NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung - Logo
SUCHE
Suchergebnis anzeigen!
RESSORTS
SERVICE
Unabhängige Nachrichten, Berichte & Meinungen
Aktueller Online-Flyer vom 11. Dezember 2017  

zurück  

Filmclips
Emil Carlebach
Von Peter Kleinert



Emil Carlebach1914 als Sohn einer wohlhabenden jüdischen Kaufmannsfamilie in Frankfurt/Main geboren, Gewerkschafter, Kommunist, Journalist. Erfahrungen aus Widerstand und Verfolgung in der Nazizeit und über den Kampf gegen alte und neue Nazis nach 1945 hatte der VVN-Aktivist Emil Carlebach in solcher Intensität zu vermitteln wie nur noch wenige andere KZ-Überlebende. Deshalb wurde er immer wieder zu Veranstaltungen, zu Lesungen und Diskussionen eingeladen.


Im Alter von 18 Jahren wurde er - zehn Tage nach dem Verbot der Gewerkschaften - beim Verteilen eines von ihm verfaßten Gewerkschaftsflugblatts von der SA überfallen und zu sechs Monaten Haft verurteilt. Weil er den antifaschistischen Widerstand fortsetzte und weil er Jude war, wurde er 1934 erneut verhaftet, kam 1938 ins KZ Buchenwald, wo er Mitglied der internationalen Widerstandsorganisation im Untergrund wurde.

Nach der Selbstbefreiung der Häftlinge (1) kehrte Emil Carlebach in seine Heimatstadt zurück, wurde dort mit einer US-Lizenz einer der sieben Gründer der "Frankfurter Rundschau", was dieser bis heute peinlich ist und bei entsprechenden Anlässen in der Regel verschwiegen wird. Mit Beginn des Kalten Krieges wurde Carlebach nämlich auf Drängen des erst später zur FR gekommenen SPD-Mannes Karl Gerold wegen seiner KPD-Mitgliedschaft durch den US-Militärgouverneur Clay aus der Chefredaktion entfernt. Gerold gilt seither öffentlich als Gründer der FR. Carlebachs Vorstellungen von einer nichtkommerziellen Presse durften ebensowenig Schule machen wie die Sozialisierungsartikel in der Hessischen Verfassung, an der er als Landtagsabgeordneter mitgearbeitet hatte.(2)

Über seine Erfahrungen schrieb er Bücher wie "Zensur ohne Schere", "Hitler war kein Betriebsunfall" und "Am Anfang stand ein Doppelmord".

Dokumentarfilm von Peter Kleinert im Auftrag des unabhängigen Fernsehfensters KANAL 4 auf RTL und Sat 1, 1998. Produktion KAOS Film- und Video-Team. 29 und 103 Minuten. Der Hessische Rundfunk lehnte eine Sendung des Carlebach-Porträts natürlich ab.
 
Mehr über unsere Fernsehfilm-Projekte unter www.kaos-archiv.de.
 
Autor:
Peter Kleinert
           
Kamera:
Rea Karen
Tom Kaiser
 
Ton:
Jule Buerjes
Michaela Jordan
Norbert Keerl
Rico Prauss
 
Schnitt:
Peter Kleinert
Birgit Köster
 
Mitarbeit:
Inge Kamps
Katja Leyrer
Dorothee Plaß
 
Musik:
Ernst Busch
Wolfgang Schoor
Grupo Sol Latino
Kammerorchester der Staatskapelle Berlin
 
Buchenwald- Zeichnungen:
Paul Goyard
 
Produktionsleitung:
Nele Köhlert
 
Auftraggeber:
Der unabhängige Sender Kanal 4 in NRW
 
Produktion:
KAOS Film- und Video-Team Köln
 
Produktionsjahr:
1998
 
Länge:
29 und 103 min.                    
 
(1) http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=16465
(2) Einen Artikel von Volker Bräutigam zur anstehenden Insolvenz der FR finden Sie in dieser NRhZ-Ausgabe.

Clip downloaden (mit Rechtsklick - "Ziel speichern unter...")

Online-Flyer Nr. 382  vom 11. Dezember 2017



Startseite           nach oben

KOSTARIKATUREN


Von Kostas Koufogiorgos
FOTOGALERIE