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Aktueller Online-Flyer vom 22. September 2017  

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Literatur
Gedicht eines Lesers
Bomben
Von Markus Kienzle

Seht, die Bomben fallen wieder

Nicht auf uns're Städte nieder

Das wär ja schrecklich

unerträglich

Ganz wo anders fall'n sie täglich

Meist mit unser'n Stempeln drauf

Er läuft prächtig der Verkauf

 

Am Boden nimmt die Szene ihren Lauf

Zerreißt Familien

Mütter

Kinder

Väter gar, wer hätte das gedacht?

Jeder könnt' es

Doch selten wird's gemacht

Denn bei uns nennt man es Terrorismus

Neuerdings wohl Humanismus

Humanitär, um's ganz genau zu sagen

Bloß nicht weiter hinterfragen

Realität könnte den Frieden stören

Der bei uns seit über 70 Jahren blüht

Und selbst den dummen August noch empören

Mit seinem sonnigen Gemüt

 

Exportiert wird derweil fleißig weiter

Das Endprodukt erzeugt meist Hass und Wut

Doch eins muss man uns dabei lassen

Technisch sind wir wirklich gut

Wir versteh'n uns auf die Kunst des Krieges

Wir wissen, wie man Leid erzeugt

Versagt bleibt meist die Gunst des Sieges

So lang das Volk sich artig beugt

Nachdem es Tausende verloren

Lebend oder ungeborenen

Im fernen Land in dem die Bomben strahlen

Gibt es bald die ersten Wahlen

Nun haben sie, worum sie nicht gebeten

Da kann man einen Krieg schon mal vertreten

 

Ich lass mich derweil weiterhin berieseln

Und schlucke alles was mir vorgekaut

Solang die Bomben nur woanders fall'n

Fühl' ich mich wohl in meiner Haut (PK)

 

 

Verfasst 2011, unter dem Eindruck des Angriffs auf Libyen, hat mein Text "Bomben" in der Zwischenzeit nichts von seiner Aktualität verloren und ist sogar, in Anbetracht des kürzlich erfolgten Kriegseintritts Deutschlands in den Krieg gegen Syrien, aktueller denn je. 
Die Frage, wann wir endlich aufhören, andere Länder mit Krieg zu überziehen und warum das in so breiten Schichten der Bevölkerung scheinbar akzeptiert, wenn nicht gar befürwortet wird, beschäftigt mich persönlich sehr. Daher danke ich Peter Kleinert für die Publikation und dass er dadurch meiner Stimme ein wenig Ausdruck verleiht.

 



Online-Flyer Nr. 541  vom 16.12.2015

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