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Aktueller Online-Flyer vom 18. Dezember 2017  

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Lokales
Autonomes Zentrum Köln erhielt einen neuen Nutzungsvertrag mit der Stadt
Diesmal für die Luxemburger Straße 93
Von Peter Kleinert

Aktive der Initiative für ein Autonomes Zentrum (AZ) haben vergangene Woche einen Vierjahresvertrag mit der Stadt Köln über die Nutzung des leerstehenden Gebäudes in der Luxemburger Straße 93 abgeschlossen. Die ehemaligen BesetzerInnen der KHD-Kantine in Kalk, deren mühsam ausgehandelter Nutzungsvertrag im vergangenen Jahr ausgelaufen war, schaffen damit erneut einen Ort für nicht-kommerzielle Kunst, Kultur und Politik. Ende des Jahres soll nach einigen Bauarbeiten der Umzug beginnen. 
 

Quelle: http://az-koeln.org/
„Auch das neue AZ wird ein Ort lebendiger politischer Bewegungen sein. Wir haben uns diesen Raum erkämpft, um eine langfristige Alternative zur kommerziellen Kultur in der Stadt zu schaffen“, so Mischa Thalberg, die sich seit Jahren im AZ engagiert. Neben politischen und kulturellen Veranstaltungen soll es wieder Räume für Musik, Kunst und Sport, Holz- und Fahrradwerkstätten sowie Arbeitsräume für selbstorgani-sierte Initiativen geben.
 
Trotz der vertraglichen Einigung üben die AktivistInnen scharfe Kritik an der Kölner Stadtpolitik: „MieterInnen werden aus ihren Wohnungen verdrängt, Studierende schlafen in Notunterkünften, und Jugendzentren werden kaputt gespart. Zusätzlich wurden unserem selbstverwalteten Projekt in der Vergangenheit massiv Steine in den Weg gelegt, obwohl sich das AZ seit Jahren selbst trägt und der Stadt keinerlei Kosten entstehen“, so Mischa Thalberg. Für die AktivistInnen ist klar: Sie werden das neue AZ erst dann wieder verlassen, wenn ihnen die Stadt Köln ein geeignetes Gebäude ohne Nutzungsfrist anbietet.

AZ Köln-Kalk kurz vor der Vertreibung durch die Stadtoberen
NRhZ-Archiv
 
Dem Vertragsabschluss ging eine lange Auseinandersetzung um ein selbstverwaltetes Zentrum in Köln voraus. Das Auslaufen des Nutzungsvertrags der ehemals besetzten KHD-Kantine in Köln-Kalk und die fehlenden Alternativangebote der Stadt hatten vergangenes Jahr spektakuläre Proteste ausgelöst. Nach langen Verhandlungen stellte die Stadt den AktivistInnen schließlich das Gebäude an der Luxemburger Straße zur Verfügung und bot bis zum Einzug vorübergehend Räume am Eifelwall an. Bis zum Umzug müssen die AktivistInnen noch zahlreiche Sanierungsarbeiten durchführen sowie Brandschutzauflagen erfüllen.
 
Eine ganze Woche – noch im Laufe der NRW-Herbstschulferien – haben AZ-AktivistInnen mit Bauarbeiten in der Luxemburgerstraße 93 schon einiges vorangebracht, um dann möglichst bald mit dem Umzug zu beginnen. Aber vorher stünden noch einige größere Bauarbeiten sowie viele kleinere und größere Renovierungen und Verschönerungen auf dem Plan. Bei diesen Arbeiten werde "auf jeden Fall für alle etwas dabei sein", heißt es in einer Internetmitteilung des AZ. "Dabei versuchen wir natürlich auch alle MithelferInnen mit leckerem veganem Essen und feinster musikalischer Beschallung bei bester Laune zu halten. Für Leute, die von außerhalb Köln anreisen, organisieren wir natürlich gerne Schlafplätze, Platz für Wägen ist reichlich vorhanden." Aktuelle Infos zum bisherigen Stand der Bauarbeiten in der Luxemburger Straße 93 und benötigte Materialen und Werkzeug finde man hier: http://az-koeln.org/lux93 (PK)
 


Online-Flyer Nr. 482  vom 29.10.2014

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