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Aktueller Online-Flyer vom 18. Oktober 2017  

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Filmclips
„Geschmackloses Solo“
Von und mit Rosa K. Wirtz



„Erst war ich brave Erzieherin, habe dann Sozialpädagogik studiert und reifte langsam zur "Stimmungskanone" im privaten Kreis. Ich glaube, dass es eine ziemliche Verantwortung ist, auf Bühnen zu steigen und eigenes Leben zu veralbern. Dazu muß man erst was erlebt haben!!“ erzählt Rosa K. Wirtz auf ihrer website www.rosa-k-wirtz.de. Nachdem sie genug erlebt und sich fünf, sechs Jahre im „Schatten der Semiprofessionalität“ auf diversen Bühnen bewegt hatte, stürzte sie sich hinein in die hauptberufliche Kabarettistinnentätigkeit.

 
„Ab Dezember 1991 habe ich stolz aller Welt und mir selbst meine neue Profession als Kabarettistin bestätigt. Dazu mußte ich erstmal meinen Namen erweitern. Ich wurde als einfaches Eifelmädchen geboren und nicht als Künstlerin. Man kann als Jürgen Becker berühmt werden, aber dann muß man auch ganz berühmt werden, sonst wird man verwechselt. Ich wußte nicht, wie berühmt ich werden wollte und habe mich dann entschieden mein 'middle initial' K. wie Katharina in den Namen einfließen zu lassen. Es bedeutet für mich K. wie Kabarettistin, Kölnerin, Komödiantin, Könnerin, Komikerin und das sind nun wirklich viele gute Gründe mich jetzt Rosa K. Wirtz zu nennen.

"Ich bin der kommende Kabarettstar" – mit diesen Worten habe ich mich bei Mehmet Fistik dem (damaligen) Leiter des 'atelier theaters' vorgestellt. Er hat gelächelt und mein Potential gesehen. Zwischen Weihnachten wollte er eigentlich zumachen, diese Termine könnte ich haben. Oh je, Premiere im 'atelier theater'! "Geschmackloses Solo" hieß mein erstes alleiniges Programm mit wunderbaren Stücken aus meiner DuoZeit (mit Rainer Gößling) und ein paar neuen Versuchen in Richtung Seriösität. Glücklicherweise saß jetzt ein Kritiker vom Fach bzw. Tanz/Theater im Publikum. Ihm gefiel meine reiche Gesichts- bzw. Körpersprache und die zahlreichen absurden Einfälle und er kürte mich zur weiblichen Variante von König Ubu.“

Diese Kritik habe ihr „ziemlich viele Türen geöffnet“, erzählt Rosa K. Wirtz. Außerdem kam im November 1992 das Fernsehteam auf sie zu, das seit einem Jahr für den unabhängigen Sender KANAL 4 - zusammen mit dem Gründer des Deutschen Kabarettarchivs, Reinhard Hippen - 16 Folgen der Serie „90 Jahre Satire gegen den Zeitgeist“ produzierte. Beeindruckt hatte Hippen und das Team, wie Rosa K. Wirtz das Verhältnis der Geschlechter und sich selbst auf der Bühne aufs Korn nahm. Mit ihrem Programm „Geschmackloses Solo“ demonstrierte sie rücksichtslose Selbstironie, gut gezielte Realsatire und absurde Farce. Die Zuschauer waren begeistert und sind es heute noch, wenn sie die 23 Jahre alte Sendung – mit der berühmten Diseuse der 20er Jahre Claire Waldoff in einem Vorfilm mit historischen Aufnahmen – auf DVD anschauen. (PK)
 
Ausschnitt aus einer Sendung von Marianne Tralau, Reinhard Hippen und Peter Kleinert. 10 und 48 Minuten, 1992, Produktion: KAOS Film- und Video-Team Köln. www.kaos-archiv.de


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Online-Flyer Nr. 499  vom 18. Oktober 2017



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