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Aktueller Online-Flyer vom 11. Dezember 2017  

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Globales
Nie und nimmer ein Zufallsgeschehen
Tsipras, Bernie und ihresgleichen
Von Klaus-Peter Kurch

Hochdramatische, wirklich unerhörte Ereignisse erleben wir nun schon im Wochenrhythmus: USA-Schwarzenmorde in schneller Folge, Dallas-Shooting, Nizza, „Tag des Zorns“ heute usw. Von den Bluttaten, die ständig in östlichen Ländern passieren und in anderen Ländern auch, rede ich gar nicht erst (mein Westler-Tunnelblick). Es ist wahrlich ein Trommelfeuer. Auf das Denken. Und es ist ein Sturm auf jegliche Werte und Mechanismen, die bisher normalen menschlichen Zusammenhalt gewährleisteten. Im Ganzen ist das nie und nimmer ein Zufallsgeschehen! Hier ist enorme materielle, finanzielle, organisatorische (politische und mediale) „man power“ am Werk (hier eine Artikelserie zum Thema)


Banner der Kampagne "Bernie for president"

Die Masse der Menschen ist uninformiert, verängstigt, bildungslos, jeder Organisations- oder gar Kampferfahrung entfremdet, auf Erlösung hoffend. Sie strömen den Politikern zu, die ihnen glaubwürdig erscheinen alles zum Besseren wenden zu können. Zur Glaubwürdigkeit trägt schon ein offener Hemdkragen bei, wie bei Tsipras und Konsorten oder das fleißige Generieren einer Million junger Anhänger auf Facebook, wie bei Bernie. Mit Podemos in Spanien und vermutlich auch Corbyn in Großbritannien sehen wir ähnliche Figuren, halb Hasardeure, halb Clowns der Tribüne. Und auch das kreative Deutschland ist jederzeit bereit, solche Typen hervorzubringen.

Diese Typen – Rattenfänger – haben ein paar verblüffende Slogans (We „can“! aber nach Bedarf auch „schärfere“) anstelle eines Programms. Sie brauchen keine Analyse der sozialen Realität, keine Aufdeckung tatsächlicher Machtverhältnisse, von Klassenanalyse ganz zu Schweigen. Sie haben keine Strategie zur Verwirklichung ihrer Slogans. Sie haben kein Konzept der Informierung, Bildung und systematischen Organisierung der Menschen (also ihrer Ermächtigung zu bewusstem Handeln!), denen sie Hoffnung machen.


Das Wall-Street-Imperium schiebt eine neue Figur auf die Bühne des Polit-Theaters: Killary Clinton (Montage: NRhZ)

Sie sind der auf links geschminkte Abschaum des politischen Lebens heute, also der in eine Art Wahn treibenden neoliberalen Herrschaft klar benennbarer Kapitalgruppen. Aus Gutmütigkeit, Bequemlichkeit oder welchen Gründen auch immer, neigen viele brave Traditionslinke zu Solidarisierung – „kritischer“, versteht sich – mit dem Wirken dieses politischen Abschaums. Dafür bietet ein jüngstes Beispiel Albrecht Müller von den Nachdenkseiten. Müller begleitet das Bündnis des „linken“ Bernie mit der „unselige(n) Frau Clinton“ mit viel, viel, leider aber substanzloser Hoffnung. Ihm scheint über alles zu gehen, dass alle, alle Guten um jeden Preis den Gottseibeiuns Trump verhindern müssen.


Erstveröffentlichung am 15. Juli 2016 bei opablog.net


Siehe auch:

John Pilger zur Einschätzung von Hillary Clinton
NRhZ 558 vom 20.04.2016
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=22719

Online-Flyer Nr. 572  vom 27.07.2016

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