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Aktueller Online-Flyer vom 18. Dezember 2017  

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Fotogalerien
Ein interessantes Angebot von der website der Arbeiterfotografie
„Portraits unserer Zeit“
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

Seit Mitte Dezember 2011 gibt es auf der website der Arbeiterfotografie (1) ein neues Angebot. Es trägt den Namen „Portraits unserer Zeit“. Dort finden sich zurzeit etwa 40 Portraits aus den unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen - von brutalen, bösartigen Funktionären der Macht bis hin zu Menschen, die sich für Frieden und eine gerechte Welt einsetzen. – Die NRhZ-Redaktion meint, dies sei doch ein gut zum Nachdenken anregendes Weihnachtsgeschenk für unsere LeserInnen.

Gerd Buurmann - Schauspieler, zionistischer Propagandist der Kampagne gegen die Kölner Klagemauer für Frieden und Völkerverständigung – Köln, 16.5.2011
Alle Fotos: arbeiterfotografie.com


Walter Herrmann - Gründer und Betreiber der Klagemauer für Frieden und Völkerverständigung, 68er - Köln, 30.8.2008, aus dem Projekt "68er Köpfe"
 

Henryk M. Broder - zionistischer Israel-Lobbyist - Aachen, 18.12.2011 - bei der Verleihung des „Ehrenpreises“ der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Aachen
 

Evelyn Hecht-Galinski – Autorin und Friedenskämpferin - Köln, 17.11.2010 – an der Klagemauer für Frieden und Völkerverständigung
 

Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg - Politiker, CSU - Köln, 13.1.2011 - beim Soldatengottesdienst


Dr. Horst-Eberhard Richter - Psychoanalytiker und Friedensaktivist - Ramstein, 20.3.2004


 
Carla del Ponte - NATO-Funktionärin, Chef-Anklägerin beim NATO-Tribunal gegen Jugoslawien - Münster, 8.6.2002 - bei der Auszeichnung mit dem „Westfälischen Friedenspreis“ durch die „Wirtschaftliche Gesellschaft“
 

Hanne Hiob - Tochter von Bertolt Brecht - Essen, 11.5.2002 - beim Gedenken an den Tod von Philipp Müller vor 50 Jahren
 

George W. Bush - US-Präsident - Genua, 20.7.2001 - Bush entsteigt der Air Force One, um am G8-Treffen teilzunehmen, bei dem während der Proteste der Student Carlo Guiliani erschossen wurde
 
 
Mit der Verbreitung der Fotografie erlangten mehr und mehr Menschen „Bildwürde“, d.h. es wurde mit immer weniger Aufwand und Kosten möglich, ein Abbild, ein Bildnis von sich und seinen Liebsten anfertigen zu lassen oder - insbesondere in heutiger Zeit - selbst anzufertigen. Was aber transportieren Bildnisse, denn nach dem lateinischen Wortstamm heißt portare tragen, wegtragen - auch mitnehmen. In der Sprache der Arbeiterfotografie (nach Bertold Beiler) „eignete“ sich die Fotografin oder der Fotograf die Bilder „an“, was sehr auf die Möglichkeiten der Urheberschaft und den gewünschten Ausdruck der gesellschaftlichen Perspektive hindeutet. In einigen Kulturen gelten Fotografien als eine Art Raub an der Seele. Im ursprünglichen Sinne ist beim Portrait die - mehr oder weniger - typische Darstellung, idealisierte oder standesgemäß inszenierte Aufnahme einer Person oder Persönlichkeit gemeint.
 
Obwohl es - mit vielen historischen Vorbildern weltweit (von Lewis Hine, Brassai bis Sander) - ein Grundgedanke der Arbeiterfotografie ist, den arbeitenden Menschen - auch in Alltagssituationen darzustellen, kommt in dieser unserer ersten Portraitgalerie ein anderer tragender Gedanke der sozialen, kritischen Sichtweise zum Ausdruck. Es ist die gesellschaftliche Zuordnung, auch Bewertung der Dargestellten, ihr Mit- und Einwirken in gesellschaftliche Zusammenhänge und Abläufe, ihr Einfluß - sei es politischer oder kultureller Natur. So entstanden im Jahr 2008 - 40 Jahre nach dem Fixum des neuen politischen Aufbruchs in Deutschland, Europa, weltweit - eine Reihe von Fotoportraits der damals im Sinne einer Befreiungs- und (in Deutschland insbesondere auf die NS-Vergangenheit bezogenen) Aufklärungsbewegung aktiven Persönlichkeiten.
 
In der hier präsentierten Auswahl sind Bildnisse von konträren Charakteren zusammengestellt, Gegensatzpaare oder Quartette. „Man muß das Unrecht auch mit einfachen Mitteln bekämpfen“, schrieb uns 2003 Hanne Hiob bei einem Besuch in ihrer Münchner Wohnung in ein Büchlein mit Texten ihres Vaters Bertolt Brecht. Als Rolle, die ihr als Schauspielerin wie auf den Leib geschrieben schien, nannte sie die Heilige Johanna der Schlachthöfe. Auch Evelyn Hecht-Galinski ist stark durch ihre jüdische Herkunft und durch ihren Vater Heinz Galinski geprägt. Sie ist insbesondere wegen des das Schicksals der Juden in Deutschland nicht mehr bereit, lebensbedrohendes Unrecht zu tolerieren und wegzusehen. Anders der ehemalige Präsident der USA, George W. Bush, der 2001 den weltweiten Terrorkrieg ausrief. Der in diesen Tagen verstorbene Horst Eberhard Richter, friedensbewegter Psychoanalytiker, lehnte dreimal das Bundesverdienstkreuz ab, weil es auch Nazigrößen verliehen worden war…
 
„Gute Idee!“ „Interesse weckende Gestaltung der Aufmacherseite.“ „Ein bisschen sehr männerlastig, diese Portraits unserer Zeit.“ „Vielen Dank!“ „Ein fabelhaftes Archiv!“ - Das sind einige der ersten Reaktionen auf das neue Portrait-Angebot der Arbeiterfotografie. Und es kam gleich eine ganze Reihe von Vorschlägen, wer in das Archiv noch alles hineingehört. Das sind Anregungen, die sich sicherlich in die Tat umsetzen lassen. Der gegenwärtige Stand ist jedenfalls als Beginn zu betrachten. Das Angebot soll in der Tat nach und nach ausgebaut werden. Wir wünschen aber schon jetzt viel Spaß beim Stöbern... (PK)


 
(1) http://www.arbeiterfotografie.com/portraits


Online-Flyer Nr. 334  vom 28.12.2011

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Von Kostas Koufogiorgos
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