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Aktueller Online-Flyer vom 22. Oktober 2017  

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Sport
Zuschauerrekord in Frankfurt - Gipfeltreffen Frankfurt mit Turbine Potsdam
Göttinnendämmerung
Von Bernd J.R. Henke und Annemarie Fischer

Die Schlange am Kassenhäuschen zog sich räumlich bis zum Brentanopark, und, wie die Legende besagt, zeitlich bis zu den beiden entscheidenden Toren. Es war das „Spiel des Jahres“, wie Stadionsprecher Rolf Töpperwien euphorisch verkündete. Das Duell der WM-Heldinnen fand unter Novembersonne in einer beeindruckenden Rekord-Kulisse am Brentanobad vor 5.200 Anhängern statt. Sowohl der Hessischen Rundfunk als auch der Rundfunk Berlin-Brandenburg übertrugen das Gipfeltreffen des 1. FFC Frankfurt mit dem 1. FFC Turbine Potsdam live – „ein toller Schritt für den Frauenfußball, auch wenn wir von Seiten des 1. FFC Frankfurt heute nicht das gezeigt haben, was wir natürlich hier in dieser Runde gerne getan hätten“, bilanzierte FFC-Manager Siegfried Dietrich in der Pressekonferenz. Für den Gastgeber stimmten am 9. Spieltag die Zahlen, nicht aber das Spielergebnis. Die stetig wachsende, transnationale Fangemeinde in und um Frankfurt und die angereisten Potsdamer erwartete ein Spiel der Spitzenklasse.

Siegfried „Siggi“ Dietrich im Glück: Zuschauerrekord am Brentanobad
Foto: Annemarie Fischer
 
Der Tabellenführer aus Potsdam entschied das Gipfeltreffen am neunten Spieltag der Frauen-Bundesliga im Auswärtsspiel mit 2:0 (2:0) für sich. Das vor allem für die Frankfurter Fans überraschende Ergebnis bedeutet eher eine schlichte Momentaufnahme zweier gleichwertiger Bundesliga-Spitzenmannschaften, die nach einer intensiven Weltmeisterschaft und Champions-League-Aktivität auf europäischem Parkett auch im nationalen Duell das Beste zu geben versuchten – nicht mehr und nicht weniger.

Einlauf der Frankfurter und Potsdamer Teams
Foto: Annemarie Fischer
 
Kulisse
 
Das offen gestaltete Stadion am Brentanobad im Frankfurter Stadtteil Rödelheim ist idyllisch von den umliegenden Reihenhaus-Siedlungen einsehbar und gleicht weniger den Hochsicherheitsbunkern. Die Fans stehen „old school“ auf grasbewachsenen Hügeln.
„Quo Vadis, Frauenfußball?“: Siegfried Dietrich und Bernd Schröder
Foto: Annemarie Fischer
 
Prolog der Macher
 
Anstatt eines medial verbreiteten Schlagabtausches vermeldete die Bild-Zeitung tags zuvor den „Friedensgipfel“: Die Macher des deutschen Frauenfußballs, Bernd Schröder und Siegfried „Siggi“ Dietrich, sind die derzeit prägenden und richtungweisenden Figuren, wenn es um das „Quo Vadis?“ des Frauenfußballs geht. Beide sind als Gründer mit „ihren“ Vereinen verwachsen. Beide verzeichnen unterschiedliche Lebenswege aus Ost und West; beide verfolgen unterschiedliche Wege und Konzepte beim Aufbau des Frauenfußballs. Es geht um viel mehr als nur um ein Spiel oder ein Mannschaftsduell; es ist ein Messen der Macher, der Mannschaftsrekrutierung, des Trainingskonzepts, des Spielaufbaus und der Club-Philosophie. Drüben die ehemalige „Arbeiterklasse“ der Landeshauptstadt Potsdam mit Industrie-Symbolik und Sport-Eliteschule, hier die globale Finanzmetropole und Sportstadt „Mainhattan“ mit medial glänzenden Star-Kickerinnen in schwarz-martialisch anmutenden Trikots.
 
Es entschied die bessere Tagesform. Bitter für den FFC Frankfurt, der nun in der Tabelle mit sechs Punkten Rückstand zu Potsdam auf Platz 3 hinter den neuen Tabellenzweiten FCR 01 Duisburg rutschte. Bereits am Samstag hatte sich das Duisburger Team gegen Bayern München mit 3:1 (2:0) durchgesetzt. Die Gretchenfrage ist, ob die Frauen-Bundesliga durch den Tabellenabstand der Turbinen weiterhin spannend bleiben kann.
 
