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Aktueller Online-Flyer vom 11. Dezember 2017  

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Sport
DFB-Pokal: Frankfurt siegt durch VfL-Eigentor, 6:1-Pokalsieg für Lok
11 Lokinnen müsst ihr sein!
Von Bernd Henke und Annemarie Fischer

Die Bundesliga-Fußballgöttin war dem Aufsteiger Lok bisher noch nicht wohlgesonnen. Zwar erzielte die „Loksche“ mit Lyn Meyer unter Claudia von Lanken ihr erstes Saisontor im ersten überzeugenden Bundesliga-Auswärtsspiel gegen Duisburg und errang gegen Leverkusen ihren ersten dramatischen Sieg nach Rückstand. Auch die ersten auswärtigen Pokal-Hürden gegen Erfurt und Calden nahm der Verein.
 

Lok im Glück gegen Löchgau - v.li.: Ebermann, Hermann, Ludwig, Szuh
Foto: Annemarie Fischer, Leipzig
 
Haltungsnoten                                   
 
In der Bundesliga konnte sich die Lok gegen in der ersten Halbzeit zwar noch gut halten, brach aber in der zweiten Halbzeit ein. Auch gegen das Bundesliga-Mittelfeld konnte die Lok noch nicht nachhaltig punkten. Im Fußball gibt es keine Haltungsnoten. In der stockenden Lok zog die Führung nach einer unverdienten 0:1 Niederlage gegen Freiburg die Notbremse und verfügte die Beurlaubung von Trainerin Claudia von Lanken. Hauchdünn hält sich die Lok derzeit auf dem 10. Bundesliga-Platz.
 
Auswärts-Energie
 
Auswärts fuhr die Lok paradoxerweise mit mehr Antrieb und konnte sogar einen Dreier verbuchen. Vor heimischer Kulisse im historischen Bruno-Plache-Stadion, dem erstmals größten Vereinsstadion des ersten deutschen Meisters VfB (Verein für Bewegung) Leipzig, konnte die Energie bisher noch nicht ins Spiel umgesetzt werden. Im heimischen Bruno unterlag die Lok in den bisherigen Bundesligaspielen und verblieb noch torlos.

Marlene Ebermann - die "Jägerin"
Foto: Annemarie Fischer
 
Fußball-Kultivierung Ost
 
Derzeit ist kein Ost-Männerverein in der ersten Bundesliga zu finden, wohl aber eine Troika in der „anderen“ Liga der Frauen. Die Spitzenanwärter des Traditionsvereines Turbine Potsdam, die Lok Leipzig, sowie der Universitätssportsverein (USV) Jena kultivieren derzeit, jenseits des Spotlights, in einer höheren Liga als ihre lokalen Männer-Pendants eine nicht nur andere, sondern eigene Spiel- und Fankultur.

Bruno-Plache-Stadion - unser "Bruno"
Foto: Annemarie Fischer
 
Die (Fußball-)Geschichte hat das blau-gelbe Bruno-Plache Stadion mit der architektonisch einmaligen, überdachten Holztribüne gegerbt – nach und nach wurde das zu seiner Eröffnung 1922 vereinsgrößte Stadion verkleinert. Die derzeitig medial fokussierte Fußball-Unkultur des Dynamo Dresden – die zum nächsten Auswärtsspiel gegen St. Pauli ihre Anhänger prophylaktisch ausladen – hat auch im atmosphärischen „Bruno“ Spuren hinterlassen. Ein mannshoher weißer Fußballzaun hält die zahlreich erscheinenden Gäste – aus den schillernden Milieus von Lok-Fans, Studierenden der Hochschulstadt mit der zweitältesten Universität Deutschlands, und dem eigenen Fußball-Nachwuchs – im Zaun. Nach dem Spiel hält die Absperrung die Lok-Fans davon ab, ihre „Loksche“ persönlicher zu erleben. So rekrutieren sich auch manche FF-Lok-Fans aus dem Männerverein, doch einige bleiben dabei, wie die Gründer des ersten Fanclubs Leipziger Frauenfußball „Loksche“ (www.loksche.com), Thomas, Harald, Hagen, Ronald, Ronny und Dennis, deren Seite zu Spieltagen rund fünfhundert und monatlich zehntausend Zugriffe verzeichnet.
 
Dass Bedarf nach Erstligafußball in der Messestadt besteht, zeigen die Zuschauerzahlen gegen den „Rasenball“-Verein RB Leipzig. Welches Vereinskonzept die Fußballszene Ost kultivieren wird, bleibt spannend – ob es die wiederauferstandenen Traditionsvereine oder das wirtschaftlich gepushte Konzept des Reagenzballes sein wird. Ein Verein kann nicht ohne Antrieb überleben.
 
