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Aktueller Online-Flyer vom 18. Dezember 2017  

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Kommentar
Kommentar vom Hochblauen
Judaisierung Palästinas als Staatsräson der Zionisten!
Von Evelyn Hecht-Galinski

Es gibt eine Lotterie im "Jüdischen Besatzerstaat" „Wer ist der Gewinner im Rennen um die Machtansprüche, den zionistischen Traum der Unterwerfung der Palästinenser zu gewinnen?“ Deutsche Medien haben inzwischen einen anderen Wettbewerb gestartet. Sie sind die Weltmeister im Weglassen und Aussieben von Nachrichten. Sie jubeln, wenn sie Artikel über "moderate, gar linksliberale" Politiker im "Jüdischen Staat" zusammenschreiben können. Was momentan an Kommentaren zur Politik im "Jüdischen Staat" zu lesen ist, grenzt an Satire. Natürlich ist es richtig, wenn ein Ex-Verteidigungsminister, Ehud Barak der Vorgänger vom gerade zurückgetretenen Kollegen Jaalon, vom "Jüdischen Staat" als Apartheidstaat spricht, aber wer nimmt ihm das ab? (1) Natürlich ist der "Jüdische Staat" ein Apartheidstaat, aber wer sagt das und wo? War nicht Ehud Barak selbst einer der übelsten "Apartheid"-Vertreter während seiner aktiven Laufbahn? Hat er sich nicht sein Vermögen nicht nur mit Immobilien, sondern auch mit seinen Beteiligungen an Rüstungsfirmen verdient? (2)


Protest in Düsseldorf, 2009 (Foto: arbeiterfotografie.com)

Ideologie der ethnischen Säuberung Palästinas

Wer also nimmt Jaalons und Baraks Kritik an Netanjahu als "uneigennützig“ an, verfolgen sie nicht nur ein Ziel, nämlich wieder an die Macht zu kommen und dort anzufangen, wo sie aufgehört haben? Schließlich waren beide Politiker an den Kriegen, Ausbreitung der Siedlungen und Angriffen gegen Gaza und Verbrechen an unschuldigen palästinensischen Zivilisten beteiligt. Hatte nicht Jaalon von der palästinensischen Bedrohung, als „Krebsgeschwür“, das er mit verschiedenen Therapien "behandeln" würde, gesprochen? Lassen wir uns nichts vormachen. Alle Politiker im Jüdischen Apartheidstaat sind Anhänger der Ideologie der ethnischen Säuberung Palästinas! Es sind rechtsradikale Politiker, die sich zu Netanjahu und Co. nur in Nuancen unterscheiden. Alle haben Blut an den Händen und sehen immer nur die jüdischen Bürger als Opfer und Palästinenser als Terroristen, die es zu bekämpfen gilt. Drohen ist ihr Geschäft, vereint im Kampf gegen Iran, die Hisbollah, den Libanon, die Hamas in Gaza und Assad in Syrien.
 
Alle diese Politiker sind vereint in ihrer zionistischen Ideologie der Alleinbeherrschung Palästinas. Wenn sie erst einmal an der Macht sind, dann agieren sie nicht anders als das regierende Netanjahu Regime. Im "Jüdischen Staat" ist schon seit langem das zusammengewachsen, was zusammen gehört, jetzt wieder komplettiert im faschistoiden Netanjahu Regime mit Lieberman, den Bulldozer und Kriegstreiber. Aber im Grunde ist es doch völlig egal welches Regime regiert, denn eine wirkliche Opposition existiert nur in deutschen Medien. Haben diese "Oppositionspolitiker" das nicht schon allzu oft bewiesen, als sie an der Macht waren und die Chance hatten, etwas zu ändern. Herauskamen aber immer die gleichen Kriegs- und Besatzungsspiele. Lassen wir uns nicht bluffen, alle diese Politiker von Jaalon bis Barak und Livni, bis schlussendlich Herzog wollen an der Grundidee der jüdischen Besatzer nichts ändern: Sie wollen ein "Groß-Israel". Übrigens wurden alle diese "Oppositionsreden" gegen Netanjahu auf der berüchtigten Herzlya-Sicherheitskonferenz gehalten, einem Treffpunkt der Kriegsverbrecher, von Kissinger bis Netanjahu, der diesmal allerdings kurzfristig abgesagt hatte, um der Kritik der Herausforderer zu entgehen. (3)
 
Was allerdings den deutschen Lesern so vorgesetzt wird, wenn es um Israel, Russland und die Türkei geht, hat sich fast zu einem kriminellen Akt der Nachrichten-Verstümmlung entwickelt. Erkennbar ist eine Angriffslust und Kriegsgeilheit, die gewisse "Journalisten-Trolle", ganz nach Vorlage der Politiker ergriffen hat. Während Erdogan, nach Putin, zum Feindbild zwei der deutschen Schreiberlinge avancierte, können israelische Politiker immer mit Milde rechnen. Andererseits wurde aktuell bei prominenten und hochgeachteten Persönlichkeiten wie z.b. Hedy Epstein und Rupert Neudeck,Jo Cox, oder Mohammed Ali, in Nachrufen verschwiegen, dass sie sich für Palästina einsetzten, und auch bei den Gratulationen anlässlich Ken Loachs 80. Geburtstag nicht erwähnt.