Führungstreffer der Turbinen
Foto: Annemarie Fischer
 
Torhüterinnen-Duell 
 
Die Torhüterinnen sind zu Dirigentinnen des Duells geworden. Es war nach Meinung beider Trainer der Tag von zwei Weltklasse-Torhüterinnen – der charakterstarken Mannschafts- und Nationalmannschaftskapitänin Nadine „Natze“ Angerer auf der Frankfurter und der US-Amerikanerin Alyssa Naeher auf der Potsdamer Seite.
 
Angerers Ballinstinkt ist ebenso legendär wie ihre Physis – ihre „Freiflüge“ zum Ball, bei denen sie kurzzeitig die Gesetze der Schwerkraft zu durchbrechen scheint, und ihre Faustschläge, mit denen sie den Ball aus der Tornähe boxt. Wenn wie heute der Ball zweimal hinter ihr ins Netz trifft, befördert die Torhüterin das Leder, das sie sonst so sicher um- und abhält, frustriert und fast davon entfremdet aus ihrem eigenen Revier. Dennoch vermag sie Schlimmeres zu verhindern.
 
Naeher wechselte erst im September 2011 zum 1. FFC Turbine Potsdam. Die vielseitige Sportlerin begann ihre Karriere an der Christian Heritage High School. Daneben spielte sie, ähnlich wie US-Nationalmannschaftskapitänin Abby Wambach, „duo-sportiv“ auch für die Basketballmannschaft. Die Stärke des US-Sports ist es, durch universitäre Stipendien im populären Universitätssport athletische und akademische Leistungen zu vereinen und Leistungssportlern eine Perspektive zu ermöglichen: Zwischen 2006 und 2009 spielte sie für die Mannschaft der Penn State University an der Ostküste, dort wo auch Jahre zuvor die Frankfurter Weltklassespielerin Alexandra „Ali“ Krieger ihre ersten Schritte ins US-Liga-Geschehen wagte. Alyssa Naeher hatte zuletzt in der Women’s Professional Soccer (WPS) alle Spiele mit ihrem Club Boston Breakers absolviert und empfahl sich darüber hinaus durch viele Erfahrungen, die sie in den Nachwuchs-Auswahlmannschaften der USA sammeln konnte. 2008 gewann sie in Chile mit der U20 den FIFA-Weltmeister-Titel. In der WM-Bilanz hat Angerer das Meisterwerk eines Turnier s ohne Gegentor vollbracht, Naeher liegt nur einen Treffer hinter diesem ungeschlagenen Weltrekord: Mit nur einem Gegentor wurde sie mit dem Goldenen Handschuh für die beste Torhüterin eines FIFA-Turniers ausgezeichnet. Sie gilt als mögliche Nachfolgerin von US-Torhüterin Hope Solo.
 
„Nach der länger andauernden Verletzung unserer Torhüterin Anna Sarholz haben wir Handlungsbedarf gesehen“, erklärte Cheftrainer Bernd Schröder bei der Verpflichtung der US-Amerikanerin. „Damit wollen wir der Gefahr aus dem Wege gehen, bei unserem intensiven Programm mit Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League im Falle einer Verletzung von Ann-Katrin Berger auf der Torposition Probleme zu bekommen. Wir haben in unserem weiteren Kader mit Friederike Mehring und Josephine Wiedner zwei Nachwuchs-Torhüterinnen, die hinsichtlich ihres Alters, ihrer Erfahrung und ihrer Entwicklung noch nicht so weit sind, dass sie uns weiterhelfen, wenn es drauf ankommt. Das Risiko wäre zu groß, auch bezüglich der Drucksituation, der diese jungen Spielerinnen dann ausgesetzt werden. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, mit Alyssa Naeher eine weitere Torfrau zu verpflichten. Mit ihr bekamen wir eine gute Torhüterin ins Team hinzu, bei der wir kein Risiko eingehen.“ Dass dieses Kalkül Schröders sich spätestens an diesem Spitzenspiel als richtig erwies, zeigte die überragende makellose Partie der Amerikanerin gegen Frankfurt.
 
