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Aktueller Online-Flyer vom 21. Februar 2017  

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Kubafreund und Internationalist Heinz W. Hammer ist am 31. März gestorben
Ein authentischer Revolutionär
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

„Lassen Sie mich eines sagen, auch wenn es lächerlich klingen sollte. Der wahre Revolutionär wird von einem Gefühl der Liebe geleitet. Ein authentischer Revolutionär, der diese Eigenschaft nicht besitzt, ist undenkbar“ (Che, 1965). Am 13. Januar 2016 konnte Heinz Hammer schon aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr beim überwältigenden Empfang für Gerardo Hernandez in der Außenstelle Bonn der Botschaft der Republik Cuba dabei sein. Viele Jahre setzte er alles an die Befreiung der zu Unrecht inhaftierten CubanFive. Mit einer von Tobias Kriele verlesenen Rede, die er gerne selbst gehalten hätte, bewegte er die Anwesenden.


Heinz W. Hammer (2. v.l.) beim Aktionstag "Freiheit für die Cuban 5", Düsseldorf, 12.9.2014 – im Hintergrund US-Generalkonsulat, Residenz von US-Generalkonsul Stephen A. Hubler am Bertha-von-Suttner-Platz
Fotos: arbeiterfotografie.com (Anneliese Fikentscher, Senne Glanschneider, Riet Klarenbeek, Andreas Neumann)


Kuba - Patria o Muerte - Vaterland oder Tod


Heinz W. Hammer beim Aktionstag "Freiheit für die Cuban 5", Düsseldorf, 12.9.2014


Aktionstag "Freiheit für die CubanFive", Düsseldorf, 12.9.2014


Heinz W. Hammer beim Aktionstag "Freiheit für die Cuban 5", Düsseldorf, 12.9.2014


Havanna, Malecon


Heinz W. Hammer beim Aktionstag "Freiheit für die Cuban 5", Düsseldorf, 12.9.2014


Havanna, Malecon


Aktionstag "Freiheit für die Cuban 5", Düsseldorf, 12.9.2014


Havanna


22. Moncada-Fiesta – Feier zum Tag der Cubanischen Revolution, Dortmund, 1.8.2015


Heinz W. Hammer bei der 22. Moncada-Fiesta – Feier zum Tag der Cubanischen Revolution, Dortmund, 1.8.2015


22. Moncada-Fiesta – Feier zum Tag der Cubanischen Revolution, Dortmund, 1.8.2015


Havanna


Heinz W. Hammer bei der 22. Moncada-Fiesta – Feier zum Tag der Cubanischen Revolution, Dortmund, 1.8.2015


Kuba, 2009


Kuba, 2009


Aktionstag "Freiheit für die Cuban 5", Düsseldorf, 12.9.2014


Tobias Kriele trägt die Rede von Heinz W. Hammer vor – Veranstaltung mit Gerardo Hernández Nordelo, einer der Cuban 5, in der Außenstelle der Kubanischen Botschaft, Bonn, 13.1.2016


Veranstaltung mit Gerardo Hernández Nordelo, einer der Cuban 5, in der Außenstelle der Kubanischen Botschaft, Bonn, 13.1.2016


Tobias Kriele trägt die Rede von Heinz W. Hammer vor – Veranstaltung mit Gerardo Hernández Nordelo, einer der Cuban 5, in der Außenstelle der Kubanischen Botschaft, Bonn, 13.1.2016


Rede von Heinz W. Hammer (vorgetragen am 13. Januar 2016 von Tobias Kriele)

Lieber Gerardo, liebe Anette, liebe Anwesende,

ich möchte mich bei Anette (Anette Chao García, Leiterin der Außenstelle Bonn der Botschaft der Republik Cuba) dafür bedanken, dass sie dieses Treffen möglich gemacht hat. In den kommenden drei Minuten werde ich etwas machen, was ich vorher noch nie getan habe und zukünftig auch nicht tun werde: nämlich einen politischen Beitrag mit Persönlichem verknüpfen. Am 2. November 2013 erhielt ich Post aus den USA, genauer gesagt aus Victorville, Kalifornien, aus dem dortigen Staatsgefängnis. Darin gratulierte mir Gerardo, der den Brief am 25. 10. geschrieben hatte, zum Geburtstag und gab mir Zuspruch angesichts meiner damaligen Krebserkrankung und gerade überstandenen Operation. Er schrieb unter anderem: "Ich möchte Dir eine baldige Genesung wünschen. Wir wissen, dass es Dir bald wieder besser gehen wird, und wir werden weiterhin auf Dich zählen in unserem Kampf für Gerechtigkeit."