DFB-Los für Lok
 
Die DFB-Pokalgöttin war den Lok-Frauen bisher jedoch wohlgesonnen – nach dem Sieg gegen Erfurt schickte sie der Mannschaft nach knapper Führung gegen Calden ein Donnerwetter und den Spielabbruch. Im Nachholspiel überzeugten die sie mit einem eindeutigem 5:0 Sieg. Die dritte Losung war gegen Löchgau ebenfalls schicksalshaft gewählt – schied man doch in der Vorsaison knapp gegen Löchgau aus –, während sich zeitgleich in der Frauen-Fußball- und DFB-Stadt Frankfurt der FFC Frankfurt und der VfL Wolfsburg ums Weiterkommen zerfleischen mussten.
 
Lok auf Mannschafts-Fundament
 
Als die Lok im „Bruno“ vor 222 Lok-Fans gegen Löchgau nach einer Viertelstunde Spielzeit durch einen Treffer von Jasmin Klotz in Rückstand geriet, zogen dunkle Wolken über den „Bruno“. Doch die Lok drängte weiter nach vorne, und ein von Anne van Bonn souverän verwandelter Foul-Elfmeter (22.) schaffte den Ausgleich: Endlich war der Damm für die Lok gebrochen. Nach dem Tor des ungarischen Allround-Talents Gabriella Toth (36.) erhöhte „Fußball-Wunderwerkerin“ Marlene Ebermann kurz vor der Halbzeitpause (39.). Nach der Pause traf die präzise Hamburger Schusskraft Angelina Lübcke (63.), die Alt-Neu-Kapitänin und Aufbau-Triebkraft Anne Heller (70.), und schließlich die frisch eingewechselte, flankenstarke Leipziger Studentin Marie-Luise Herrmann (81.). Die Lok lief in diesem Spiel auf einem sicher werdenden Fundament, was auch die Aufstellungen und Einwechslungen bewiesen. Anja Hädrich und Gabriella Toth konnten wieder auflaufen, und erstmals konnte sich Safi Nyembo wieder in den Lok-Reigen einreihen.
 
Lok im Glück
 
In den Lok-Gesichtern blitzte, erstmals in dieser Saison auch zu Hause, neben dem Fanstolz auch Siegerfreude auf: Das Spielfeld erbebte unter den Zurufen, und die Lok-Spielerinnen stürmten nicht nur zum Tor, sondern nach jedem Treffer ihrer Teamkollegin auch aufeinander zum Torjubel zu. „Lok ist auf einem guten Weg“, resümierte Alt-Neu-Trainer Jürgen Brauße. „Unser Team hat, nach einem inneren Ruck, an sich als Mannschaft geglaubt. Wir können spielen, und wir können vor allen Dingen miteinander spielen“. Man habe sich nach den personellen Turbulenzen ausgesprochen.

Huckepack - Jil Ludwig, obendrauf Marlene Ebermann
Foto: Annemarie Fischer
 
Lok-Trubel, Lok-Jubel
 
Spielerin Jil Ludwig nimmt ihre  Teamkollegin und „Woman of the Match“ Marlene Ebermann Huckepack. Nach dem Spiel laufen sich die Lok-Spielerinnen außerhalb des Stadions aus, entlang einer Wandmalerei im post-industriellen Ambiente, das die Leipziger Wahrzeichen – Völkerschlacht, Muster-Messe, „Weisheitszahn“-Hochhaus und Rathaus –in Kontext und Kontinuität von VfB Leipzig und Lok verbildlicht. Wie alle Leipziger Wahrzeichen bleibt auch das Los der Lok turbulent. Fast das gesamte Team ist beim anschließenden Ostderby der zweiten Lok-Mannschaft gegen den Halleschen FC dabei, das die Lok souverän mit 3:0 durch Treffer von Elisabeth Hohmann (8.), Lisa Reichenbach (9.) und Christina „Checker“ Nauesse (34.) entscheidet. Währenddessen scrollt Jürgen Brauße auf den Live-Ticker seines iPhones und unterrichtet sein Team über End- und Zwischenspielstände.

VIP-Tribüne im Brentanobad beim Pokalspiel gegen die "Wolfsbräute"
Foto: Highländer TV, Frankfurt
 
Weltrekord in der Sportstadt Frankfurt
 
Ganz Frankfurt war auf den Beinen. Die internationale Sportstadt inszenierte in Vorfreude auf Halloween sportliche Highlights. Marathon-Sportpromotor Jo Schindler sorgte dafür, dass beim Weltrekordversuch des Kenianers Wilson Kipsang zum BMW-Frankfurt-Marathon die Menschen an die Straßenränder strömten, der Breitensport Großverein TG Bornheim 1860 feierte mit seinen über 20.000 Mitgliedern am Vorabend Herbstfest, die Charity-Veranstaltung „Senckenberg-Nacht“ lockte VIPs und Sponsoren aus Politik und Wirtschaft zur Party ins Naturkundliche Museum. Alle Events sorgten dafür, dass die VIP-Tribüne im Stadion am Brentanobad beim Topspiel des DFB-Pokals 1. FFC Frankfurt gegen den VfL Wolfsburg etwas spärlicher besetzt war als sonst. Exakt 1520 treue Fans fanden den Weg zum absoluten „Hammer-Spiel“: Titelverteidiger versus Geheimfavorit.
 
