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Aktueller Online-Flyer vom 26. August 2016  

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Lokales
Kooperation zwischen Jobcenter Rhein-Sieg und dem Kreisjugendamt
Zu Lasten der Eltern?
Von Hans Georg

Der Kreistagsfraktion DIE LINKE Rhein-Sieg liegen Hinweise vor, wonach es eine Zusammenarbeit zwischen dem Kreisjugendamt und dem Jobcenter Rhein-Sieg gibt, die dazu genutzt wird, Sozialleistungsempfänger unter Druck zu setzen.

 


Frank Kemper, Gemeindevertreter Die Linke,
protestiert gegen Jobcenter
Quelle: Ratsblatt

 

Im vorliegenden Fall wurde dazu eine Meldung wegen einer angeblichen Kindeswohl-gefährdung vom Jobcenter Rhein-Sieg an das Kreisju-gendamt abgesetzt. Grund dafür war, dass die Betroffenen Eltern beim Jobcenter An- sprüche geltend gemacht hatten, die dieses nicht aner- kennen wollte. Die Eltern fragten daraufhin. wie sie denn ihre Kinder anständig groß- ziehen sollten, wenn Ihnen die Ansprüche verwehrt blieben.
 
Das Kreisjugendamt überprüfte die Meldung laut Mitteilung des von Frank Kemper, Gemeindevertreter der Linken mittels eines nicht angekündigten Hausbesuches und stellte unter anderem fest: “Die Kinder wirken nicht verhaltensauffällig oder grenzüberschreitend, insgesamt hinterlassen sie einen unauffälligen Gesamteindruck.” Dennoch habe das Kreisjugendamt ein Gerichtsverfahren angestrengt. Dabei wurde unter anderem suggeriert, dass die Kinder viele unentschuldigte Fehlstunden in der Schule angehäuft hätten. Diese Aussage widerspreche den vorliegenden Unterlagen.
 
Das zuständige Gericht hat zwischenzeitlich beschlossen und bekanntgegeben: „Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung, die eine Maßnahme nach § 1666 BGB erforderlich machen würden, sieht das Gericht nicht. Das Verfahren wird abgeschlossen.“ Der Kreistagsfraktion DIE LINKE Rhein-Sieg will daher mit einer Anfrage erfahren, wie sich der Sachverhalt aus Sicht des Kreisjugendamtes darstellt. Darüber hinaus will die Linksfraktion wissen, ob es ähnlich gelagerte Fälle gibt.
 
Dazu Frank Kemper, Kreistagsabgeordneter für DIE LINKE im Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises: “Aufgabe des Kreisjugendamts wäre es gewesen, sich nach Überprüfung der Meldung beim Jobcenter Rhein-Sieg dafür einzusetzen, dass der Familie alle berechtigten Ansprüche zuerkannt werden. Schließlich soll das Kreisjugendamt die Interessen der minderjährigen Kinder vertreten. Dass stattdessen ein Sorgerechtsverfahren angestrengt wurde, ist ein Skandal.”
 
Michael Otter, Fraktionsvorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Kreistag des Rhein-Sieg-Kreis ergänzt: “Hinsichtlich der Ereignisse im Fall Anna in Königswinter erwarten wir eine hohe Wachsamkeit zum Wohle der Kinder. Dies darf aber nicht als Freibrief verstanden werden, dass ohne entsprechende Faktenlage in Familien eingegriffen wird. Daher verlangen wir von der Kreisverwaltung Aufklärung in diesem Sachverhalt.” (PK)
 


Online-Flyer Nr. 480  vom 15.10.2014

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