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Aktueller Online-Flyer vom 18. Oktober 2017  

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Wirtschaft und Umwelt
Städte in NRW schalten Umweltzonen endlich auf ‘grün‘
Stickstoffdioxidproblem bleibt jedoch ungelöst
Von Dirk Jansen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt die längst überfällige Verschärfung der Umweltzonen zur Senkung der Feinstaub-Belastung in NRW. Nun müssten schnellstmöglich auch weitere Verursacher von Feinstaub und Dieselruß wie Binnenschiffe, Baumaschinen, Dieselloks und Industrie stärker ins Visier genommen und das Problem der hohen Stickstoffdioxid-Werte angegangen werden.
 
Seit Dienstag (1.7.2014) wird in zehn zusätzlichen Umweltzonen in NRW eine grüne Umwelt-plakette für die Einfahrt obligatorisch. Neben der gesamten Umweltzone Ruhrgebiet ist dies u.a. in den Umweltzonen Köln, Düsseldorf und Bonn der Fall. Als einzige Stadt mit Umweltzone in NRW wird dann Münster weiterhin die Einfahrt mit gelber Plakette erlauben.
 
„Dass die Umweltzonen in allen wichtigen Ballungsgebieten in NRW erst Mitte 2014 und damit 4 ½ Jahre später als in anderen Städten im Bundesgebiet auf ‘grün‘ geschaltet werden, zeigt den Stellenwert den die Gesundheit der Bürger und das Klima in der Politik genießen. Hätte die Politik sich getraut die Umweltzone bereits früher zu verschärfen, wären den Bürgern etliche Tonnen Dieselruß erspart geblieben“, ärgert sich Kerstin Ciesla, stellvertretende Vorsitzende des BUND Nordrhein-Westfalen. Dieselruß ist ein besonders feiner und dadurch besonders gefährlicher Bestandteil des Feinstaubs und kann durch Rußfilter nahezu komplett aus den Abgasen gefiltert werden. Dieselruß kann zu Lungenkrebs, Asthma, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen führen.
 
Deshalb ist die aktuelle Verschärfung längst überfällig, auch wenn einzig der Straßenverkehr und damit nur ein Teil der Feinstaubverursacher betroffen sind. Der BUND fordert deshalb darüber hinaus auch die Einbeziehung weitere Emittenten wie Binnenschiffe, dieselbetriebene Schienenfahrzeuge und Baumaschinen in die Umweltzonenregelung. „Das Land NRW und die Kommunen sind gefordert ihre Ausschreibungen für Baustellen der öffentlichen Hand so auszugestalten, dass der Einbau von Partikelfiltern verbindlich vorgeschrieben ist. Darüber hinaus muss auch der Eintrag der Industrie deutlich reduziert werden“ fügt Ciesla an.
 
All diese Maßnahmen können aber nur wirken, wenn durch strickte Kontrollen der Vorgabe der Umweltzone überprüft und möglichst wenig Ausnahmegenehmigungen erteilt werden. Nur so kann die Umweltzone ihren maximalen Nutzen zur Reduktion von Dieselruß und Feinstaub voll entfalten.
 
Ein weiteres Problem der Städte in NRW, die hohe Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2), wird durch die aktuellen Umweltzonen-Regelungen aber leider nicht gelöst. In diesem Zusammenhang ist auch die Bundesregierung gefragt, den Kommunen bessere Handlungsmöglichkeiten zur NO2-Reduktion an die Hand zu geben. “Um Maßnahmen wie die Reduzierung des Autoverkehrs oder der Einsatz von Fahrzeugen mit modernsten Abgasstandards(Euro 6/VI) zu ergreifen, müssen Land und Kommunen aber nicht auf die Bundesregierung warten, die können und müssen schon jetzt auf den Weg gebracht werden“, meine ich als, Geschäftsleiter des BUND Nordrhein-Westfalen.
 
Ein Großteil der NO2-Immissionen stammen aus dem motorisierten Straßenverkehr und da Strafzahlungen der EU wegen Nichteinhaltung der Grenzwerte drohen, muss dort schnell gehandelt werden. Eine Abkehr von der seit Jahrzehnten betriebenen Betonpolitik mit immer neuen Straßen, hin zu einer neuen Art der Stadtplanung inklusive einer massiver Stärkung des Umweltverbundes aus Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr, muss jetzt auf den Weg gebracht werden! (PK)
 
Dirk Jansen ist Geschäftsleiter des BUND Nordrhein-Westfalen
Mehr Infos zur Wirksamkeit von Umweltzone: http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/mobilitaet/140519_bund_mobilitaet_und_sie_wirkt_doch_faltblatt.pdf 
 


Online-Flyer Nr. 465  vom 02.07.2014

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