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Aktueller Online-Flyer vom 23. Oktober 2017  

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Aktion „Fest(e) umFAIRteilen – Reichtum besteuern“ am Kölner Eigelsteintor
Uns gehört die Welt!
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

“Wir werden Euch enteignen, Ihr habt unser Geld! Dat is nit Eure Pinke-Pinke – uns gehört die Welt! Wir werden umFAIRteilen, für alle reicht das Geld! Her mit eurer Pinke, Pinke – uns gehört die Welt!” Diese Worte erklangen am 13. April 2013 zur Melodie von „Wer soll das bezahlen“ am Kölner Eigelsteintor. Es war der Kampf gegen die Dagoberts dieser Welt, denen der Kampf angesagt ist. Sie sollen einen Teil ihres Geldes abgeben. Das Motto lautet: „umFAIRteilen – Reichtum besteuern!“


Pappnasen Rotschwarz gehen den Dagoberts dieser Welt ans Geld
Alle Fotos: arbeiterfotografie.com (Klaus Franke und Andreas Neumann)


Pappnasen Rotschwarz vor dem Eigelsteintor


umFAIRteilen – Reichtum besteuern


Pappnasen Rotschwarz


„Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche!“


Pappnasen Rotschwarz


Pappnasen Rotschwarz - Dagobert will sich nicht enteignen lassen


Pappnasen Rotschwarz - Statt Soziales streichen sparen wir uns die Reichen!


Ein Koffer gegen die Gier – die Reichen therapieren


Protest gegen die ungerechte Verteilung des Reichtums


Ein Koffer gegen die Gier – die Reichen therapieren


umFAIRteilen – Reichtum besteuern


Ausstellung „umFAIRteilen – Reichtum besteuern“


Rapper Can und Hakan


Musikalischer Protest gegen die ungerechte Verteilung des Reichtums


umFAIRteilen – Reichtum besteuern


Christian Bechmann (Bühnenköbes von Escht Kabarett)


Christian Bechmann (Bühnenköbes von Escht Kabarett)


Mit bei den Protesten dabei: Walter Maus, 74 Jahre, ehemaliger WDR-Redakteur. Geschichte ist für ihn sehr wichtig. Als Lehrer wurde der 68er „mit erhobener Faust“ (wie er sagt) aus dem Lehramt entlassen. Er kritisierte den damaligen Schulbetrieb, der von aufgeklärten Fürsten installiert worden sei, aber nicht auf Aufklärung und persönliche Entfaltung gesetzt habe. Bei ver.di ist er seit 1974 aktives Mitglied. Um etwas zu bewegen, bemüht er sich gerade heute bei der Gewerkschaft, sich für die Arbeitnehmer-Rechte einzusetzen! Nebenbei ist er noch Journalist beim (kostenlosen) Senioren-Kurier Frechen.



Die als Robin Hoods und Reiche verkleideten Pappnasen Rotschwarz  brachten am Eigelsteintor zum Ausdruck, worin ihres Erachtens das Problem besteht – und worin die Lösung. Der Zustand, dass die Reichen zu reich sind, wird beendet. Die Enteignung der Armen wird abgelöst durch die Enteignung der Reichen:

(Reiche singen:)
Wir wolln das behalten
Wir ham Euer Geld
Wir ham Eure Pinke-Pinke
Uns gehört die Welt

Wir lassen Euch bezahlen
und bunkern Euer Geld
fott is Eure Pinke-Pinke
habt Euch halt verwählt

Montags, da sitzt bei dem Wirtschaftsverband
Immer ein fieser Verein
Fordert ganz dreist und mit sehr lautem Schrein:
Löhne solln noch weiter runter

Immer wieder fällt die Öffentlichkeit
Auf ihre Lügen herein
Und so ruft weiter der ganze Verein
stinkreicher Schmierfinger munter:

Wir wolln das behalten
Wir ham Euer Geld
Wir ham Eure Pinke-Pinke
Uns gehört die Welt

Wir lassen Euch bezahlen
und bunkern Euer Geld
fott is Eure Pinke-Pinke
Ihr habt Euch halt verwählt

(Das Volk singt:)
Kürzlich, da traf sich das Volk und beschloss:
Damit ist ab heute Schluss!
Allen war klar, dass sich was ändern muss,
jetzt geht’s ans Umverteilen!

