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Aktueller Online-Flyer vom 17. Dezember 2017  

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Lokales
Weiter freien Zugang für alle zum Rather See anstatt teure Wasserskibahnen!
Petition an die Stadt Köln
Von Marika Jungblut

Gerade habe ich auf www.openPetition eine Petition unterschrieben, die Sie interessieren könnte. Hierauf aufmerksam wurde ich durch die NaturfreundInnen, AG Rather See in Köln-Kalk. Nach dem Willen der Stadt Köln soll nämlich ein großer Teil des Rather Sees zukünftig nicht mehr öffentlich zugänglich sein, sprich privatisiert werden. Jetzt wäre es – wenn genügend Menschen diese Petition unterschreiben – noch möglich und richtig, den Zugang für die Öffentlichkeit zu legalisieren und Naturschutz-Zonen einzurichten.

Rather See
Quelle: https://www.openpetition.de
  
Stattdessen soll nun nach dem Willen der Verantwortlichen bei der Stadt Köln eine winzige Ecke des Sees zu einem kostenpflichtigen Strand werden, während 3 Wasserskibahnen den Großteil des Sees für sich beanspruchen dürften und der Rest für die Öffentlichkeit gesperrt wird.
 
Aufgrund der Finanzlage der Kommunen werden Freibäder geschlossen und öffentlich zugängliche Erholungsgebiete immer häufiger privatisiert. So bleibt der Zugang zu Freizeit- und Erholungsgebieten denjenigen, die ein geringes Einkommen haben, sowie Kindern und Jugendlichen zukünftig immer öfter verwehrt.
 
Jeder hat das Recht auf Freizeit und Erholung. Deshalb unterzeichnet bitte auch diese Petition und leitet sie an Freunde, Organisationen und Gruppen weiter. Nutzt Eure Netzwerke, sodass noch möglichst viele Menschen informiert werden und unterzeichnen.
 
Die Petition im Wortlaut
 
Der Rather See in der Nähe von Köln, auch Neubrücker Baggerloch genannt, wird seit Jahren von den Einwohnerinnen und Einwohnern der umliegenden und ferneren Stadtteile als Naherholungsgebiet genutzt. Jetzt, da die Auskiesung beendet ist, besteht endlich die Möglichkeit, diese Nutzung zu legalisieren, den See für alle zugänglich zu machen und richtige Naturschutz-Zonen einzurichten. Stattdessen soll nun nach dem Willen der Stadt eine winzige Ecke des Sees zu einem kostenpflichtigen Strand werden, während drei Wasserskibahnen den Großteil des Sees für sich beanspruchen und der Rest für die Öffentlichkeit gesperrt wird.
 
Wir fordern den sofortigen Stopp aller diesbezüglicher Maßnahmen und eine Revidierung der entsprechenden Entscheidungen in den zuständigen städtischen Organen! Der Rather See muss frei zugänglich gemacht werden. Wir wollen ein Naherholungsgebiet für alle Einwohnerinnen und Einwohner. Ohne Behinderung durch Wasserskiaktivitäten, ohne Eintrittspreise und Öffnungszeiten.
 
Begründung:
 
Der Rather See ist für uns ein Naherholungsparadies. Das ganze Jahr hindurch nutzen Menschen aller Einkommensklassen mit und ohne deutschen Pass den See zum Spazierengehen, Hunde ausführen, Nacktbaden, angezogen Baden, Grillen, Musikmachen, Feiern, Angeln, Entspannen. Trotz der Lage nahe der Autobahn und in der Einflugschneise des Flughafens hören wir hier die Vögel zwitschern und können für einen Moment vergessen mitten in der Stadt zu sein.
 
Wir möchten den See genau so nutzen wie wir es jetzt tun!
 
Nach dem Abitur feiern die SchülerInnen hier den Sommer, Studierende lesen zwischen den Badegängen ihre Bücher, RentnerInnen ziehen ihre Rückenschwimmbahnen, Hunde toben sich beim Bällchenholen aus, romantisch Veranlagte kommen auch schon morgens um 5 Uhr zum Sonnenaufgang, andere bleiben bis spät nachts am Lagerfeuer. Manchmal machen welche Musik, Familien picknicken oder feiern Kindergeburtstage. Hartnäckige SchwimmerInnen durchkreuzen den ganzen See und kommen sogar bei Regen. Viele baden gerne nackt. Und die Leute vom Angelverein, die den See seit Jahrzehnten nutzen, treiben in ihren Bötchen über den See.
 
Es ist genau dieses Idyll und das weitgehend harmonische Miteinander der unterschiedlichen Nutzungen, das wir erhalten möchten. Durch seine Lage zwischen dem eher armen Stadtteil Neubrück und dem wohlhabenderen Rath treffen sich hier Menschen mit den unterschiedlichsten sozialen Hintergründen und lernen sich kennen.
 
Durch die Planungen der Stadt wäre es mit all dem vorbei: Grillen, Hunde baden, Lagerfeuer und Nacktbaden sind in einem kommerziellen Bad sicher nicht erlaubt, mit 25m entspricht die Schwimmzone gerade mal einem kleinen Becken – von richtigem Schwimmen kann keine Rede mehr sein; und die Ärmeren unter uns könnten sich das Baden nicht mehr leisten. Wer auf Hartz IV Niveau lebt, für den sind schon wenige Euro eine enorme Hürde.
 
Wir schlagen vor, dass mindestens drei Viertel des Sees gut zugänglich gemacht und als Badebereiche deklariert werden; ein Teil davon als FKK Bereich. Daneben sollen abgesperrte Naturschutzzonen am Ufer eingerichtet werden. Der Rundweg um den See muss erhalten bleiben. Entlang des Weges und an die Badebereiche müssen Mülleimer aufgestellt werden, die von der AWB geleert werden. Der Angelsportverein Rath-Heumar von 1974 soll sein Recht der Gewässerbewirtschaftung in vollem Umfang behalten.
 
Im Namen aller Unterzeichner/innen der Petition, die Sie hier unterzeichnen können:
https://www.openpetition.de/petition/online/freier-zugang-fuer-alle-zum-rather-see-und-keine-wasserski-anlage
(PK)

Marika Jungblut kandidiert zur Bundestagswahl im ehemaligen Kreis Aachen für DIE LINKE. Für sie ist die immer weiter fortschreitende Privatisierung von öffentlichen Naherholungsgebieten und damit das Ausschließen eines Großteils der Bevölkerung nicht mehr hinnehmbar. Sie engagiert sich in Bürgerinitiativen und, ist Mitglied bei den Naturfreunden, wodurch sie auf diese Petition aufmerksam wurde.
 


Online-Flyer Nr. 419  vom 14.08.2013

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