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Aktueller Online-Flyer vom 17. Oktober 2017  

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Lokales
Verantwortliche des Kölner Bürgerzentrums MüTZe demnächst vor Gericht
Solidarität für Feri Vakof!
Von Walter Herrmann

Der Konflikt über den zukünftigen Weg des ursprünglich gemeinnützigen Bürgerzentrums MüTZe in Köln-Mülheim, über den die NRhZ gelegentlich berichtete, wird nun auch vor Gericht geführt. Der ehemalige Mitarbeiter Feri Vakof führt Klage gegen seine Kündigung bei der MüTZe. Die NRhZ dokumentiert hierzu jetzt eine Informationsschrift von Walter Herrman, worin über die Hintergründe und den Verlauf der Klage berichtet wird. – Die Redaktion


Feri Vakof (rechts) besucht die Mahnwache vor der MüTZe am 9. März
NRhZ-Archiv
 
Der neue MüTZe-Vorstand hat jetzt die Möglichkeit, in Ordnung zu bringen, was in der Vergangenheit nicht korrekt gelaufen ist: Zum Beispiel die Kündigung von Feri Vakof. Er gehört zu denen, die den ursprünglichen Ansatz der Mülheimer Selbsthilfe treu geblieben sind: Mitwirken an der Entwicklung einer egalitären, solidarischen Community. Für andere, denen es nicht so gut geht, da sein, statt sich selbst zu bedienen. In den 15 Jahren seiner aktiven Mitarbeit hat Feri Vakof ausdauernd für eine soziale Orientierung der MÜTZe gearbeitet. Auf seine Gesundheit nahm er dabei wenig Rücksicht.
 
In den Jahren 2002/03, als die Mülheimer Selbsthilfe nach einer Serie von Sabotage-Aktionen und dem darauf folgenden Chaos, kurz vor dem Aus stand, war er es, der in mühsamer Kleinarbeit wieder Struktur in die Finanzen brachte und die Kreditwürdigkeit des Vereins wieder herstellte. Sein besonderes Anliegen in der ersten Zeit war das Projekt "Kantine“, ein Treffpunkt von Behinderten und anderen gesellschaftlich Ausgegrenzten aus dem Stadtteil. Sie war das Herzstück der MüTZe. Ohne sein Engagement hätte die "Kantine“ nicht über Jahre durchgehalten werden können.

Mahnwache mit Walter Herrmann (links) vor der MüTZe am 9. März
NRhZ-Archiv
 
In den letzten Jahren war er Bereichsleiter der Verwaltung und hatte dazu noch die Raumvermietung und Veranstaltungsbetreuung übernommen. Er arbeitete für zwei, bis zu 60 Stunden in der Woche. Als "Dankeschön" bekam er die Hälfte des Gehalts der anderen Bereichsleiter. Christoph Franzen, der Boss des MüTZe-Möbellagers, bis zur Mitgliederversammlung im Dezember letzten Jahres auch der starke Mann im Bürgerhaus, hatte Feri willkürlich auf eine halbe Stelle gesetzt - buchungsmäßig versteht sich!
 
Feri Vakof war in jeder Beziehung das Gegenstück zu Christoph Franzen, der sich in der MüTZe nach Lust und Laune bedient hat. Kein Wunder, dass er den Feri schon immer loshaben wollte. Vor einigen Jahren, als Feri nach einem Herzinfarkt im Krankenhaus lag, veranlasste Christoph Franzen den Vorstand, Feri eine schriftliche Kündigung zuzustellen. Das war freilich ein schlechtes Timing!
 
Im Juli letzten Jahres ließ sich Christoph Franzen etwas Neues einfallen. um sein Problem mit Feri zu lösen: Um Feri ohne Begründung rausschmeißen zu können, hatte er in einem Techtel-Mechtel mit dem damaligen Vorstandssprecher Martin Rausch die Zahl der Vollzeit- Beschäftigten in der MüTZe von 10 auf 9 herunter manipuliert: Die Arbeitsverträge von Christoph Franzen und Dieter Nußbaum, seinem Gechäftspartner im Möbellager, wurden umgeschrieben. Aus zwei vollen Stellen wurden zwei halbe. Gleichzeitig wurde der Stundenlohn von 15,70 Euro auf 23, 70 Euro erhöht: vorher: 2.160 Euro bei 32 Wochenstunden; nachher: 2.000 Euro bei 20 Wochenstunden.
 
Ein paar Tage später - es war der 5. Juli - bestellte Christoph Franzen den Martin Rausch und die anderen Vorstandsmitglieder zu einer Sonderaktion in die MüTZe. Nach seiner Anweisung drangen diese in Feris Büro ein, während er selbst draußen im Gang abwartete. Martin Rausch & Co. nahmen Feri die Schlüssel ab und drängten ihn aus dem Büro. Dann drückten sie ihm das Kündigungsschreiben in die Hand. Auftrag erledigt.
 
Dieser Vorgang sucht in der Geschichte der Kölner Bürgerzentren seinesgleichen. Er bringt der MüTZe keine Ehre ein. Der neue Vorstand hat es in der Hand Feri`s Kündigung zurückzunehmen. Sollte er nicht dazu bereit sein, hieße das: Er billigt, was am 5.Juli 2011 in der MüTze mit Feri geschah. Damit würde er sich selbst als Sachwalter des Zentrums disqualifizieren.
 
In erster Instanz hat Ferri seinen Arbeitsprozess gegen die MüTZe verloren: aus formalen Gründen! Bei seinem bisherigen Anwalt und dem gegnerischen Anwalt steht Feri inzwischen mit insgesamt 4.000 Euro in der Kreide.
 
Ihr, die Verantwortlichen in der MüTZe, vergesst nicht: Das in §§ gegossene Recht und das Empfinden der Menschen für Gerechtigkeit, Fairness und Anstand sind zwei unterschiedliche Dinge. Wird das in der MüTZe nicht begriffen, sind deren Tage gezählt!
 
Die Ausgrenzung von selbständig arbeitenden, sozial engagierten Mitarbeitern, die nicht als Marionetten funktionieren, ist in der MüTZe nicht unüblich. Es sei hier nur noch der Fall von Veronika Leuchter erwähnt, einer engagierten und kompetenten Sozialpädagogin, die in der MüTZe 27 Monate als Sozialberaterin und Gemeinwesenarbeiterin gearbeitet hat. Ihre Stelle wurde nnicht verlängert - angeblich weil es vordringlicher war, für das Möbellager einen weiteren Wagen anzuschaffen. (PK)
 
Walter Herrmann ist der Gründer der Kölner Klagemauer
 
 
Weitere Infos zur MüTZe:
1.) in der www.nrhz.de oben links unter "SUCHE" MüTZe eingeben,
und 2.) unter http://muetze-wohin.ina-koeln.org


Online-Flyer Nr. 346  vom 21.03.2012

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