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Aktueller Online-Flyer vom 24. Januar 2017  

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Information über die Arbeit von Swisso Kalmo in Somalia
Ausbildung von Gesundheitspersonal in Mogadischu
Von Dr. med. Abdi Hersi

Dr. med. Abdi Abdulle Hersi ist der Direktor von Swisso-Kalmo, einer internationalen Nichtregierungsorganisation. Swisso Kalmo konzentriert sich hauptsächlich darauf die Qualität der Schulung in verschiedenen Regionen Somalias in der Gesundheitspflege zu verbessern, durch den Einbezug von somalischen Experten aus dem Ausland.


Dr. med. Abdi Abdulle Hersi, Direktor von Swisso-Kalmo

Bezirksspital Afgooye

Der Bezirk von Afgooye zählt ca. 125.000 Einwohner und befindet sich im Südosten Somalias in der Region des Lower Shabelles. Afgooye liegt 25 km westlich der Hauptstadt Mogadischu und befindet sich in einem gefährlichen Korridor zwischen der Hauptstadt und verschiedenen anderen Regionen. Das Bezirksspital ist eines der wenigen Gesundheitszentren, es gibt dort sehr wenig Pflegepersonal.


Bezirksspital Afgooye liegt 25 km westlich der Hauptstadt Mogadischu und befindet sich in einem gefährlichen Korridor zwischen der Hauptstadt und verschiedenen anderen Regionen

Das somalische Gesundheitssystem ist zusammengebrochen

„Das somalische Gesundheitssystem ist nach mehr als 20 Jahren Krieg zusammengebrochen; Spitäler und Kliniken wurden geplündert und zerstört und viele Fachkräfte haben das Land verlassen, um bessere Arbeitsbedingungen zu finden“, erklärte Dr. Hersi und fügt hinzu: „Ich habe mich entschlossen, nach Somalia zurückzukehren, um dem lokalen Gesundheitspersonal zu helfen und es in seiner schwierigen Lage zu unterstützen“.


Das somalische Gesundheitssystem ist nach mehr als 20 Jahren Krieg zusammengebrochen

Berufliche Studiengänge für Pflegepersonal am Arbeitsplatz

Dr. Hersi stellt fest, dass qualifizierte Pflegende und Hebammen, die nach Somalia zurückkehren, um das Gesundheitssystem  wieder aufzubauen, kaum unterstützt werden. Deshalb hilft er dem Gesundheits- und dem Erziehungsministerium indem er berufliche Studiengänge aufgebaut hat, die ermöglichen, angehende Fachkräfte am Arbeitsplatz auszubilden.


Pflegende und Hebammen, die nach Somalia zurückkehren, um das Gesundheitssystem aufzubauen, werden unterstützt.

Somalia: Nur eine Pflegekraft für 10.000 Einwohner

Eine der ersten Aufgaben, erläutert Dr. Hersi, bestand darin, herauszufinden, wie viele Krankenpfleger/innen und Hebammen zurzeit in Somalia arbeiten. Eine Hebamme oder ein/e Krankenpfleger/in ist in Somalia heute für ca. 10.000 Einwohner zuständig, was weit unter dem WHO-Standard, den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation liegt. Auffrischungskurse, Personalerhaltung und eine angemessene Entlohnung gibt es kaum. Dr. Hersi ist sehr enttäuscht, dass Somalia noch nie auf dem richtigen Weg war, um die Milleniums-Entwicklungsziele auf dem Gebiet der Gesundheitsversorgung zu erreichen.


Eine Hebamme oder eine Krankenpflegerin ist in Somalia heute für ca. 10.000 Einwohner zuständig

Ausbildung am Arbeitsplatz mit Supervision

Dr. Hersi schätzt, dass eine Ausbildung am Arbeitsplatz mit einer unterstützenden Supervision erforderlich ist, um die Fähigkeiten des spärlich vorhandenen Gesundheitspersonals aufzufrischen. Leider ist das Niveau der Ausbildung sehr tief, weil es keine geregelten Ausbildungsplätze gibt und fachkundige Berater ihre Posten verlassen. Der Bedarf an Gesundheitspersonal und Beratern ist in Somalia unermesslich.


Ausbildung am Arbeitsplatz mit einer unterstützenden Supervision

Nur zwischen 30 und 40% der Patienten wurden behandelt

„Nur zwischen 30 und 40% der Patienten wurden durch ausgebildetes Personal behandelt“, erklärte Dr. Hersi. Auf Grund von Unsicherheit, Personalmangel und einem fehlenden Gesundheitssystem haben Verwandte und Freunde die Arbeit des Pflegepersonals übernommen. Inzwischen hat sich die Situation verbessert. Neue, angehende Pfleger und Pflegerinnen sind bereit, ihre Kenntnisse bei Praktiken in Gesundheitszentren anzuwenden.


Nur zwischen 30 und 40% der Patienten wurden durch ausgebildetes Personal behandelt

Ausbildung unter schwierigsten Umstände weltweit

„Angehende KrankenpflegerInnen und Hebammen absolvieren ihre Ausbildung unter schwierigsten Umständen weltweit“, stellt Dr. Hersi fest. „Das ist positiv, weil sie mit allem, was ihnen in ihrer Karriere widerfährt, fertig werden müssen. Diejenigen, die diesem Druck standhalten, sind die wahren Helden und Heldinnen. Ich freue mich, mit ihnen arbeiten zu können, und verfolge, wie sie ihre Kompetenzen verbessern“.


Krankenpflegende und Hebammen absolvieren ihre Ausbildung unter schwierigsten Umständen weltweit“

Weiterhin unser Gesundheitspersonal fördern und unterstützen

Dr. Hersi und sein Team spielen eine grosse Rolle bei der Ausbildung einer neuen Generation von Pflegenden. Es wurden Ausbildungsprogramme entwickelt, die dazu beigetragen haben, das Niveau der Patientenversorgung zu erhöhen. “Die Aufgabe ist noch nicht erledigt, wir müssen weiterhin unser Gesundheitspersonal fördern und unterstützen”, erklärt Dr. Hersi. (pk)


Dr. Hersi und sein Team spielen eine grosse Rolle bei der Ausbildung einer neuen Generation von Pflegenden


Text: Dr. med. Abdi Hersi
Fotos: Swisso Kalmo
Übersetzung: Jenny Heeb

Diese Dokumentation wurde auf der Website der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht. Wir, die WHO, möchten Swisso-Kalmo für die Unterstützung bei der Produktion dieser Foto-Dokumentation danken.

http://who.int/entity/workforcealliance/media/photos/photo-story-mogadishu_somalia/en/index.html

Source: Eastern Mediterranean Region – Framework for health information systems and core indicators for monitoring health situation and health system

Ausführliche Informationen zu Swisso Kalmo auf der Website:
www.swisso-kalmo.ch     (Deutsch)
www.swisso-kalmo.org   (Englisch)


Online-Flyer Nr. 531  vom 07.10.2015

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