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Aktueller Online-Flyer vom 17. Dezember 2017  

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Lokales
Von einem großen Polizeiaufgebot am Sonntag teilweise gewalttätig geschützt
Pro NRW führte Nazi-Mob durch Köln
Von Klaus Fischer

Ca. 100 Neonazis und Nazi-Hooligans nahmen am Sonntag an der von der sogenannten „Bürgerbewegung Pro NRW“ organisierten Kundgebung und Demonstration unter dem Motto „Freiheit statt Islam“ teil. Wie bereits erwartet, setzte sich die Teilnehmerschaft am Breslauer Platz und im Kunibertsviertel fast ausschließlich aus dem extrem rechten Hogesa-Spektrum und organisierten Neonazis zusammen. Noch nie hatte Pro NRW so offen mit der Neonazi- und NS-Szene zusammengearbeitet wie bei dieser Demonstration. Das zeigt, wie verzweifelt Markus Beisicht, Chef von Pro NRW, mittlerweile sein muss. 

Mangels anderer Unterstützung sind jetzt alle Hemmungen gefallen. Offen wurden NS-Symbole zur Schau gestellt, Hitlergrüße gezeigt und Journalisten vermummt angepöbelt. Trotz vielfacher Proteste von JournalistInnen ließ die Polizei die Neonazis dabei weitgehend ungestört agieren. Als RednerInnen traten neben Beisicht u.a. die Dügida-Organisatorin Melanie Dittmer und die Spitzenkandidatin der NPD bei der bayrischen Landtagswahl 2013, Sigrid Schüßler auf. Nach einer

Stunde Redebeiträgen führte Beisicht die Demonstration über die Hogesa-Strecke von 2014. Gegen eine Rednerin ist angeblich ein Strafverfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet werden. 

Über 600 GegendemonstrantInnen

Immer wieder gelang es GegendemonstrantInnen, entlang der Strecke in Ruf- und Sichtweite lautstark zu protestieren. Zuvor hatten über 600 AntifaschistInnen an der Gegenkundgebung vom Bündnis „Köln gegen Rechts“ auf dem Breslauer Platz teilgenommen. Mit einem großen Polizeiaufgebot wurde diese teilweise sehr gewalttätig daran gehindert, auf die Demonstrationsroute der Nazis zu gelangen. Mehrere Polizisten waren mit Maschinenpistolen ausgerüstet. In einem Fall wurden AntifaschistInnen, die eine friedliche Sitzblockade machen wollten, damit bedroht. Die Ausrüstung mit Maschinenpistolen mag nach den Anschlägen in Paris zu den aktuellen Sicherheitsmaßnahmen gehören, dass damit jedoch GegendemonstrantInnen bedroht wurden, war absolut skandalös. Nach unseren Informationen kam es zu mindestens 8 Festnahmen von GegendemonstrantInnen.

Wir sammeln noch Berichte über das harte polizeiliche Vorgehen, die den Hitlergruß zeigenden Nazis und Hooligans wieder einmal den Weg freimachten in Köln. 

Trotz der von der Polizei durchgesetzten Demonstration dürfte diese Pro NRW jedoch mehr geschadet als genützt haben. Vom jahrelang bemühten Deckmäntelchen der „seriösen“ Bürgerbewegung ist nun restlos gar nichts mehr übrig. Stattdessen bleibt ein kümmerlicher Neonazi-Haufen übrig, mit dem Beisicht keinen Blumentopf mehr gewinnen wird. (PK)

 

Der Autor hat diesen Bericht für das Bündnis.koelnnordgegenrechts geschrieben.

 



Online-Flyer Nr. 538  vom 25.11.2015

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