")

Online-Flyer Nr. 595  vom 20. September 2017



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