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Inland
Studierende der Uni Frankfurt für friedliche und zivile Lehre und Forschung
Dreiviertelmehrheit für die Zivilklausel
Von Peter Kleinert
Eine Dreiviertelmehrheit der Studierenden hat sich für die Aufnahme einer Zivilklausel in die Grundordnung der Frankfurter Goethe-Universität ausgesprochen. Damit fordern sie die Universität auf, keine Kooperationen oder Drittmittelprojekte mit der Rüstungsindustrie oder der Bundeswehr einzugehen. „Wir sind unglaublich begeistert von diesem Ergebnis“, freut sich Beate Steinbach vom Arbeitskreis Zivilklausel. „Das ist ein eindeutiges Zeichen für eine friedliche Hochschule und eine klare Absage an Kooperationen mit der Bundeswehr oder der Rüstungsindustrie.“
Online-Flyer Nr. 339 vom 01.02.2012
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Inland
Studierende der Uni Frankfurt für friedliche und zivile Lehre und Forschung
Dreiviertelmehrheit für die Zivilklausel
Von Peter Kleinert
Eine Dreiviertelmehrheit der Studierenden hat sich für die Aufnahme einer Zivilklausel in die Grundordnung der Frankfurter Goethe-Universität ausgesprochen. Damit fordern sie die Universität auf, keine Kooperationen oder Drittmittelprojekte mit der Rüstungsindustrie oder der Bundeswehr einzugehen. „Wir sind unglaublich begeistert von diesem Ergebnis“, freut sich Beate Steinbach vom Arbeitskreis Zivilklausel. „Das ist ein eindeutiges Zeichen für eine friedliche Hochschule und eine klare Absage an Kooperationen mit der Bundeswehr oder der Rüstungsindustrie.“
Am Montag hatte der Wahlausschuss das Endergebnis der studentischen Urabstimmung über eine Zivilklausel an der Universität Frankfurt bekannt gegeben, das der GEW Landesverband Hessen am Dienstag öffentlich bekannt machte: Demnach sprachen sich 76,3% der Studierenden dafür aus, in der Grundordnung der Goethe-Universität festzuschreiben, dass „Lehre, Forschung und Studium zivilen und friedlichen Zwecken dienen“. Lediglich 12,6% stimmten mit Nein, während sich 11,1% der Stimme enthielten. „Setzt man die Ja- und Nein-Stimmen ins Verhältnis, ergeben sich 86% Zustimmung bei 14% Ablehnung“, erklärt die 25-jährige Politologie-Studentin. „Eindeutiger kann eine Abstimmung wohl kaum ausgehen“.
Hohe Beteiligung bei der Abstimmung
Drei Wochen lang war an der Uni Frankfurt über Kriegsforschung, Friedensorientierung und die Verantwortung von Wissenschaft diskutiert und gestritten worden. Das gesteigerte Interesse der Studierenden an diesen Fragen zeigte sich letztlich auch daran, dass die Beteiligung an der Zivilklausel-Abstimmung bei der Urnenwahl um 9,6% höher lag als bei der traditionellen Wahl zum Studierendenparlament.
„Besonders bemerkenswert ist, dass es in allen Fachbereichen der Universität eine große Mehrheit für friedliche und zivile Lehre und Forschung gibt“, betont Christoph Wiesner, Mitglied des Arbeitskreises Zivilklausel und Doktorand der Physik. In der Tat sprachen sich in fast allen Disziplinen deutlich mehr als zwei Drittel der Studierenden für eine unabhängige, zivil und friedlich orientierte Wissenschaft aus. Beispielsweise lag die Zustimmung in den Neueren Philologien bei 87,9%, in der Psychologie bei 85%, in der Physik bei 68% und in der Medizin bei 76,6%. Selbst am Fachbereich mit dem niedrigsten Zustimmungswert, den Wirtschaftswissenschaften, gab es eine eindeutige Mehrheit von 63,3% für eine Zivilklausel.
Lob von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) reagierte mit Freude auf das Abstimmungsergebnis. „Unsere GEW-Mitglieder an der Goethe-Universität haben in einem beeindruckenden Dauermarathon zusammen mit dem AStA und dem AK Zivilklausel für eine Zustimmung zur Zivilklausel bei den Studierenden geworben, das deutliche Ergebnis ist ihr Erfolg“, lobte Tobias Cepok, Referent der GEW für Jugend und Hochschulen, das Engagement der Beteiligten an der Universität.
Bereits im Vorfeld der Abstimmung hatte die Universität über ihren Pressesprecher Olaf Kaltenborn verlauten lassen, sie werde die Willenserklärung der Studierenden ernst nehmen. Genau das verlangt nun Christoph Wiesner: „Nach dem eindeutigen studentischen Votum sind jetzt wieder Senat und Präsidium gefordert. Die Orientierung auf friedliche und zivile Forschung und Lehre, die bereits im aktuellen Hochschulentwicklungsplan verankert ist, muss zügig in die Grundordnung unserer Universität übernommen werden.“ (PK)
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