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Aktueller Online-Flyer vom 28. April 2017  

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Lokales
Bürgerinitiative "Tschoe RheinEnergie" antwortet der Kölner RheinEnergie:
Rechtliche Schritte behalten wir uns vor
Von Alfons Kloeck

Die Bundeskanzlerin berichtet stolz, dass Deutschland Mitte 2013 25% seines
Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen deckt. Alle politischen Parteien haben Ziele für den Anteil der Erneuerbaren bis 2020. Die schwarzgelbe Koalition mindestens 35%, die Grünen 40%, die SPD neuerdings 40-45%. Die Grünen wollen bis 2030 100%. Regierungen und Versorger veröffentlichen ihre erneuerbaren Energieanteile. Sogar die RWE AG weist auf ihrer Website den Anteil der Erneuerbaren an ihrer Energieerzeugung aus (5,5%)(1). Die Anteile der Erneuerbaren Energie in Prozent der Energieerzeugung anzugeben ist jetzt
mainstream und wird von der Bevölkerung verstanden.


 
Die RheinEnergie (RE) produzierte Ende 2012 4% Erneuerbare Energie. Unsere B.I. hat das mit Zahlen von der RheinEnergie berechnet und schreibt das seit einem Jahr an die Politiker und an die Rheinenergie, ohne Widerspruch zu erhalten. RE plant 8% Erneuerbare bis 2020. Der Grüne Stadtrat Gerd Brust erklärte in einem Leserbrief an die NRhZ, dass die RE einen großen Nachholbedarf habe.(2)
 
Die RE veröffentlicht aber ihren erneuerbaren Energieanteil nicht. Sie setzt auf ihre Website die Zahl 15% als “Anteil der Erneuerbaren Energiequellen an der Energieerzeugung”. Obwohl zweimal das Wort Energie darin vorkommt, soll der Verbraucher dies, laut Herrn Preuß von der RE, als den „Anteil der installierten Leistungen“ interpretieren. Das sind die theoretisch maximalen Leistungen der Anlagen. Die RE addiert die maximale Leistung der Fotovoltaik (bei voller Sonne) zu der maximalen Leistung der Windräder (bei Starkwind), usw. und dividiert das durch die maximale Leistung der fossilen Anlagen. Dabei kommt eine Zahl heraus, die ohne physikalische Bedeutung, mindestens ungebräuchlich, sogar
irreführend ist. Der Verbraucher kann selber den 4% „Energieanteil“ nicht errechnen. Er hat die Daten nicht. Der Verbraucher wird getäuscht.
 
Als die RheinEnergie im Januar 2011 das halbe Kohlekraftwerk in Rostock kaufte, sank die Zahl von 15% auf 10%. Das erklärte Herr Preuß im Oktober 2011 während einer Anhörung unserer B.I. im Stadtrat in seiner Antwort auf die Frage eines Stadtrates, wie viel Erneuerbare Energie die RE damals aktuell habe. Die korrekte Antwort wäre 4% gewesen. Eine direkte Täuschung der Stadträte. Zwei Jahre nach dem Kauf von Rostock standen die 15% noch immer auf der Website und wurden nicht revidiert, wie Herr Preuß behauptet, sondern ersatzlos gestrichen nach einem Brief, 4 Emails und circa 10 Telefonaten unserer B.I.
 
Wenn die RE die unsinnige Zahl des „Anteils der installierten Leistungen“ aufs Neue veröffentlicht, werden wir prüfen lassen, ob dieses als Verbrauchertäuschung gewertet werden kann. Entsprechende rechtliche Schritte behalten wir uns vor.
 
Dieser aktuelle Artikel von "Tschoe RheinEnergie" ist eine Antwort auf eine Reaktion der RheinEnergie vom 11. Juni auf einen kritischen Beitrag von Tschoe RheinEnergie, den die Bürgerinitiative am 9. Juni in report-k.veröffentlicht hatte.(3) Diesen können Sie unter dem hier folgenden RheinEnergie-Artikel lesen.
 
(1) http://www.klima-luegendetektor.de/wp-content/uploads/2013/07/rwe_augenhoehe_31.jpg
(2) http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=19207
(3)  http://www.report-k.de/Wirtschaft/Lokales/Buerger-Initiative-Tschoe-Rheinenergie-wirft-Rheinenergie-Greenwashing-vor-20199
  
Tschoe RheinEnergie ist ein Kölner Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern mit Alfons Kloeck, als Ansprechpartner unter der E-Mail-Adresse info@tschoe-rheinenergie.de erreichbar.
 