Vergegenwärtigt Euch die damalige Situation. Zu diesem Zeitpunkt war Gerardos Lebensperspektive, dass er nach dem Willen der US-Regierung seine Familie, Freunde und Genossen nie wiedersehen, sondern im US-Knast alt werden und dort sterben sollte. In einer solchen Lage spricht mir dieser Mann einem ihm persönlich völlig unbekannten Campagnero auf einem anderen Kontinent, Mut zu. Eine Haltung, die mich bis heute tief bewegt und zeigt, aus welchem Holz dieser cubanische Revolutionär geschnitzt ist. In den vergangenen zwei Wochen war ich im Krankenhaus, wo festgestellt wurde, dass der Krebs zurück ist. Ich muss und werde mich diesem heimtückischen Feind erneut stellen. Bei diesen und anderen Kämpfen kann ich, können wir uns alle ein Beispiel daran nehmen, wie Fidel, Che und Raúl, aber eben auch Gerardo, Antonio, Fernando, Ramón und René aussichtslos scheinende Kämpfe gegen mutmaßlich übermächtige Gegner aufgenommen und siegreich bestritten haben. In diesem Zusammenhang möchte ich nochmals werben für das Buch von Fidel: Der strategische Sieg.

Erinnerungen an die Revolution, aus dem Jahr 2012. Im Klappentext wird Fidel aus einem Interview zitiert,  das er im Juli 1958 einem venezolanischen Journalisten in der Sierra Maestra gab: "Der Gedanke, die Sierra Maestra zu verlassen, kam mir noch nicht einmal in den Sinn, als ich nur über drei Männer und zwei Gewehre verfügte. Dieser Geist hat das Bewußtsein unserer Kämpfer geprägt. Wir haben gelernt, gegen das Unmögliche zu kämpfen." Lieber Gerardo, danke für dieses Beispiel, dass uns die cubanischen Revolutionäre immer aufs Neue geben. Als kleine Erinnerung haben wir Euch einige großformatige Fotos von unserem Aktions- und Solidaritätstag vom 12. September 2014 vor dem US-Generalkonsulat in Düsseldorf mitgebracht. Wir hatten diesen Herrn tagsüber immer wieder per Megaphon aufgefordert herauszukommen (siehe Filmclip) und mit uns über unser Angebot zu diskutieren, fünf von uns als Austauschgeiseln für die cubanischem Fünf zu nehmen. Er ist nicht herausgekommen. Wir aber werden weiterhin herauskommen und unsere Forderung nach dem bedingungslosen Ende der Blockade an die US- und an die deutsche Regierung stellen, bis sie erfüllt wurde. Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit.


Heinz W. Hammer hinterlässt eine Lücke, die niemals geschlossen werden kann.

„Er hat sein Leben der Solidarität nicht nur mit dem kubanischen Volk, sondern mit allen Völkern verschrieben. Der gelebte Internationalismus war sein Markenzeichen. Heinz W. Hammer hinterlässt eine Lücke, die niemals geschlossen werden kann. Die Regionalgruppe Essen wird versuchen, sein Werk im Zeichen der Solidarität und des Internationalismus fortzusetzen und zu vollenden.“ (Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba Essen)

Hasta la victoria siempre amigo Heinz

„Mit Heinz Hammer ist ein Mensch von uns gegangen, der treu zur Revolution in Kuba gestanden ist und mit dem das ICAP viele Jahre im Netzwerk zusammengearbeitet habe. Er wird uns ALLEN fehlen. Hasta la victoria siempre amigo Heinz!!! Viele Umarmungen aus Kuba.“ (ICAP Institut für Völkerfreundschaft)


Die Beisetzung findet am 22.04.2016 um 12:00 Uhr auf dem Bergfriedhof an der Gnadenkirche, Pfarrstrasse, 45357 Essen Frintrop statt.

Für die Beisetzung erbittet die FG Essen um Spenden auf das Konto
Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba e.V. / Essen
Sparkasse Essen, IBAN: DE51 3605 0105 0005 1015 63, Stichwort: „Beisetzung von Heinz W. Hammer“



Siehe auch:

Nachruf von Josie Michel-Brüning:
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=22710

Filmclip Aktion "Free the Cuban Five", Düsseldorf 2014
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=20793

Online-Flyer Nr. 557  vom 13.04.2016

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