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Aktueller Online-Flyer vom 18. Dezember 2017  

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Lokales
Gefährliche Leitung zwischen BAYER-Werken Leverkusen und Dormagen
Ärzte fordern Stilllegung der CO-Pipeline
Von Peter Kleinert

94 Ärztinnen und Ärzte aus Leverkusen, Dormagen, Hilden und Mettmann unterstützen die Forderung nach einer sofortigen Stilllegung der Kohlenmonoxid-Leitung zwischen den BAYER-Werken Dormagen und Leverkusen. Nach Auffassung der Medizinerinnen und Mediziner sei das Gefahrenpotenzial für die Bevölkerung untragbar hoch. Im Fall eines Unfalls gäbe es kaum Rettungsmöglichkeiten. Initiiert wurde der Brief an die Landesregierung, den BAYER-Vorstand und dessen Vorsitzenden Marijn Dekkers von der Anästhesistin und Rettungsärztin Dr. Annette Bauer und dem Kinderarzt Dr. Gottfried Arnold.
 

CBG-Protest gegen die Pipeline seit Jahren
NRhZ-Archiv
Dr. Arnold fordert eine Beendigung von jeglichem CO-Transport: „Kohlenmonoxid ist hochgiftig und mit den menschlichen Sinnen nicht wahrnehmbar. Die bestehenden Leckerkennungs-Systeme schlagen erst an, wenn bereits 100 m³ CO ausgetreten sind. Dabei können schon ein oder zwei Atemzüge ausreichen, um einen Menschen zu töten. Ein Vollbruch der Leitung könnte eine Katastrophe ungeheuren Ausmaßes zur Folge haben.“ Gottfried Arnold kritisiert, dass die Gefahrstoffe in 50 Jahre alten Rohren transportiert werden und dass die Trasse von Leverkusen nach Dormagen nie auf Kampfmittel untersucht wurde.
 
Die umstrittene Leitung wurde bereits in den 1960er Jahren gebaut. Die Rohre wurden jahrzehntelang für den Transport von ungefährlichen Gasen wie Stickstoff und CO2 verwendet. Im Jahr 2001 wurde die Pipeline ohne reguläres Genehmigungsverfahren für Kohlenmonoxid umgewidmet – ein Fall ohne Beispiel in Deutschland. Durch Akteneinsicht bei der Bezirksregierung Köln konnte Anfang 2014 nachgewiesen werden, dass Teile der Trasse schwere Schäden aufwiesen. Kurz darauf leitete BAYER den Transport von Kohlenmonoxid auf ein anderes Rohr um und gab den Neubau der besonders maroden Rhein-Unterquerung bekannt.
 
Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) begrüßt die Stilllegung der alten Leitungen unter dem Rhein und den Bau eines begehbaren Tunnels („Düker“) für den Transport von Gasen wie Sauerstoff, Erdgas oder Stickstoff. Für das hochgefährliche Kohlenmonoxid müsse eine Zulassung jedoch verweigert werden. Philipp Mimkes vom Vorstand der CBG: „Eine vor 50 Jahren gebaute Pipeline entspricht nicht dem heutigen Stand der Technik, zumal die Leitung für deutlich ungefährlichere Gase konzipiert wurde. Selbst die internen Gutachten von BAYER sprechen von einem Gefahrenbereich von 350 Metern beiderseits der Trasse. In diesem Abstand befinden sich die Wohngebiete von Wiesdorf, Merkenich, Rheinkassel, Langel, Hitdorf und Worringen.“
 

Seit dem 1. Oktober 2010 Vor-
standsvorsitzender der Bayer AG
– Marijn Dekkers
NRhZ-Archiv
Gottfried Arnold abschließend: „Wir sind nicht länger gewillt, dieses Hochrisikoprojekt außerhalb des Werksgeländes von BAYER hinzunehmen, nur damit das Unternehmen eine unverantwortlich große Menge an CO vorhalten kann. Daher verlangen wir, die CO-Pipeline von Dormagen nach Leverkusen schnellstens zu stoppen!“. (PK)

Unterschreiben Sie online gegen den Bau der Pipeline

Leitung Leverkusen - Dormagen:
CBG reicht Einwendung ein; Bericht der Rheinischen Post; 94 Ärzte fordern Stilllegung; Artikel: Unterschriften gesammelt; Gegenantrag zur BAYER Hauptversammlung
OVG Münster: CO Pipeline verfassungswidrig - "Großer Erfolg, aber Wachsamkeit weiter nötig"; Stellungnahme der CBG: "Dauerhafte Sicherheit nicht gewährleistet"; Kläger Heinz-Josef Muhr verstorben
Leitung Dormagen-Leverkusen: weitere Leitungen stillgelegt; VerwGericht Köln nimmt Klage an; TÜV findet schwere Mängel; CBG stellt Anfrage; Strafanzeige gestellt; Leserbrief: "sofort abschalten!"; Bayer wechselt Transport-Rohr
Interview mit einem Sachverständigen für Gasanlagen
März 2014: TV-Beitrag greift Kritik der CBG auf; Gegenantrag zur Bayer HV; Gutachten der Landesregierung: Pipeline nicht notwendig
 


Online-Flyer Nr. 528  vom 16.09.2015

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