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Aktueller Online-Flyer vom 26. Juli 2016  

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Inland
gorleben 365: AtomkraftgegnerInnen strickten 18 km gelber Wolle zusammen
„Atommüll wegstriXen!“
Von Peter Kleinert

Weltweit gibt es immer noch kein sicheres Endlager für radioaktiven Müll. Auch in Deutschland sieht es für eine Endlagerung des jahrtausende strahlenden Mülls nicht gut aus. So bedroht einsickerndes Wasser im Salzbergwerk Asse die unsachgemäß gelagerten Atommüllfässer, das ehemalige DDR-Endlager Morsleben ist stark einsturzgefährdet, und im niedersächsischen Gorleben ist eine Einlagerung von hochradioaktivem Atommüll alles andere als sicher.

Für das fertige AntiAtom-X wurden über 18 km gelber Wolle verstrickt
Quelle: www.antiatombonn.de
  
AtomkraftgegnerInnen aus Bonn haben eine ironische Lösung für das Problem gefunden: Sie wollen den Atommüll einfach wegstricken. Unter dem Motto „Atommüll wegstriXen“ strickten sie das wohl weltweit größte Woll-X und blockierten im Rahmen der Kampagne "gorleben 365" damit am 21. April das Erkundungsbergwerk Gorleben. Das gelbe X steht für den Widerstand im Wendland und ist mittlerweile auch über die Region hinaus bekannt.
 
Im Vorfeld hatte die Gruppe AntiAtomBonn öffentlich dazu aufgerufen, selbstgestrickte Teile einzusenden, um diese dann in Gorleben zusammenzufügen. Und so strickten die 15 AktivistInnen mit lokaler Hilfe über 18 km gelber Wolle zusammen. „Ohne die tatkräftige Hilfe vieler Menschen auch ausserhalb des Rheinlands wäre das X niemals so groß geworden“, so Sven Brieger von AntiAtomBonn zur NRhZ. Wollpakete kamen nicht nur von Einzelpersonen, sondern auch von Künstlergruppen und Handwerkern.


AktivistInnen von AntiAtomBonn blockierten die Zufahrt zum Erkundungsbergwerk Gorleben einen ganzen Tag.
Quelle: www.antiatombonn.de
 
Bei strahlendem Wetter blockierte das große Woll-X die Hauptzufahrtswege zum Erkundungsbergwerk, soll aber laut den Organisatoren in Zukunft bei anderen Veranstaltungen vergrößert und verwendet werden. Auch wenn die Aktion ein Erfolg war, wurde am Ende keine Lösung für das Atommüllproblem gefunden. Die Menschen am Standort Gorleben können also noch nicht aufatmen.
 
Für den heutigen Mittwoch, 24.4., hat Bundesumweltminister Röttgen zu einem weiteren Bund-Länder-Gespräch über Gorleben eingeladen – ein neues Endlagersuchgesetz soll noch vor der Sommerpause auf den Weg gebracht werden. (PK)
 
Mehr Informationen unter www.antiatombonn.de


Online-Flyer Nr. 351  vom 25.04.2012

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