Ehrengäste am Brentanobad: Bundestrainerin Silvia Neid und DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger
Foto: Annemarie Fischer
 
Turbo-Führungen der Turbinen  
 
Vor den Augen von DFB-Präsident Theo Zwanziger und Bundestrainerin Silvia Neid traf Saskia Bartusiak in der Anfangsphase für die Frankfurterinnen nur den Pfosten (3.). Danach übernahmen die Potsdamerinnen die Kontrolle über die Partie und stellten früh die Weichen auf Sieg. Durch Tore von Jennifer Cramer (8.) und Anja Mittag (13.) innerhalb der ersten Viertelstunde stellte der Titelverteidiger aus Brandenburg Frankfurt vor vollendete Tatsachen. Für Nationalstürmerin Mittag befindet sich der Club im Höhenflug. In der Champions League gelang der souveräne Einzug ins Viertelfinale, in der Frauen-Bundesliga erzielte die Nationalspielerin am vergangenen Sonntag den 2:0-Siegtreffer gegen Verfolger 1. FFC Frankfurt: „Gegen Frankfurt war es unser Glück, dass wir das frühe Tor erzielt haben. Das ist ein brisantes Duell auf Augenhöhe und tagesformabhängig. Wer das erste Tor macht, der gewinnt das Spiel. Das waren in dem Fall wir.“ Für den FFC war es nach dem 0:1 am vergangenen Spieltag in Freiburg und dem 1:2 in der Champions League unter der Woche bei Paris St.-Germain bereits die dritte Niederlage in Folge.
 
One-Touch-Spiel  
 
Nicht filigraner Fußball beherrschte den Rasen, dafür ein auf lange Strecken kampfbetontes Spiel, welches durch die Potsdamer dominiert wurde. Das Spiel entschieden nicht Fatmire Bajramaj oder die in der zweiten Halbzeit eingewechselte Dzsenifer Marozsán. Langes Dribbeln oder Ballhalten war nicht angesagt. Es waren körperlich robustere Spielerinnen wie Patricia Hanebeck, die den Ball laufen ließ und die Sturmspitzen exzellent bediente. Die in der deutschen Sportöffentlichkeit weitgehend unterschätzte Ex-Kölnerin Hanebeck setzte sich nach acht Minuten auf der rechten Seite des Strafraums durch und spielte in den Rücken der Frankfurter Abwehr. Dort lauerte Potsdam-Nachwuchs Jennifer Cramer, die aus gut zehn Metern ansatzlos abzog und Nadine Angerer keinerlei Abwehrmöglichkeit ließ. Das konsequente One-Touch-Spiel der Gäste sorgte für eine überlegene Sicherheit. Und wieder bediente Hanebeck Anja Mittag in der Zentralposition, nachdem sie von der Afrikanerin Anonma einen Pass direkt aufnahm. Anja Mittag zog an Angerer vorbei (13.) ins lange Eck. Schockminuten für Frankfurt. Während Cheftrainer Bernd Schröder auf der Bank saß, hielt es seinen Kollegen Sven Kahlert nicht. Seine Zurufe nutzten, die Frankfurterinnen fingen sich wieder. Die letzten Minuten bis zum Pausenpfiff legte der FFC an Tempo zu. Bajramaj (30.) und Garefrekes (37.) prüften Potsdams Torfrau, allerdings ohne Erfolg.
 
„Bodycheck“: Frankfurt versus Potsdam
Foto: Annemarie Fischer
 
Gegenwirkung
 
Nach der Pause bedrängte Potsdam weiterhin Frankfurt. FFC-Verteidigerin Saki Kumagai stoppte Anja Mittag mit „Bodycheck-Technik“ kurz vor der Strafraumgrenze. (47.). Trotzdem ließ Schiedsrichterin Kurtes weiterspielen. Turbine baute durch zwei Chancen weiteren Druck auf, zunächst über Mittag und Nagasato halbrechts vor dem Strafraum, doch die blendend aufgelegte Nadine Angerer klärte (50.). Im Anschluss gab es Freistoß für Turbine, doch Viola Odebrechts Kopfball zentral acht Meter vor dem Tor ging jedoch weit über das Gehäuse. Kurz darauf versuchte es die Frankfurterin Meike Weber mit einem platzierten Schuss aus der zweiten Reihe, Torfrau Naeher fischte sich das Leder jedoch ohne Probleme aus der Luft. Melanie Behringer versuchte es mit einem Verzweiflungsschuss ebenfalls aus der Halbdistanz (55.), der jedoch weit über Naehers Gehäuse ging. Ein recht ausgeglichenes Geschehen mit stabiler Defensive auf beiden Seiten verhinderte gefährliche Strafraumszenen. Eine schöne Kombination zwischen Anja Mittag und Genoveva Anonma folgte. Mittag bediente Anonma, die per Direktannahme das runde Leder annahm und aus fünfzehn Metern weit über die Querlatte schoss.
 