Noch sitzt Ihr ganz fett auf all unserm Geld
Doch was jetzt kommt, das ist neu:
Euch Reichen geht es an das Port(e)monnaie,
das Schicksal wird Euch ereilen...

Wir werden Euch enteignen
Ihr habt unser Geld
Dat is nit Eure Pinke-Pinke
Uns gehört die Welt!

Wir werden umverteilen
Für alle reicht das Geld
Her mit unsrer Pinke-Pinke
Uns gehört die Welt!

Den Kapitalismus ein Stück gerechter machen

Die bundesweite Kampagne umFAIRteilen hat sich eine politische Plattform gegeben: Diese geht aus von den kriminellen Machenschaften des großen Kapitals, die zu einem Zustand führen, der gemeinhin Krise genannt wird. Nachfolgend die Plattform des umFAIRteilen-Bündnisses:

Die Finanz-, Wirtschafts- und Eurokrisen der letzten Jahre haben die Schuldenberge der öffentlichen Hand weiter in die Höhe schnellen lassen. Dies untergräbt den politischen Gestaltungsspielraum unserer Demokratie und unseres Sozialstaates! Bund, Ländern und Kommunen fehlt das Geld, notwendige öffentliche und soziale Leistungen zu erbringen, ausreichend in Infrastruktur, Bildung und ökologischen Umbau zu investieren und mehr Mittel für den internationalen Ausgleich zwischen Arm und Reich bereit zu stellen.
Den Schulden der öffentlichen Hand stehen gigantische private Vermögen gegenüber. Allein die privaten Vermögen des reichsten Prozents der Bevölkerung sind höher als alle öffentlichen Schulden in Deutschland zusammen. Auf der Suche nach renditeträchtigen Anlagemöglichkeiten heizen sie die Spekulation an den Finanzmärkten an – und verschärfen damit die Krise.

In den letzten 20 Jahren ist die Ungleichheit zwischen Arm und Reich enorm gestiegen. Das wohlhabendste Zehntel der Gesellschaft verfügt mittlerweile über mehr als zwei Drittel des Gesamtvermögens, während die ärmere Hälfte der Bevölkerung zusammen nur ein Prozent des Vermögens besitzt. Zu große Ungleichheit schadet allen und untergräbt den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft!

Die gigantischen Vermögen, die selbst in Krisenzeiten weiter wachsen, werden kaum oder gar nicht besteuert. Jetzt müssen endlich auch die großen Vermögen an den Kosten der Krise beteiligt werden, am besten europaweit: Mit einer einmaligen Vermögensabgabe, die einen substanziellen Teil der großen Vermögen zugunsten des Gemeinwesens umverteilt. Um dauerhaft bedeutende Finanzmittel für die öffentlichen Aufgaben aufzubringen und der sozialen Ungleichheit unserer Gesellschaft entgegenzuwirken, muss wieder eine Vermögenssteuer erhoben werden. Steuerflucht muss konsequent bekämpft werden, Steueroasen müssen ausgetrocknet werden.

Eine Politik für mehr Gerechtigkeit erfordert zudem wieder höhere Steuern auf hohe Einkommen und große Erbschaften, eine wieder höhere Besteuerung finanzstarker Unternehmen sowie von Kapitalerträgen, und eine Transaktionssteuer auf Finanzmarktgeschäfte aller Art. EU-weit brauchen wir Mindeststeuersätze. Wir wollen eine verbesserte und sozial gerechte Finanzierung des Sozialstaats.

Die Politik in Deutschland muss endlich handeln! Auch in den USA und in Frankreich wird derzeit um die stärkere Besteuerung hoher Einkommen und Vermögen gerungen. Doch bewegen wird sich nur etwas, wenn wir Bürgerinnen und Bürger Druck machen für mehr Verteilungsgerechtigkeit! Dafür setzen wir uns gemeinsam ein.(PK)


Hinweise:

Website der bundesweiten Kampagne umFAIRteilen
http://umfairteilen.de

Aufruf zur Aktion in Köln
http://umfairteilen.de/start/regionen/nordrhein-westfalen/koeln/

Online-Flyer Nr. 402  vom 17.04.2013

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