Nichts kann man mehr glauben

Alles immer mit dem Hintergedanken, Kritik an den jüdischen Besatzern, immer nur ein "bisschen", aber bloß nicht zu viel, sonst droht der Antisemitismus-Vorwurf, oder schlimmer noch, der Rauswurf. Ist es da ein Wunder, dass deutsche Medien immer mehr Leser und Abonnenten verlieren? Es schmerzt mich sehr, dass es soweit gekommen ist, da ich von Kindheit an die gedruckte Zeitung kenne und mochte. Aber was ist aus den Medien geworden? Was ist aus meiner "geliebten" Tagesschau geworden? Nichts kann man mehr glauben, alles muss man hinterfragen. Deutschland und seine Medien haben sich zu einem politischen Souffleur der Politiker und der Lobbyisten verändert. Sie haben die Macht, die sie voll auskosten und sich auch etwas kosten lassen.

Während kritische Stimmen, wenn es um den "Jüdischen Staat" geht, überhaupt keine Chance mehr haben gehört zu werden in den wichtigen Medien, da hat die Israel-Lobby ganze Arbeit geleistet, wird es unterstützenden Stimmen zur Russland- oder Türkei Berichterstattung auch immer mehr erschwert, Gehör zu finden.

Diskriminierung, Diffamierung und Ausgrenzung haben die objektive Berichterstattung abgelöst. Wer will, kann, ja muss sich sogar im Internet informieren. Natürlich sollte man auch dort, wie überall im Leben, immer kritisch denken und nicht alles konsumieren was so angeboten wird. Aber ich denke, interessierte Menschen haben diese Gabe, die Spreu vom Weizen zu unterscheiden. Das Kriterium ist immer die Wahrhaftigkeit und die Faktenlage.

Gerade zum "Jüdischen Besatzer-Staat" sprechen die Fakten für sich und sind unwiderlegbar. Das ist auch der Grund, dass es die Israel-Lobby und ihre Unterstützer vermeidet, sich mit Kritikern, die nichts als Fakten auf den Tisch legen, auseinanderzusetzen! Denn lassen wir uns nicht beirren, es gibt keine „Ausgewogenheit“, wenn es um Völkerrechtsverbrechen und Menschenrechtsverbrechen geht. Und Völkermord ist ein Verbrechen, dass angeprangert werden sollte und nicht vertuscht werden darf, nur weil es die "jüdische Verteidigungsarmee" in Gaza betrifft.

Völkermord ist ein Verbrechen, das nicht belohnt werden darf

Dieser Staat darf auch nicht belohnt werden mit Kooperation, Jugendaustausch und Rüstungsgeschenken. Ein Hohn, dass gerade die jüdischen Besatzer, die alle UN-Resolutionen gegen sich zurückweisen, nun auch noch einen ständigen Ausschuss-Vorsitz bekamen, mit einem der übelsten jüdischen Besatzer-Unterstützer, Dany Danon, als Vorsitzenden. (4)

Täglich gibt es Provokationen im "Jüdischen Staat", Verhaftungen, Ermordungen von Palästinensern, Märsche von jüdischen extremistischen Siedlern auf dem Haram al-Sharif, der Al-Aqsa Moschee, sowie der neue Mauerbau, der Apartheidmauer, jetzt auch noch unterirdisch, und der den "Jüdischen Staat" völlig "absichern" soll und die Palästinenser völlig einschließen wird. Schließlich wurde noch während des andauernden Ramadan als Kollektivbestrafung den Palästinensern im illegal besetzten Westjordanland das Wasser abgedreht. (5)(6)(7)

Wie viele politische Mandatsträger haben sich nach ihrer aktiven politischen Zeit in lukrativen Posten in der Wirtschaft wiedergefunden, nach dem Motto, wer ist der größte Schleimer im Land, der bekommt die Belohnung zuerkannt. So verwundert es auch nicht, wenn ein mehr als umstrittener ehemaliger Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer, nach mehreren Stationen nun den Posten des thüringischen Verfassungsschutz-Präsidenten bekam. Was befähigt ihn für diese Aufgabe? Dass er konvertierter Jude ist, oder die Israel-Lobby nachgeholfen hat? Fragen über Fragen... Kramer hatte übrigens nichts Eiligeres zu tun, um sich mit diversen Gleichgesinnten von Anetta Kahane alias "IM Victoria" für den Verbleib des Grünen Israel-Unterstützers, den "Chrystal Meth User" Volker Beck im Bundestag einzusetzen. Ist das die Aufgabe eines Verfassungsschutz-Präsidenten, sich dafür einzusetzen und ist das überhaupt mit den Statuten vereinbar? Auf diesem Posten ist Kramer niemals Privatmann! (8)

