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Aktueller Online-Flyer vom 19. Oktober 2017  

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Wirtschaft und Umwelt
US-Umweltaktivist hielt Mahnwache vor dem NRW-Wissenschaftsministerium
Bündnis gegen Castor-Exporte
Von Michael Harengerd

Tom Clements, Direktor der US-amerikanischen atomkritischen Nichtregierungsorganisation „Savannah River Site - watch“ aus South Carolina hat vergangene Woche in Düsseldorf vor dem Haus von Ministerin Svenja Schulze zusammen mit einigen Aktivisten und Aktivistinnen des „Bündnisses gegen Castor-Exporte“ eine Mahnwache abgehalten. Dieser ungewöhnliche Schritt war nötig geworden, weil das NRW-Wissenschaftsministerium als einzige Behörde die Bitte um ein Gespräch mit Tom Clements verweigert hatte. Am Tag davor hatte er mit Vertretern des Bundesumweltministeriums, des Bundesforschungsministeriums und des Landeswirtschaftsministeriums gesprochen.

Tom Clements (4. von links) vor dem Wissenschaftsministerium in Düsseldorf zusammen mit AktivistInnen von Stop Westcastor und BUND NRW
Quelle: BUND
 
Was Tom Clements und seine deutschen Verbündeten besonders erzürnte, ist das Argument der zuständigen deutschen Behörden, dass die 152 Jülicher Castoren in die USA exportiert werden müssten, um den Atomwaffensperrvertrag nicht zu verletzen. „Diese Auffassung ist völlig unzutreffend, denn US-Dokumente belegen, dass der Jülicher Atommüll nicht zur Atomwaffen-Herstellung geeignet ist“, so Tom Clements. Zu dieser Feststellung kam schon Mitte 2013 die nationale Atomaufsichtsbehörde der USA, National Nuclear Security Administration, NNSA.
 
Neues Zwischenlager in Jülich statt rechtswidriger Castor-Exporte
 
„Savannah River Site ist kein Atommülllager oder gar eine Deponie für Abfälle von Atomkraftwerken, sondern ein militärischer Komplex zur Atomwaffenherstellung“, klärte Tom Clements weiter auf. Das Areal in South Carolina umfasst 800 km². In alten rostigen Tanks lagern 140 Millionen Liter hochradioaktiv verseuchtes Abwasser. Das Bündnis gegen Castor-Exporte hält es deswegen für unverantwortlich, den Jülicher Atommüll in die USA zu bringen. „Wir brauchen hier schnellstmöglich ein neues Zwischenlager in Jülich“, fasste Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ zusammen. Und sie ergänzte, „es gibt keine Argumente, die Verantwortung und den Atommüll anderen zuzuschieben“.
 
Enttäuschung über Minister-Schweigen / Abweisung an der Eingangstür
 
Peinlich und enttäuschend fanden es Tom Clements und Peter Bastian für die Initiativen, dass sich ausgerechnet die NRW-Wissenschaftsministerin als Anteilseignerin des Forschungszentrums Jülich (FZJ) der mehrfach erbetenen Aussprache verweigert hatte. Selbst der Besuch von Tom Clements im Wissenschaftsministerium hatte nur zur Zurückweisung im Eingangsbereich des Hauses geführt. „Dieses unwürdige Ping-Pong-Spiel mit den Verantwortlichkeiten muss endlich ein Ende haben“, meint der BUND. (PK)
 
Dr. Michael Harengerd ist Vorstandsmitglied des BUND NRW, Tel: 0175 5657490
Unterstützende Initiativen:
Aktionsbündnis "Stop Westcastor" www.westcastor.de
Initiative Savannah River Site Watch www.srswatch.org
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
Sofa Münster www.sofa-ms.de
Wegberger Montagsspaziergänger gegen Atomkraft
Bund für Umwelt und Naturschutz NRW e.V. www.bund-nrw.de
Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie www.anti-akw-ac.de
attac Jülich www.attac-netzwerk.de/inde-rur
 


Online-Flyer Nr. 521  vom 29.07.2015

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