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Aktueller Online-Flyer vom 25. April 2019  

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Globales
Ehemaliger CDU-Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung im Interview
Willy Wimmer: Krieg wird konsequent vorbereitet
Von Ken Jebsen

Am 17. Juli kam es zehntausend Meter über der Ukraine zu einer Flugzeug-Katastrophe, die hunderte Menschen das Leben kostete. Die meisten Opfer kamen aus den Niederlanden. Kaum war die Malaysische Boing MH 17 als havariert bekannt, wurde über den Hebel der West-Presse ein Schuldiger konstruiert. Russland, in Person von Wladimir Putin.
 

Willy Wimmer
Aber: Was wissen wir wirklich über den Absturz der MH 17? Wissen wir wirklich, ob es sich um einen Abschuss handelte, oder kann es sich um eine andere Absturzursache handeln?
Wissen wir, wo exakt die Maschine Probleme bekam? Gibt es die entsprechenden Daten, oder gib es sie nicht?
 
Die gute Nachricht: Ja, diese Daten gibt es. Erstens wurden die Flugschreiber der MH 17 gefunden. Sie sind unbeschädigt und müssen nur ausgelesen werden. Zweitens wird der gesamte Luftraum über der Ukraine flächendeckend überwacht. Von Russland selber, aber vor allem von den USA.
 
Es gibt ein flächendeckendes Satellitennetz, das aus dem Orbit blickend ein Gesamtbild des Luftraumes liefert, aber es gibt darüber hinaus die AWACS-Flugzeuge der USA, die im deutschen Geilenkirchen stationiert sind und jeden Winkel der Ukraine ausspähen.
Alles, was man über den Absturz der MH 17 wissen müsste, um diese Havarie lückenlos aufzuklären, ist bekannt. Wo aber bleibt das Offenlegen dieser Daten? Warum wird der Flugschreiber in England ausgelesen, wo doch bekannt ist, wie die englische Regierung zu Putin steht? Ist hier ein manipuliertes Ergebnis auszuschließen? Es drängt sich immer mehr der Eindruck auf, dass die NATO alles unternimmt, um einen Krieg gegen Moskau vom Zaun zu brechen. „Europa soll fit gemacht werden für einen Krieg!“
 
Zu diesem Ergebnis kommt erneut Willy Wimmer (1). Wir sprachen mit ihm über den Fall „MH 17“, die Hetz-Presse gegen Putin, über das falsche Spiel der amerikanischen, britischen, aber auch der deutschen Politik, und über Doppelstandards. Während man Moskau und damit Putin als Dämon Nr. 1 darstellt, der sich einen Dreck um internationales Recht und das Völkerrecht schert, können wir im Irak sehen, was westliche Politik final leistet. Ebenfalls Thema sind die Verbrechen an der Bevölkerung in Gaza.
 
Willy Wimmer kommt zu dem Schluss, dass wir entweder Organisationen stärken müssen, die auf Diplomatie setzen und die bereits existieren, oder aber wir unser blaues Wunder erleben werden. Krieg wird in Europa nicht immer wahrscheinlicher, so Wimmer. Er wird konsequent vorbereitet. (PK)
 
(1) Willy Wimmer (*1943) gehörte 33 Jahre dem Bundestag an. Zwischen 1985 und 1992 war der Rechtsanwalt aus Mönchengladbach-Rheydt zunächst verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion und dann Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung. Von 1994 bis 2000 war er Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Zur Bundestagswahl 2009 trat er nicht mehr an. (PK)
Mehr Informationen finden Sie in einem Telefongespräch von Ken Jebsen mit Willy Wimmer unter
 


Online-Flyer Nr. 469  vom 30.07.2014

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