Antisemitismus: zu unredlichem Kampfbegriff verkommen

In Deutschland wird zwar viel von Werten und Leitkultur geredet, aber in Wahrheit sind das hohle Phrasen, die ebenso wie der Begriff des Antisemitismus zu unredlichen Kampfbegriffen verkommen sind. Es kann doch nicht sein, dass wir uns mit den „Sicherheitsinteressen“ eines Besatzerstaates solidarisieren! Wenn unsere Werte die gleichen Werte der jüdischen Besatzer sind, dann haben wir aus der Geschichte nichts gelernt! Ist es nicht ein Hohn, wenn muslimische Migranten in Konzentrationslager und Gedenkstätten geführt werden, damit sie den Holocaust verinnerlichen, deutsche Jugendliche nach Israel fahren und dort unkritisch israelischer Propaganda ausgesetzt werden, die die illegale Besatzung Palästinas ausklammert und kein Wort über die Verbrechen der Nakba verliert, sowie das Konzentrationslager Gaza verschweigt?

Die gleichen Verbrechen die vom jüdischen Besatzer-Regime heute an den Besetzten begangen werden, Landraub, ethnische Säuberungen, nächtliche Verhaftungen, Deportationen, illegale Häuserzerstörungen, Abrieglungen, Kollektivbestrafung und Sippenhaft, kennen wir doch aus unserer Vergangenheit. Aber wenn es um jüdische Verbrechen geht, dann schweigen wir und machen uns wieder schuldig. Es sind nicht wilde und fanatische Palästinenser, die sich auf unschuldige jüdische Israelis stürzen und diese töten wollen. Es sind verzweifelte, gedemütigte Palästinenser, Kinder und Jugendliche vor allen Dingen, die versuchen auszubrechen aus der jüdischen Besatzung und im legitimen Widerstand aufbegehren. Das sollte unsere Jugend vermittelt bekommen, wenn sie in den "Jüdischen Staat" reist.

Solange unsere Medien den Kontext der Besatzung, die systematische Verletzung der Menschenrechte, verheimlicht, um die Verbrechen des Besatzer-Regimes zu rechtfertigen und den zionistischen Traum der Judaisierung Palästinas als Endziel zu ermöglichen, solange wird es nie Frieden und Gerechtigkeit für Palästina geben!

Sind die Medien nicht ein Spiegel der Hasbara-Propaganda des "Jüdischen Staates"? Erschreckend dabei ist es allerdings, dass sich die Medien inzwischen zu Handlangern der US-Israel-Ziele gemacht haben, die wenn es so weiter geht, unweigerlich in einem Krieg münden wird. Sage niemand, er habe es nicht gewusst! Verhindern wir die Judaisierung Palästinas als Staatsräson der Zionisten!


Fussnoten:

(1) http://www.badische-zeitung.de/ausland-1/ehud-barak-spricht-von-apartheidstaat--123253324.html
(2) http://www.haaretz.com/israel-news/business/.premium-1.550174
(3) http://www.herzliyaconference.org/eng/
(4) http://www.sueddeutsche.de/politik/israel-triumph-in-new-york-1.3032995
(5) https://www.middleeastmonitor.com/20160612-over-130-jewish-settlers-storm-al-aqsa-mosque-complex/
(6) https://www.middleeastmonitor.com/20160617-israel-to-build-underground-wall-along-gaza-border/
(7) http://www.presstv.ir/Detail/2016/06/17/470870/Israel-cuts-water-West-Bank-during-Ramadan
(8) http://www.otz.de/web/zgt/politik/detail/-/specific/Thueringer-Verfassungsschutz-Chef-macht-Politik-Unterstuetzung-fuer-Gruenen-Pol-767625814


Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des ehemaligen Zentralratsvorsitzen der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, ist Publizistin und Autorin. Ihre Kommentare für die NRhZ schreibt sie regelmäßig vom "Hochblauen", dem 1165 m hohen "Hausberg" im Badischen, wo sie mit ihrem Ehemann Benjamin Hecht lebt. (http://sicht-vom-hochblauen.de/) 2012 kam ihr Buch "Das elfte Gebot: Israel darf alles" heraus. Erschienen im tz-Verlag, ISBN 978-3940456-51-9 (print), Preis 17,89 Euro. Am 28. September 2014 wurde sie von der NRhZ mit dem vierten "Kölner Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik" ausgezeichnet.


Top-Foto: Evelyn Hecht-Galinski (sicht-vom-hochblauen.de)


Online-Flyer Nr. 567  vom 22.06.2016

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