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Aktueller Online-Flyer vom 26. September 2016  

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Linker Liedersommer auf Burg Waldeck
Der Menschheitstraum vom Frieden
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

Zum fünften Mal veranstaltete der deutsche Freidenkerverband den Linken Liedersommer am geschichtsträchtigen Ort der Burg Waldeck im Hunsrück. In der Folge der 1968er Zeit versammelten sich dort die Barden der Aufbruchsstimmung wie Wader, Degenhardt und Süverkrüp, um neue, d.h. künstlerische Formen des Widerstandes gegen mörderische Staatsapparate zu zelebrieren. 2013 hieß es mit traditionellen und neuen Schöpfungen eine Spanne von Antikriegslied bis zum Arbeiterlied, bis zum heutigen Sozialprotest zu greifen. Dabei gelang den auf Aufklärung spezialisierten Veranstaltern der Griff in die Zauberschatulle der sanftesten aller Revolutionen – was nicht gleichbedeutend mit ungefährlich ist.


Kabarettistin und Workshopleiterin "Politisches Kabarett": Jane Zahn
Alle Fotos: arbeiterfotografie.com


Klaus Hartmann, Vorsitzender des deutschen Freidenkerverbandes und Vize-Präsident der Weltunion der Freidenker: "Wir weisen darauf hin, dass wir diese Kulturveranstaltung im Kontext mit unseren übrigen Arbeitsschwerpunkten sehen... Wir haben in diesem Jahre den 300. Jahrestag, dass das FreiDenken, das Freidenkertum in der Literatur offiziell erwähnt wurde ... durch Abhandlung von Antony Collins... einen runden Geburtstag und Todestag von Karl Marx. Wir haben den 40. Jahrestag der Ermordnung von Victor Jara (und dem 11. September 1973!!) Und wir haben nicht zuletzt auch Anteil an einem schwarzen Jahrestag, dem 80. Jahrestages des Antritts des Faschismus..."


Am Lagerfeuer: Kumpels aus Bochum mit Ernst Schwarz (künstlerisches Vorbereitungskomitee des 5. LiLiSo auf Waldeck): "Dr Kommunismus, dä hätt ene Rhythmus..."


Jürgen Egert, Kommunikationstalent bzw. - Wissenschaftler und "Die Sprache der Herrschaft" in bisher 23 Lektionen auf youtube.com - Suchwort: Lex Aarons.


"Kunst als Waffe"-Workshop mit Dr. Seltsam. Hier: Wagner-Mißbrauch in Vietnam (im Film Apocalypse Now)


"Kunst als Waffe"-Workshop mit Dr. Seltsam. Da war doch noch was?! Die gefährlichen, observierten und verfolgten (ermordeten) Künstler Victor Jara, John Lennon und DieBandbreite... Und in der bildenden Kunst A-I-Z-Fotomonteur John Heartfield. Mit Rosa Luxemburg gründete Heartfield in der Silvesternacht 1919 die KPD, weil die USPD (von Rosa Luxemburg mit Karl Liebknecht gegründete Unabhängige Sozialdemokratie) nicht mehr zum Aushalten (rechts) war.


"Kunst als Waffe"-Workshop unter freiem Himmel


Jürgen Eger, singt "gegen Berufsverbote, Enteignungen (gegen die die Arisierungen der 1930er Jahre fast schon harmlose Vorübungen waren), gegen eine flächendeckende Gleichschaltungszensur"


Daniel Osorio (Musikandes) mit T-Shirt-Aufdruck des ersten gewählten Präsidenten einer "Links-Regierung": Salvador Allende. Ermordet 1973 (vor 40 Jahren) ebenso wie Victor Jara durch CIA-gestützte Truppen.


Willkommen! DieBANDBREITE-Musiker Torben (Ruhrpott-Shirt) und Wojna. Daneben (links) Hartmut Barth-Engelbart


Workshop der Musikandes: zum Werk von Victor Jara. 2013 jährt sich zum 40sten Mal der Tag seiner Ermordung durch die faschistische Junta Pinochets, unterstützt durch USA-CIA-Bataillone.


Workshop der Musikandes zum Werk von Victor Jara. 2013 jährt sich zum 40sten Mal der Tag seiner Ermordung durch die faschistische Junta Pinochets - unterstützt durch USA-CIA. "Laßt uns alle Käfige öffnen..." Der sanfte und zärtliche Revolutionär war einer der Gefürchtesten: "Solange es Kinder wie Luchin gibt, die Erde und Würmer essen - laßt uns alle Käfige öffnen, damit sie wie Vögel fliegen..."


