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Aktueller Online-Flyer vom 26. April 2017  

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Obdachlose wollen eine Stimme haben
"Wir sind obdachlos, und wir wählen"
Truthout Photoessay von David Bacon

Berkeley, California – Während Du dies liest, wird die internationale Obdachlosen-Gemeinschaft von Berkeley gezwungen worden sein, wieder fortzuziehen – ein weiterer erzwungener Standortwechsel. Vor einer Woche – um 5 Uhr am Morgen – räumten sechs Trucks der Stadt und ein U-Haul-Van das Zeltlager, das sich friedlich auf einem mit Planen abgedeckten Mittelstreifen der Adeline Street im Süden von Berkeley befand. Jeder Truck hatte zwei städtische Arbeiter an Bord. Ein halbes Dutzend Polizeiwagen begleiteten sie – rote und blaue Lichter blitzten in der Dunkelheit.


James Cartmill, ein Veteran und Bewohner eines Obdachlosen-Lagers in Berkeley/California, sitzt in einem Zelt auf dem Rasen des Mittelstreifens der Adeline Street. (Copyright aller Fotos: David Bacon)


MuZiK, eine Bewohnerin des besetzten Geländes in ihrem Zelt auf dem Mittelstreifen der Adeline Street


Das besetzte Geländes auf dem Mittelstreifen der Adeline Street


Ronald Vargas streckt am Morgen seine Hände aus dem Zelt, um nach seinen Schuhen zu suchen.


Transparente am besetzten Gelände der Adeline Street mit dem Banner "Zuerst kommen sie wegen der Obdachlosen"


Das besetzte Gelände auf dem Rasen des Mittelstreifens der Adeline Street


Ronald Vargas fängt zu schreien an, als über die schweren Zeiten seines Lebens spricht.


Ronald Vargas, ein Flüchtling aus Nikaragua, ist der Künstler des Lagers und lässt viele der Protestbanner entstehen. Er nennt sich selber sarkastisch Ronald Reagan (denn Reagan war verantwortlich für den Krieg der Contras gegen die sandinistische Regierung in Nikaragua).


Nachdem ein Lager auf dem Mittelstreifen der Adeline Street durch die Polizei zwangsweise aufgelöst worden ist, richten Aktivisten der Obdachlosen-Gemeinschaft ein neues auf der anderen Seite der Straße ein.


Mike Zint, Leiter des besetzten Obdachlosen-Geländes bei einem Informationstreffen außerhalb seines Zelts


Ein Obdachloser schläft gegenüber dem Postamt, wo das Obdachlosen-Lager gewöhnlich ist. Nun ist es ein leerer, von Eisengittern umgebener Bereich. Die Menschen, die dort zu schlafen pflegten, schlafen jetzt auf dem Rasen oder irgendwo anders.


Nachdem sie von dem Lager am Postamt und der Liberty City vertrieben sind, richten viele Obdachlose ihr Leben im Provo Park ein – gegenüber dem Rathaus. Die Polizei wird die Menschen später auch von hier vertreiben.


Mike Lee und Mike Zint (im Zelt) im Lager am Postamt von Berkeley – ursprünglich eingerichtet, um gegen den Verkauf des Hauptpost-Gebäudes zu protestieren. Die Postamtspolizei zerstörte das Lager und vertrieb die Bewohner gewaltsam – einige Wochen nachdem das Foto entstanden war.

Mike Lee erklärt sich selber zum Bürgermeisterkandidaten. Seine Kampagne dramatisiert die Idee, dass Obdachlosen Raum gegeben werden sollte, ihre Zelte aufzubauen und eine selbst verwaltete Gemeinschaft zu schaffen... "Wir sind obdachlos, und wir wählen", sagt Lee.


Siehe auch Blog von David Bacon – mit ausführlichem (englischsprachigem) Text
http://davidbaconrealitycheck.blogspot.de/2016/10/were-homeless-and-we-vote-homeless.html

Online-Flyer Nr. 586  vom 02.11.2016

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