RheinEnergie am 11.6. zu Vorwürfen von "Tschö RheinEnergie“
 
Die Gruppe um Herrn Alfons Kloeck mit dem Namen „Tschö RheinEnergie“ hat per Pressemitteilung der RheinEnergie vorgeworfen, sie habe „Greenwashing“ betrieben und bewusst falsche Anteile an Erneuerbarer Energie aus ihren eigenen Anlagen veröffentlicht.

Quelle: fc-koeln.de
 
Erst nach Hinweisen und auf Druck der Bürger habe sie die Werte angepasst. Als Beleg dafür nennt der Absender einen Text aus dem Internetangebot der RheinEnergie, in dem ausgesagt wird, die RheinEnergie verfüge über rund 15 Prozent Anteil an Erneuerbarer Energie. Herr Kloeck als der Verantwortliche für die Pressemeldung lässt aber offen, auf welche Vergleichsgröße sich diese Angabe bezieht und unterstellt, das Unternehmen habe bewusst zu hohe und falsche Werte genannt.
 
Diese Darstellung ist falsch, und wir weisen sie entschieden zurück. Die von Herrn Kloeck beanstandete Zahl steht im klaren Kontext unserer Erzeugungskapazitäten und bezieht sich ausschließlich darauf. Wir haben auf der Internetseite klar geschrieben: „Es ist uns gelungen zwischen 2007 und 2009 den Anteil der Erneuerbaren Energiequellen an der Energieerzeugung von unter einem auf knapp 15 Prozent zu steigern.“ Direkt darunter berichten wir über den Erwerb von 19 Windparks in ganz Deutschland mit einer Gesamtleistung von rund 100 Megawatt.
 
Dazu stellen wir fest:
• Zum Zeitpunkt der Aussage hatten wir aktuell die 19 Windparks erworben und bilanziell aufgenommen. Zum selben Zeitpunkt verfügte die RheinEnergie über eine installierte elektrische Erzeugungsleistung von rund 650 Megawatt; die 100 Megawatt Windkraft plus ein weiterer Anteil Bioenergie/Photovoltaik entsprechen zusammen somit den dargestellten knapp 15 Prozent Erzeugungsleistung.
• Mit Erwerb des 50-Prozentanteils am Steinkohlenkraftwerk in Rostock im Lauf des Jahres 2011 veränderten sich die Verhältnisse entsprechend hin zu einem größeren Anteil der konventionellen Energieerzeugung. Als der Anteil Rostock erstmals voll bilanziert wurde, haben wir anschließend die Aussage im Internet revidiert – ohne äußeren Anstoß dafür. Die Änderung erfolgte im Rahmen des üblichen Pflegeturnus unserer Internetseiten.

Herr Kloeck verlangt, dass wir AUSSCHLIESSLICH den Anteil der aus erneuerbaren Quellen erzeugten Energie ausweisen, also die Mengen. Er wirft uns vor, die Darstellung der Leistung sei nicht statthaft und irreführend.
Dazu stellen wir fest:
• Wir haben die Bezüge stets eindeutig angegeben und in der von ihm kritisierten Darstellung deutlich gemacht, dass es um Erzeugungskapazitäten geht.
• Herr Kloeck stellt falsch dar, dass wir an anderer Stelle und sehr korrekt natürlich
auch die erzeugten Mengen erst seit seiner expliziten Forderung dazu ausweisen.
Wir hatten nie Anlass, die Zahlen zu verschweigen und veröffentlichen sie regelmäßig aktiv, zuletzt etwa im Newsletter „Energie & Klima 2020“, Ausgabe 4/2012, Seite 2 unten.
• Wir haben uns in der Vergangenheit gegenüber Herrn Kloeck stets gesprächsbereit gezeigt; zuletzt haben Vertreter der RheinEnergie im Dezember 2012 ein ausführliches, mehrstündiges Gespräch zu den Aspekten unseres Kraftwerksbauvorhabens Niehl 3 mit ihm und weiteren Menschen aus seinem Umfeld im Heizkraftwerk Niehl geführt.
• Ihm ist bekannt, welche immensen Klimaschutzbeiträge unsere hoch effizienten Gasund (!) Dampfturbinenanlagen in Verbindung mit einem hohen Fernwärmeantei l in Köln leisten. Dazu hat er sogar von uns eine sehr ausführliche Stellungnahme erhalten,die parallel an die Mitglieder des Umweltausschusses im Rat der Stadt Köln gegangen ist.