Abendstimmung auf der Burg


Viva Chile! Viva el Pueblo, vivan los Trabajadores!
Es lebe Chile! Es lebe das Volk! Es leben die arbeitenden Menschen!


Akkordeonist singt das Lied der Kesselflicker


DIElinke Stiftung RLS (Rosa kann sich nicht mehr wehren) macht sich Sorgen, dass Gedanken der Künstler "nicht anschlußfähig" sind. Kontra gibt BANDBREITE-Sänger Wojna.


Dichter, Sänger, Kabarettist Hartmut Barth-Engelbart schöpft aus seinem Repertoire


Ein spezieller Groove fesselt das Publikum: pampabadampam, pampabadampam, ... Macht korrumpiert, ...


Sonja Gottlieb mit workshop-TeilnehmerInnen (150 Jahre Arbeiterbewegung und Arbeiterlied) auf der Bühne


Workshop-Präsentation auf der Abendbühne zu modernen Interpretationsmöglichkeiten von Franz-Josef Degenhardt von Uli Holzhausen (Bild) & Matthias Leßmeister


Kai Degenhardt singt seine Ballade vom Spargelstecher


Endlich. DieBANDBREITE mit Antikriegssongs, die für rotangestrichene Pappmaché-Linke zu viele Fragen stellen, die sie nicht beantworten wollen / können. "Wie kann es sein, dass eine antiimperialistische Welt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Mißstände in der Welt anzuprangern, mit soviel Schmähungen überzogen wird, dass, wenn man sie nicht kennnt, glauben könnte, das wären die schlimmsten Menschen der Welt. Einen Erklärungsansatz gibt es dafür, und der liegt mitunter darin, dass nach dem Zweiten Weltkrieg in den 50er Jahren insbesondere von US-amerikanischer Seite in Deutschland etliche Think Tanks gegründet worden sind, die quasi vorgeben sollten, wie denn das politische Gebahren in Zukunft in der Bundesrepublik auszusehen hat. Und ganz unparanoid wage ich einmal zu sagen, dass wir auch Opfer einer solchen Propaganda sind..." Applaus.


Publikum im Regenbogenrausch


Endlich: DieBANDBREITE mit "Wann wird man je verstehn" und "Die Mafia". Ungewöhnliche Songtexte, die nicht jede "Linke" verkraften kann. So geht es z.B. um die Atlantikbrücke: "Es ist wirklich unglaublich, wer alles in dieser Atlantikbrücke ist. Da laufen einem die Augen über. (Zwischenruf Publikum: "Auch die Grünen sind drin.") Ja, alle Kanzler und Kanzlerinnen seit Menschengedenken. Thomas Enders? EADS, Kai Dieckman, BILDzeitung, alle sitzen da drin..."


Ein neuer Tag. Ausgeschlafenes Grün. Ein erstklassiges Matinee-Programm...


Gina Pietsch, Sängerin und Schauspielerin aus Berlin


Gina und Frauke Pietsch: "Doch hör nicht auf mich", Mütter-Töchter-Lieder und -Texte von Hildegard Knef, Abraham Ellstein, Violeta Parra, Tucholsky und Kreisler, Lennon, Brecht u.v.a.m., z.B. Elfriede Jelinek sowie traditionelle amerikanische und afro-amerikanische Texte


Jürgen Egers, www.resistanz.de "in der Tradition Klemperers, Gandhis (des Mahatmas), Guevaras und wie sie alle heißen, die Weltverbesserer und Beobachter. Jedenfalls all jene, die sich das Menschsein und Selberdenken nicht verbieten ließen."


Sonntags-Matinee und gebannt bis erheitert lauschendes Publikum bei "Doch hör nicht auf mich", Mütter-Töchter-Lieder und -Texte. Unter anderen Beiträgen: Vertontes aus dem Roman DIE KLAVIERSPIELERIN von Elfriede Jelinek, 1983 /  von Tori Amos, Keith Jarrett, Muse, Frauke Pietsch, Tom Waits.


Daniel Osorio, Musikandes (chilenisches Liedgut, mit Romina Tobar)


Multipler Artist Hartmut Barth-Engelbart mit einer Spontan-Wandzeitung zur Ausstellung "Bankfurter Loch" über die EZB-Politik am Holzschuppen


Kulturjuwelen. Starke Charaktere. Überwältigende Erlebnisse. In Echt! Gekrönt mit "Menschlichkeit". Den FreiDenkerInnen sei Dank!

Online-Flyer Nr. 412  vom 26.06.2013

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