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Aktueller Online-Flyer vom 17. Oktober 2017  

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Aktuelles
Autonomes Zentrum in Köln-Kalk bereitet sich auf die Räumung vor
Gespräche mit der SPD ohne Ergebnis
Von Sarah Gathmann und Martin Warneck

Die angekündigten Gespräche zwischen VertreterInnen des Autonomen Zentrums und der Kölner SPD stehen vor dem Aus. Nachdem es trotz mehrfacher Versuche einer Kontaktaufnahme von Seiten des AZ beinahe ein Jahr lang überhaupt keinen direkten Kontakt gegeben hatte, war die SPD nun auch in zwei persönlichen Gesprächen in den vergangenen Wochen zu keinerlei Zugeständnissen bereit.

Die VertreterInnen der SPD, Susana dos Santos Herrmann und Michael Paetzold, haben dabei sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie nicht bereit sind, über einen Fortbestand des Autonomen Zentrums in der Wiersbergstraße oder an einem anderen Standort in Köln-Kalk überhaupt zu sprechen. Die Argumente gegen einen Verbleib des Autonomen Zentrums in der ehemaligen KHD-Kantine sind für uns weiterhin in keinster Weise nachvollziehbar. Für den Erweiterungsbau der Kaiserin-Theophanu-Schule wird das Gelände der ehemaligen Kantine nicht gebraucht. Für die während der Übergangszeit benötigten Container wären problemlos auch andere Standorte denkbar, zum Beispiel auf dem Gelände der so genannten „Halle 60a“, die für den Erweiterungsbau der Schule sowieso abgerissen werden muss.
 
In diesem Zusammenhang drängt sich für uns der Eindruck auf, dass derartige Alternativen nicht einmal ernsthaft geprüft wurden. Weiterhin ist in den derzeitigen Plänen immer noch die Errichtung eines „Grünstreifens“ auf dem Gelände des AZ vorgesehen. Warum wenige Quadratmeter Grünfläche wichtiger sein sollen, als ein regelmäßig von vielen hundert Menschen genutztes kulturelles und politisches Projekt ist für uns nicht nachvollziehbar – zumal sich diese Pläne gut mit der bestehenden Bebauung kombinieren ließen.

Wir sind weiterhin bereit, ab sofort Gespräche über eine längerfristige, einvernehmliche Lösung der Situation zu führen und in diesem Rahmen auch Kriterien für ein mögliches Ersatzobjekt zu diskutieren. Bedingung hierfür ist für uns allerdings, dass für die Dauer dieser Gespräche verbindlich auf eine gewaltsame Räumung des Autonomen Zentrums verzichtet wird. Bislang ist die Kölner SPD nicht einmal zu einer solchen Zusage bereit. Dementsprechend bereitet sich das AZ ab sofort auf eine Räumung des Gebäudes schon im Juli vor.

Währenddessen erfährt das Autonome Zentrum weiterhin überwältigend großen Zuspruch aus vielen Teilen der Stadt. Eine Online-Petition zum Erhalt des AZ haben innerhalb weniger Tage weit über 3,000 Menschen unterzeichnet. Und viele namhafte Personen aus Kultur, Politik und Stadtgesellschaft haben einen offenen Brief an Oberbürgermeister Roters verfasst, in dem sie den Erhalt des Autonomen Zentrums fordern. (PK)

Hinweis der Redaktion:

Den Text des offenen Briefs inklusive einer Liste der UnterzeichnerInnen wird die NRhZ am 24. Juni veröffentlichen, weil an diesem Tag um 11 Uhr Brief und UnterzeichnerInnen auch in einer Pressekonferenz im Autonomen Zentrum vorgestellt werden. Neben einigen der UnterzeichnerInnen des Briefes wie Franz Meurer und Sarah van Dawen werden dort auch Personen aus dem AZ selbst anwesend sein und Fragen zur aktuellen Situation beantworten.
 
Weitere Informationen unter http://az-koeln.org/
Sarah Gathmann und Martin Warneck sind erreichbar unter 0178/8862613
 
 
 
 


Online-Flyer Nr. 411  vom 20.06.2013

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