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Aktueller Online-Flyer vom 23. Oktober 2017  

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Wirtschaft und Umwelt
Große Koalition plant Eingriffe in die Ökostromförderung
Die Wahrheit über die Energiewende
Von Franz Alt und Peter Kleinert

Die angehenden Berliner Groß-Koalitionäre planen heftige Eingriffe in die bisherige Ökostrom-Förderung wie in der vergangenen Woche bekannt wurde. Der Entwurf eines Papiers für die schwarz-roten Koalitionsverhandlungen beginnt zwar mit der schönen Beschwörung: „Die Energiewende war und ist ein richtiger und notwendiger Schritt auf dem Weg in eine Industriegesellschaft, die dem Gedanken der Nachhaltigkeit und der Bewahrung der Schöpfung verpflichtet ist.“ Aber danach kommt es umso dicker.
 

Franz Alt auf einer Kundgebung
 NRhZ-Archiv
 
Der Ökostromanteil soll nach den Vorstellungen der SPD bis 2020 “mindestens 40%“ betragen und bis 2030 auf 75% gesteigert werden. Die Union will aber nur „35% bis 40%“ bis 2020 und lediglich 50% bis 55% bis 2030.
 
Fünf Beispiele, die deutlich machen, dass diese Koalition bei der Energiewende tatsächlich weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt:
 
Die offshore-Windenergie soll weiter wie geplant gefördert werden. Aber bei Windparks an Land sind starke Einschnitte sowohl an windschwachen wie an windstarken Standorten vorgesehen. Dies ist vor allem in Interesse der alten Energiewirtschaft und nicht im Sinne einer intelligenten, bürgernahen Energiewende.
 
Der Emissionshandel soll kaum gestärkt werden. Das ist wiederum im Interesse der alten, großen Vier RWE, Eon, Vattenfall und EnBW.
 
Alle Investoren der Erneuerbaren Energien müssen mit weiteren erheblichen Kürzungen der Einspeise-Vergütungen rechnen. Auf diese Art und Weise sollen die Kosten des Ausbaus der Erneuerbaren begrenzt werden.
 
Ziel der EEG-Reform ist, dass „alle Erneuerbaren künftig ihren Strom selbst vermarkten“ – bis auf Kleinanlagen. Solche Formulierungen werden Banken und potentielle Investoren nicht ermuntern, in die Finanzierung von Erneuerbare-Energie-Anlagen einzusteigen.
 
Wind- und Solarparks sollen wegen ihrer schwankenden Stromeinspeisung ein „Netzstabilisierungsentgelt“ bezahlen.
 
Wie zu hören ist, wirkten an diesem Papier zwar die alten Energieversorger wie Vattenfall mit, nicht aber die Verbände der Erneuerbaren Energien.
 
Gegen diese Pläne regt sich in der Branche der Erneuerbaren zu Recht Widerstand. Hermann Falk, Chef des Bundesverbandes der Erneuerbaren Energien, BEE: „So wird die künftige Bundesregierung ihre eigenen Klimaschutzziele mit Sicherheit verfehlen.“
 
 
Warum uns die Energiewende zu Gewinnern macht
 
Bereits ein Viertel unseres Bedarfs wird durch Öko-Strom gedeckt: Die Energiewende hat Deutschland zum Vorreiter alternativer Energiequellen gemacht. Doch warum sind wir immer noch von Öl, Gas, Kohle und Atomstrom abhängig? Warum stehen Lobbyisten weiter unter dem Schutz der Politik? Franz Alt deckt in seinem neuen Buch auf, wer die Energiewende bremst und warum sie dennoch alternativlos ist.
 
Der 1938 geborene Fernsehjournalist und langjährige Berater von Regierungen und Konzernen legt eine brisante Analyse vor, die Lobbyisten, Energiemultis und Politikern nicht gefallen wird. Franz Alt war zwanzig Jahre Leiter und Moderator von "Report Baden-Baden" und bis 2003 Leiter der Zukunftsredaktion des Südwestrundfunks. Er wurde von der Europäischen Kommission mit dem ersten "Europäischen Solarpreis für Publizistik" ausgezeichnet und hält jährlich hunderte Vorträge im gesamten deutschsprachigen Raum. Mehr über seine aktuelle publizistische Arbeit erfahren Sie unter http://www.sonnenseite.com/ (PK)
 
Das neue Buch "Auf der Sonnenseite - Warum uns die Energiewende zu Gewinnern macht" erschien am 12.03.2013 bei PIPER, 272 Seiten, Taschenbuch kartoniert, ISBN: 978-3-492-30351-4, € 9,99 [D], € 10,30 [A], sFr 14,90


Online-Flyer Nr. 432  vom 13.11.2013

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