Was die etwas zusammenhanglos wirkenden Ausführungen in Sachen „RheinEnergie kommt in Solingen nicht zum Zug“ angeht, so möchten wir darauf nicht unbedingt im Detail eingehen, denn Herrn Kloeck sind mit Sicherheit die Hintergründe und Inhalte zu Gesprächen der RheinEnergie mit politischen Vertretern in Solingen nicht bekannt.
Abschließend ist festzuhalten: Herr Kloeck und seine Gruppierung „Tschö RheinEnergie“ tritt kompromisslos dafür ein, dass die RheinEnergie so schnell wie möglich ihren Erzeugungsanteil auf 100 Prozent Erneuerbarer Energie steigert. Es ist bislang mit keinem Sachargument gelungen, der Gruppe zu belegen, dass dies allein wirtschaftlich schon nicht darstellbar ist. Die Schwierigkeiten dieser Diskussionen mit dieser Gruppe sind auch vielen politischen Mandatsträgern in Köln bekannt.
Fazit:
„Greenwashing“ braucht die RheinEnergie nicht zu betreiben. Ihre Klimaschutzerfolge auch durch Einsatz der konventionellen Kraft-Wärme-Kopplung auf Basis von Erdgas sind dokumentiert und allgemein anerkannt. Es ist utopisch, die Energieversorgung für Köln und das Umland mit 100 Prozent Erneuerbarer Energie zu sichern. Das räumen selbst engagierte
Umweltverbände ein. Die Darstellung von Tschö RheinEnergie ist bewusst irreführend.

Und hier nun der für RheinEnergie so aufregende Artikel der Bürgerinitiative:
"Tschoe Rheinenergie" in report K vom 9.6.
 
Die Kölner Rheinenergie kann nicht mehr behaupten, dass sie 15 Prozent ihrer Energie aus erneuerbaren Energien schöpft. Die Bürgerinitiative “Tschoe Rheinenergie” hat mitgeteilt, dass man dem städtischen Kölner Unternehmen nachgewiesen habe, lediglich 4 Prozent des Stromes so zu gewinnen. Die Stadt Solingen entzieht sich der Beteiligung der Rheinenergie.
 
Die Bürgerinitiative teilte schriftlich mit: „Greenwash ist weltweit verbreitet, aber die RheinEnergie treibt es wohl auf die Spitze. Seit 2009, nach dem Kauf von 70 Windrädern, behauptet sie, sie hätte im Handumdrehen 15% Erneuerbare Energie erreicht. Es war uns aufgefallen, dass das mit nur 100 MW an Windrädern und ein paar Photovoltaik- und Biogasanlagen gar nicht stimmen konnte. Im Oktober 2012 ist die Rheinenergie unserer Bitte nachgekommen und hat die selbst produzierten Ökostrommengen veröffentlicht. Wenn man die dividiert durch die fossilen Strommengen im Portfolio der RheinEnergie, kommt man auf vier, statt 15 Prozent. Die 4 blieben unwidersprochen, die RheinEnergie beharrte aber weiter auf den 15 Prozent, bis eine schriftliche Anfrage nach den Details der 15 Prozent endlich zum Rückzug der 15 Prozent Behauptung führte und diese von der Website verschwand. Die Zahl lebt aber weiter in den Köpfen des Stadtrates und sogar des RheinEnergiemanagements.“
Die Rheinenergie habe sich ihre Ergebnisse schön gerechnet, so die Aktivisten, da man nicht, wie es üblich sei, Energie als Leistungspotenzial mal Betriebsstunden gerechnet habe. Würde man die installierten Leistungen der Rheinenergie mit den aktuellen Betriebsstunden multiplizieren, käme man auf den Faktor 4 Prozent. Die Initiative geht davon aus, dass die Rheinenergie bis 2020 lediglich acht Prozent erneuerbare Energien erreichen werde und das, obwohl Rot-Grün 40 Prozent und CDU und FDP bis 2020 einen Anteil von 35 Prozent fordern. Und das bei einem rot-grünen Stadtrat in Köln.
Der rot-grüne Stadtrat in Solingen hat sich gegen eine strategische Partnerschaft mit der Kölner RheinEnergie entschieden, als diese diese anstrebte, weil diese den Erneuerbaren nicht genügend Raum einräume. Die Bürgerinitiative findet man auch im Netz unter
www.tschoe-rheinenergie.de
(PK)


Online-Flyer Nr. 418  vom 07.08.2013

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