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Aktueller Online-Flyer vom 18. Oktober 2017  

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Glossen
Das Ende der Auslandseinsätze naht
Sex in the army
Von Ulrich Gellermann

Tief erschüttert legt der Leser die Zeitung aus der Hand oder die Fernbedienung auf das Sofa: Die amerikanische Armee, der Stolz nicht nur des mittleren Westens, nein des gesamten, steht nicht mehr in Reih und Glied. Erst der General Petraeus, dann der General Allen haben das sechste Gebot verletzt: Du sollst nicht ehebrechen, steht dort eindeutig geschrieben.

General David Petraeus
Quelle: wikipedia
 
Und ebenso eindeutig assistiert der "Uniform Code of Military Justice", das Gebetbuch der US-Armee, dem göttlichen Gebot: Ehebruch steht unter Strafe. Die Armee kann die Verfassung brechen, sie kann das internationale Recht mit Füßen treten, sie kann jederzeit die Grenzen der restlichen Länder, wie auch immer sie heißen mögen, verletzen. Aber nicht Gottes gutes Recht, den Ehebrecher in die Hölle der vorzeitigen Pension zu senden.
 
Aufgedeckt hat diese schweren Sex-Verbrechen in der Armee das treue Bundesamt für Ermittlungen (FBI). Schon seit seiner Gründung durch J. Edgar Hoover - der Mann, der die Kommunisten enttarnte (das war einfach: wer ihm widersprach war Kommunist), der Mann, der Martin Luther King verfolgte (das war schwierig, es gab so viele Farbige) - war das Amt in Sex-Fragen besonders scharf. Hoover war noch von echtem Schrot und Korn: Strapse trug er zu Hause selbst, die musste er sich nicht bei Frauen angucken. Zwar tut der heutige FBI-Chef, Robert Mueller, offenkundig seine Pflicht. Aber er ist mit Ann Mueller verheiratet und da beginnt, wie wir an den jüngsten Fällen erleben müssen, das Problem: Er könnte die Ehe brechen. Auch von Muellers dreijährigem Aufenthalt in Vietnam wissen wir zu wenig: Hat er oder hat er nicht? Immerhin wurde er von der südvietnamesischen Regierung mit dem "Cross of Gallantry" ausgezeichnet, auch wenn er selbst sich das Wort "Gallantry" mit "Mut" übersetzt: Wir wissen was eine galante Annäherung bedeutet und wenn wir uns dem Begriff "Galantariewaren" nähern, sind wir schneller bei den Strapsen als wir das gedacht hätten.
 
Scheinbar unbemerkt, von den Generals-Affairen nur mühsam verdeckt, schimmert in der Düsternis amerikanischer Verderbtheit der faktische Rücktritt von Hillary Clinton auf. Als gäbe es im amerikanischen Außenministerium keine knackigen Praktikanten! Wie jeder weiß, sind Auslandsreisen, wenn Vati zu Hause bleiben muss, das reinste Aphrodisiakum. Ja, sie hat immer von Kriegen geredet, die Clinton: Afghanistan, Libyen, Syrien, aber hatte nicht schon Napoleon Bonaparte gesagt: "Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt." Siehste. Und war es nicht der chinesische Kriegstheoretiker Sun Tsu, von dem der Satz stammt: "Liebe ist wie Krieg, leicht zu beginnen, schwer zu beenden." Doch während die amerikanischen Kriege immer noch schwelen, ist Frau Clinton zurückgetreten. Oder vom FBI zurückgetreten worden? Auch der Finanzminister Geithner und der Kriegsminister Panetta wollen angeblich freiwillig gehen. Und warum ist ausgerechnet die 6. (sechste) amerikanische Armee 1995 aufgelöst worden? Aha.
 
"Amerika, Du hast es besser, als unser Kontinent, der alte. . . ", wußte schon Goethe zu texten und hatte natürlich recht. Was wissen wir zum Beispiel über Volker Wieker? Der ist Generalinspekteur der Bundeswehr und: Verheiratet und selten zu Hause! Zum Beispiel war er eine Zeitlang bei einem Generals-Lehrgang der US-Armee in Fort Leavenworth. Wer hat ihn da ausgebildet? Der Streuner David Petraeus vielleicht, oder der Rumtreiber John Allen? Dann war er 1996 unter dem Vorwand eines Stabilitätseinsatzes in Bosnien, um später, in Afghanistan, Chef des Stabes der ISAF-Truppen zu werden. Ausgerechnet unter dem Kommando von US-General Stanley McChrystal, der später vorzeitig in den Ruhestand gehen musste! Dass Volker Wieker vom bekannten Fälscher Guttenberg eingesetzt wurde, als der noch Kriegsminister war, macht die Lage nur noch ernster.
 
Es ist an der Zeit, dass der deutsche Inlandsgeheimdienst, ähnlich wie das FBI, seiner eigentlichen Aufgabe gerecht wird: Statt immer nur Akten zu schreddern, müssen endlich neue angelegt werden. Die Fragen "wer mit wem und wann" müssen in den Mittelpunkt der Staatssicherheit geraten. Auch wenn sich bei Minister de Maizière wahrscheinlich nichts finden lässt - den will einfach keine - sollten auf dem Pfad der Tugend wenigstens die Auslandseinsätze beendet werden. Denn wo hat die unsittliche Kontaktaufnahme von Paula Broadwell und General Petraeus begonnen? In Afghanistan. Solchen Gelegenheiten zum Ehebruch muss ein für allemal ein Riegel vorgeschoben werden. (PK)

Diese Glosse haben wir mit Dank aus dem Blog  von Ulrich Gellermann übernommen.


Online-Flyer Nr. 381  vom 21.11.2012

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