NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung - Logo
SUCHE
Suchergebnis anzeigen!
RESSORTS
SERVICE
Unabhängige Nachrichten, Berichte & Meinungen
Aktueller Online-Flyer vom 18. Dezember 2017  

zurück  
Druckversion

Lokales
Aktionstag zum Bildungsstreik 2014 in Köln am Dienstag, 3. Juni
Luftballons für Veränderungen
Von Peter Kleinert

Am Bildungsstreik 2014 beteiligten sich bereits tausende Studierende. Nun ist Köln am Zug und ruft zum Aktionstag am 3.Juni und zur Demonstration am 25.Juni auf. "Im Bildungssystem, insbesondere der Hochschullandschaft, türmen sich zahlreiche Probleme auf, die zwingend angegangen werden müssen", heißt es in einer Pressemitteilung von der Linken und vom SDS. 
Mit 300 gelben Luftballons sollen Studierende am Dienstag von 10:00-14:30 Uhr auf dem Albertus-Magnus Platz vor dem Hauptgebäude ihre Wünsche und Forderungen an das Bildungssystem verschicken. Sie seien auch ein Symbol an das Rektorat der Uni Köln: "Wir lassen uns nicht verarschen! Bei der Teilnahme an der Exzellenzinitiative wurde versprochen, dass diese nicht zu Lasten der Lehre geht. Nun sollen ProfessorInnenstellen gestrichen werden, ExzellenzprofessorInnen wurden teilweise von der Lehrverpflichtung befreit, MitarbeiterInnen hangeln sich von einem prekären Monatsvertrag zum nächsten und wir sollen zusehen, wie das Unternehmen Hochschule unser Lehrangebot weiter einschränkt. Nicht mit uns!" teilt Luisa Schwab von campus:grün köln mit.
 
Für freie und solidarische Bildung in der Kölner Hochschullandschaft sei es erforderlich, dass der grundlegende Zugang zu Hochschulen ohne Leistungs- und Konkurrenzdruck ermöglicht wird. Dafür müssten Studienplätze für alle geschaffen werden, die ein Studium aufnehmen wollen und für alle, die einen Master anstreben. Der Numerus Clausus (NC) als ein Mittel zum Aussieben von Studierwilligen gehöre abgeschafft. Auch die Regelstudienzeit als Instrument um Lernende schnellstmöglich durchzuschleusen widerspreche der freien Bildung und beachte nicht die verschiedenen Lebensbedingungen der Studierenden.
 
David Gerhard von der Hochschulgruppe Sozialwissenschaften meint: "Regelstudienzeit und Studienplatzknappheit stehen angemessenen Lernbedingungen entgegen. Die Landesregierung setzt dennoch auf Zwangsexmatrikulationen anstatt auf die Schaffung eines vernünftigen Lernumfelds. Bildung passt einfach nicht in 6 Semester!"
 
Bildung und Wissenschaft basiere auf Freiheit und Zusammenarbeit. Freiheit, die allen Bildung ermögliche und Freiheit, in der Forschungs- und Bildungsthemen durch Lernende, Lehrende und WissenschaftlerInnen selbst ausgewählt werden können, ohne dass finanzieller Druck eine Rolle spielt. Ebenso könne ein Austausch erlangten Wissens und somit auch neuer Ideen und Ergebnisse nur durch kooperatives Verhalten erfolgen. Doch dem stehen intransparente Prozesse, wie die Mittelvergabe innerhalb der Forschungsgemeinschaft, Geheimverträge, Konkurrenzdruck und ein starres, verschultes Bildungssystem entgegen.
Das Bündnis für den Bildungsstreik 2014 ist von der Landesregierung enttäuscht: "Das Reförmchen zum Hochschulfreiheitsgesetz in NRW schafft es nicht diese Probleme anzugehen. Stattdessen lässt sich Wissenschaftsministerin Schulze von den Lobbys der Unternehmen und Rektorate herumschubsen und hat nicht den Mumm Transparenz herzustellen."
 
Bundesbildungsministerin Wanka habe versucht, mit der Umsetzung einzelner Punkte des Koalitionsvertrags der GroKO auf Proteste zu reagieren. Doch die ersehnte Förderung des Bildungs- und Wissenschaftssystems bleibe aus. Die Finanzierung des BAföG seitens des Bundes entlaste zwar die Länderhaushalte, doch ungeklärt bleibe, ob die freiwerdenden Gelder weiterhin im Bildungsbereich verbleiben. Auch müssten die Studierenden nun noch weitere 4 Semester auf die BAföG- Reform warten, was angesichts der Lebenshaltungskosten in Köln grotesk sei.
 
"Die hohen Mieten in Köln können von dem BAföG-Satz kaum bezahlt werden. Neben einer schnellen Anpassung des BAföG-Satzes und einer Reformierung hin zu einem eltern-, alters- und herkunftsunabhängigem BAföG ist auch die Stadt Köln aufgefordert sofort sozialen Wohnraum zu schaffen und Mietpreisgrenzen festzulegen", erklärt Simon Eberhardt von DieLinke.SDS Köln abschließend. (PK)
 
Kontakt: Luisa Schwab
luisa.schwab@campusgruen.de
0151 41603794


Online-Flyer Nr. 460  vom 02.06.2014

Druckversion     



Startseite           nach oben

KOSTARIKATUREN


Von Kostas Koufogiorgos
FOTOGALERIE