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Aktueller Online-Flyer vom 20. Oktober 2017  

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Inland
Wollen wir diesem Aushungern eines ganzen Volkes noch länger zuschauen?
64,7% der Syrer leben in extremer Armut
Von Bernd Duschner

Vor vier Jahren verhängten die "Freunde Syriens", die  EU, USA und die
Golfmonarchien, ein Embargo gegen Syrien: seine Auslandsguthaben wurden eingefroren, Importe aus Syrien verboten. Dem Land sollte jede Einkommensquellen genommen werden. Dazu kam das Verbot von Exporte von Treibstoff, Erdöl, Technik und Ausrüstung mit dem Ziel, die die Wirtschaft des Landes lahmzulegen.

Am 30.08.2011 erklärte die Tagesschau ganz offen das Ziel, das mit dem
Embargo verfolgt wird. Unter der Überschrift "Wie hart treffen Syrien
die Sanktionen ? heißt es:
"So treffen Sanktionen zunächst die kleinen Leute. Syriens Handel mit
Ländern der Region ist seit Beginn der Krise um 30 bis 40% gesunken. Ein
zumindest zeitweiliger Stopp der bisher rund eineinhalb Milliarden EURO Einnahmen jährlich aus dem Öl lässt den Staat aber nicht unberührt. Er muss möglicherweise Leistungen für öffentliche Beschäftigte kürzen - immerhin 30 Prozent aller Syrer. Und ebenfalls 30% Prozent lebten bereits vor den Protesten unter der Armutsgrenze von weniger als zwei Dollar am Tag."(...) "Langfristig könnten fehlende Einnahmen aus dem Verkauf der wichtigsten syrischen Ressource auch Menschen zum Protest treiben, die bislang loyal zum System Assad standen oder schwiegen - staatliche Beschäftigte  und erfolgreiche Geschäftsleute."

Ein Volk in die Massenarbeitslosigkeit zu treiben, ihm die
Lebensgrundlagen zu nehmen und es solange auszuhungern, bis es sich
selbst zerfleischt und in seiner Verzweiflung gegen die eigene Regierung
wendet, darum geht es!

Heute nach vier Jahren Embargo spricht die Weltbank von über 220.000
Toten, mehr als  840.000 Verletzten, über 10 Millionen Flüchtlingen, die
Binnenflüchtlinge eingeschlossen.
64,7% der Syrer leben in extremer Armut. Sie  können sich selbst die
nötigsten Lebensmittel nicht mehr kaufen. Die meisten Krankenhäuser sind
zerstört, Medikamente kaum zu bekommen.
Wollen wir diesem Aushungern noch länger zuschauen? Wie kann es sein,
dass bis heute keine Fraktion, kein Abgeordneter im Bundestag bzw. im
Europaparlament eine Aufhebung des Embargos gefordert hat?

Am Freitag folgt ein Appell an die Bundeskanzlerin, die Fraktionen und Mitglieder des Bundestages und Europaparlamentes, das Embargo gegen Syrien endlich aufzuheben. Ich bitte Sie, als Erstunterzeichner mit zu unterschreiben. Zu den Erstunterzeichnern gehören bereits Eckhart Spoo, Werner Rügemer, Albrecht Müller, Reiner Braun, Lucas Zeise u.a. (PK)


Online-Flyer Nr. 513  vom 03.06.2015

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