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Aktueller Online-Flyer vom 16. Dezember 2017  

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Demonstration für Solidarität mit den Flüchtlingsprotesten
Kein Mensch ist Illegal
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

Seit sieben Monaten protestieren Flüchtlinge gegen ihre Isolation und Entrechtung in Deutschland und Europa. Sie begannen mit einem Hungerstreik im März 2012 nach dem Suizid eines Flüchtlings in Würzburg und begaben sich im September auf einen 600 km langen Marsch nach Berlin, um endlich Gehör zu finden und Zusagen der verantwortlichen Politiker zu bekommen, die ihnen ihre Rechte und ein Leben in Würde ermöglichen. Am 16. Dezember 2012 fand in Köln eine Demonstration für Solidarität mit den Flüchtlingsprotesten statt.


Auftaktkundgebung auf dem Kölner Friesenplatz
Alle Fotos: arbeiterfotografie.com


Geflohen aus dem Kongo


„Bleiberecht statt Duldung oder Abschiebung“
 

Geflohen aus Mazedonien


Auftaktkundgebung auf dem Kölner Friesenplatz


Geflohen aus Niger


„Freiheit, Würde, Gleichheit“ – Starttransparent der Demonstration


Kabarettist Jürgen Becker
 

Kabarettist Jürgen Becker zeigt das 1926 entstandene Öl-Gemälde von Max Ernst: „Die Jungfrau züchtigt das Jesuskind vor drei Zeugen“ aus dem Kölner Museum Ludwig


Geflohen aus Montenegro


„Kein Mensch ist illegal“ – Auftaktkundgebung auf dem Kölner Friesenplatz


Pfarrer Hans Mörtter


„Grenzen auf für die Menschen – nicht nur für’s Kapital“ – Demonstration durch die Kölner Innenstadt
 

Demonstration durch die Kölner Innenstadt


Demonstration durch die Kölner Innenstadt

„Aber der Kampf ist hart: Trotz großer Solidarität in anderen deutschen und europäischen Städten, trotz breiter Berichterstattung selbst in den konventionellen Medien und trotz einzelner Gesprächsangebote ist ihre persönliche Lage erschwert durch das Leben in Zelten im winterlichen Berlin, durch Schikanen und die Gefahr der Strafverfolgung wegen Verstoßes gegen die Residenzpflicht und durch ablehnende politische Reaktionen.“ So heißt es in einem gemeinsamen Aufruf von 'Kein Mensch ist illegal' und Rom e.V. unterstützt von der 'AG Arsch huh – Zäng ussenander'.

Die Forderungen sind: „Freiheit statt tödlichem Grenzregime – Abschaffung der Residenzpflicht – Abschiebungen stoppen – Isolationslager schließen“. Und es wird Bleiberecht statt der vielfach praktizierten Duldungen gefordert. Es geht um Menschenrechte. Es geht vielfach um die Rechte der Menschen, die Opfer imperialistischer Kriege und der ungerechten Verteilung des Reichtums auf der Welt geworden sind.

„Wie also wollen wir es nennen, dass an den paramilitärisch bewachten Außengrenzen der Europäischen Union in den letzten fünfzehn Jahren schätzungsweise 15.000 Menschen oder vielleicht auch erheblich mehr ums Leben gekommen sind? Flüchtlinge werden gezwungen, 'illegale' Wege zu beschreiten. Viele ersticken in Containern, werden ausgeraubt, vergewaltigt, ermordet, ertrinken vor unseren Küsten, verdursten, verhungern oder laufen an der griechisch-türkischen Grenze ahnungslos in die Minenfelder, mit denen am Fluss Evros die EU ihre Grenze 'sichert'.“ Mit diesen Worten wird das Tätigkeitsfeld der Organisation 'Borderline Europe – Menschenrechte ohne Grenzen' beschrieben, die 2012 den Aachener Friedenspreis erhalten hat.

Der Protest am Sonntag begann mit einer Kundgebung am Friesenplatz, Auftakt zu einer Demonstration durch die Kölner Innenstadt. Rund 200 Demonstranten nahmen daran teil, darunter auch Kabarettist Jürgen Becker, Stadthistoriker Martin Stankowski und Pfarrer Hans Mörtter. Sie bekundeten ihre Solidarität mit den Protesten, die derzeit einen Schwerpunkt vor dem Brandenburger Tor in Berlin haben.


Zentrum des Protests in Berlin am Brandenburger Tor


Flüchtlingscamp in Berlin-Kreuzberg

Die AG Arsch huh sieht das Ziel der Proteste darin, sich mit den landesweiten Flüchtlingsprotesten solidarisch zu zeigen. Auch für Köln bleibe die Flüchtlingsfrage ein wichtiges stadtpolitisches Thema. „Seit Anfang des Jahres nimmt die Zahl der Flüchtlinge wieder zu – was angesichts der Krisen und Kriege an den Rändern Europas nicht weiter verwundert. Köln darf nicht zurückfallen in die Zeiten der Schiffs- und Containerunterkünfte für Schutzsuchende. Arsch huh fordert: Die menschenwürdige Unterbringung aller Flüchtlinge und der Ausbau städtischer Hilfsangebote muss das Ziel auch für die anstehenden Haushaltsverhandlungen im Kölner Rat sein.“ (PK)


Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann sind Mitglieder des Aachener Friedenspreis e.V. und des Bundesverbands Arbeiterfotografie


Hinweise:

Demonstrationsaufruf von 'Kein Mensch ist illegal' und Rom e.V. unterstützt von der 'AG Arsch huh – Zäng ussenander'
http://www.allerweltshaus.de/index.php?option=com_events&view=event&event_id=306

AG Arsch huh unterstützt ‘Kein Mensch ist illegal’
http://www.arschhuh.de/ag-arsch-huh-unterstutzt-kein-mensch-ist-illegal/



Online-Flyer Nr. 385  vom 19.12.2012

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