Schluss-Ouvertüre
 
Potsdam präsentierte sich auch nach der Halbzeitpause hellwach, schaltete mit der gesamten Mannschaft blitzschnell zwischen Verteidigung und Angriff um. Frankfurt bemühte sich und kämpfte, jedoch fehlte dem Team die zwingende Vorwärtsbewegung. Ab der 74. Minute gingen den Frankfurterinnen in die Schlussoffensive und erspielten sich eine Riesenmöglichkeit zum Anschlusstreffer. Bajramaj gab den Ball weit an die rechte Strafraumgrenze auf Dzsenifer Marozsán, die wiederum bediente Sandra Smisek, die aus sechs Metern halbrechts abzog, Turbine Torfrau Naeher stand jedoch im Weg und wehrte ab. Die folgende Ecke ergab eine unübersichtliche Strafraumsituation. Saskia Bartusiak nutzte die Gelegenheit und zog aus zehn Metern ab, der Ball ging jedoch über die Querlatte. Die Frankfurterinnen wollten es nun wissen.
 
Nach einem Schuss auf das Potsdamer Tor, den Kerstin Garefrekes noch abfälschte, nach vorangegangener Ecke von Melanie Behringer durch Dzsenifer Marozsán (79.) schnappte sich Naeher sehr souverän den Ball. Kurz darauf ging erneut Garefrekes im Vorwärtsgang auf das Potsdamer Tor, legte sich den Ball jedoch einen Tick zu weit vor, Naeher klärte im Herauslaufen und hatte das Leder sicher. Frankfurt kämpfte, Potsdam verwaltete durch eine kompakte Abwehr die Führung. Ein Freistoß für Frankfurt an der rechten Strafraumgrenze erwirkte einen hohen Ball in die Mitte, den Naeher zwar klärte, aber nicht zu fassen bekam. Die nachsetzende Sandra Smisek schoss den Ball (81.) aber weit neben das Gehäuse. Potsdam brach mit direktem Zuspiel dem gefrusteten Frankfurt den letzten Willen. Schlusspfiff – die regen Potsdamer Fans feierten den Sieg. Das Bollwerk Frankfurt war besiegt.
 
Potsdam spielte konsequenter und direkter. Das gut einstudierte One-Touch-Spiel zwischen den Sturmspitzen, Äquatorialguineanerin Genoveva Anonma, der Japanerin Yuki Nagasato und der sehr agil wirkenden Nationalstürmerin Anja Mittag, wirbelte die FFC-Abwehr so stark auf, dass die spielerprobten Frankfurterinnen in schnelle Bedrängnis gerieten. „Einem Sturmlauf dieser Art gewachsen zu sein, bedarf eines Einsatzes, der an das äußerste Limit hätte gehen müssen,“ bemerkte Ex-Bayernliga Spieler Joe Blaha. Der aus Pirna stammende FFC-Cheftrainer Sven Kahlert Kahlert ging mit seinem Team öffentlich hart ins Gericht, er vermied aber, wie bei manch anderen Bundesligatrainern üblich, den Grund der Niederlage in der aktuellen Verletztenliste und Spielbelastung zu suchen. Der 40-Jährige wies auf den Umstand hin, dass es sicher nicht das letzte Spiel in dieser Saison gewesen ist, in dem sich beide Teams messen werden, bedingt durch den ausgelosten DFB-Pokal, möglich in der Champions League, und dem angesetzten Rückspiel in der Meisterschaft.
 
Pressekonferenz mit Sven Kahlert, Siegfried Dietrich und Bernd Schröder
Foto: Annemarie Fischer 
 
Epilog in medias res
 
U-Förmig hatten sich die Journalisten um das Pressepult gruppiert. Während der Konferenz arbeiteten sie bereits über ihren Laptops, schrieben mit und bearbeiten ihre Bilder für die Echt-Zeit-Wiedergabe in die Webportale. Relativierend die Worte vom arrivierten Trainer Bernd Schröder an den gastgebenden FFC-Manager Siegfried Dietrich gewandt: „Fußball ist keine Naturwissenschaft, selbst bei sechs Punkten Abstand, wir haben noch sehr, sehr viel Spiele. Wir haben eine junge Mannschaft mit knapp über 22 Jahren, die auch mal schlecht spielen kann. Heute waren wir besser.“
 
Klare Worte eines enttäuschten, aber auf Kampf und Revanche eingestellten Cheftrainers: „Jede Potsdamerin, die auf dem Platz stand, wollte jeden Ball haben, und es war auch läuferisch und körperlich der Wille da, das Spiel zu gewinnen. Wir waren nicht in der Lage, die Vorgaben, die wir als Trainerteam gesetzt haben, umzusetzen, weil vielleicht der Wille, die Einstellung gefehlt hat, oder weil einige übermotiviert waren. Wir haben es heute nicht geschafft, unserem tollen Publikum, unter anderem auch dem Fan-Bus aus Potsdam, der unglaublich viel Stimmung gemacht hat, eine gute Leistung wie in den letzten Heimspielen zu zeigen. Ich werde mich fragen lassen und es an die Mannschaft weitergeben, wie es weitergehen soll, wenn man nicht bereit ist, an und über die Schmerzgrenze hinauszugehen.“

Fußball-Fortuna
 
Der Hessische Rundfunk, allen voran „heimspiel!“, der die FFC-Spiele live und via Internet-Stream überträgt und regelmäßig Fußballerinnen im Studio begrüßt, machte seiner Reputation als Frauen-Fußball-Berichterstatter Nummer Eins alle Ehre.
 
Die Fußball-Fortuna hielt zuerst in Frankfurt Einzug. In der Halbzeitpause loste Ex-Nationaltorhüterin Silke Rottenberg das Duell der beiden deutschen Vorzeigeklubs nun auch für die Runde der letzten Acht aus. Schon im Viertelfinale des DFB-Pokals wird Frankfurt Ausrichter der Revanche gegen den Rivalen Potsdam sein. Duisburg war das Glück hold und wird auf den einzig verbliebenen Zweitligisten Gütersloh treffen. Bad Neuenahr empfängt Bayern München. Lokomotive Leipzig zieht es zum Viertelfinale nach Hamburg. Die letztgezogene Leipziger Lokomotive läuft mit Losglück bisher unauffällig an anderen Clubs vorbei.
 
Fahnenmeer in Frankfurt

Ein Meer aus deutschen, japanischen, schwedischen und amerikanischen Flaggen schmückte das Stadion. Man mag sich daran erinnern, wie selbstverständlich Wieder-Frankfurterin Alexandra „Ali“ Krieger und die Potsdamerin Yuki Nagasato ihre Interviews nach den WM-Spielen in perfektem Deutsch gaben.
 
„Household Faces“ hautnah
 
Fußball schillerte schon immer inter- und transnational, aber die Art, wie sowohl Frankfurt als auch Potsdam Spielerinnen aus vier Kontinenten vereinen und ihnen eine Heimat geben, ist einzigartig. Durch die WM sind die Spielerinnen zu globalen „household faces“ geworden, zu Gesichtern mit Wiedererkennungswert, der sich jetzt in ein für die Frauen-Bundesliga einmaliges Faninteresse der asiatischen, afrikanischen, skandinavischen und amerikanischen Communities ummünzt. Während sich der Männerfußball derzeit um den „Ultra“-Wahn und den „Pyro“-(Un-)Sinn dreht, erobert sich der Frauenfußball einen transnationalen, geschlechts- und generationenübergreifenden Publikumskreis.
 
Kapital und Kontakt
 
Das wahre Kapital des Frauenfußballes besteht nicht nur im Marktwert; er zeigt sich im ehrlichen Kontakt zu den Fans. Am Rande des Spielfeldes schrieben die Spielerinnen aus beiden Mannschaften geduldig Autogramme und posierten für Fan-Fotos. Trotz Niederlage nahmen sich die Frankfurterinnen Zeit, während die Turbine-Fans Stimmung machten. (PK)


Online-Flyer Nr. 328  vom 17.11.2011

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