Meilenstein im Frauenfußball
 
#Der Spielverlauf des DFB-Pokalspieles kann als ein Meilenstein in der Entwicklung des deutschen Frauenfußballs angesehen werden. Der deutsche Rekordmeister 1. FFC Frankfurt empfing zum ersten Mal in der wichtigen WM-Nachsaison auf qualitativer Augenhöhe ein Frauenfußball-Team der Sonderklasse – den VfL Wolfsburg. Die „Wolfsbräute“ aus dem Norden mit ihren in Jadegrün glänzenden Trikots waren gekommen um zu siegen, nicht um als „gegerbte Felle“ vom Platz gefegt zu werden. So überraschten die „Wolfsbräute“ die Experten wie U-20 Bundestrainerin Maren Meinert und Ex-Bayernliga-Spieler Joe Blaha überhaupt nicht, als sie und nicht die auf fast allen Positionen besser besetzte „Nonplusultraelf“ ganz selbstbewusst von Anfang den Ton angaben. Die alte Fußballweisheit, dass Frauenfußball zu allererst ein Mannschaftsspiel ist und nicht ein Wettkampf von Einzelstars, feierte fröhliche Urstände bei diesem sehr kampfbetonten Spitzenspiel.
 
„Wolfsbräute“

Von Beginn an zeigten sich die „Wolfsbräute“ hellwach und setzten das taktische Konzept der sportlichen Leitung hervorragend um. VfL-Cheftrainers Ralf Kellermann Devise, aus einer kompakten Defensive nach Ballgewinn mit schnellen Pässen in die Tiefe zu kontern, wurde von seinen Spielerinnen in fast märchenhafter Form umgesetzt. In den ersten zehn Minuten des Spieles entwickelten die „Jadegrünen“ aus solchen eindeutig herausgespielten Situationen mehr als drei hundertprozentige Torchancen. Bereits nach knapp drei Minuten blitzte die erste Chance auf: Nationalspielerin Lena Goeßling erkämpfte sich im Mittelfeld den Ball, ließ drei Gegenspielerinnen komplett stehen und bediente die in Frankfurt sehr beliebte Ex-Frankfurterin Conny Pohlers mit Rückennummer 28, die auf Nationalspielerin Martina Müller mit Nummer 26 direkt zuschlenzte, doch die „Weltklasse-Leistung“ von Nationaltorhüterin Nadine Angerer fungierte als „Lebensversicherung“, wie Manager Sigi Dietrich in der anschließenden Pressekonferenz schwärmte.
Linienglück und Lebensversicherung
 
Nur drei Minuten später: Pass in die Tiefe von Pohlers auf Müller, Querpass zur energischen Ivonne Hartmann, auch einmal Spielerin beim FFC, ihr harter Direktschuss flog über das Frankfurter Gehäuse. In der neunten Spielminute hatte Angerer doppelt Glück: Nach einem der wiederholten Fehlpässe der Frankfurter Defensive hatte die pfeilschnelle „Torknipserin“ Conny Pohlers die Weltklasse-Torfrau bereits umspielt, doch ihr Schuss wurde gerade noch von der Japanerin und Weltmeisterin Saki Kumagai auf der Linie geklärt. Anschließend sah Martina Müller, dass Nadine Angerer zu weit vor dem Tor stand, doch ihr Schuss, aus knapp 35 Metern über die Torfrau hinweg schwebend, verpasste um wenige Zentimeter das Ziel.
 
Reaktionsstarke Wölfinnen
 
Vom FFC Frankfurt war in der Anfangsphase nichts Ernsthaftes zu sehen. Die Elf wirkte schläfrig, trotz Zeitumstellung und einer Stunde mehr Schlaf als sonst. Das erste Frankfurter Warnsignal folgte erst in der 18. Spielminute. Die hoch motivierte VfL-Defensive stand kompakt und stellte geschickt Passwege in die Tiefe zu, so dass die Frankfurterinnen gezwungen waren, immer wieder aus der zweiten Reihe ihr Glück zu versuchen. So auch Melanie Behringer (26.), doch die an diesem Tage sehr überragend agierende Torfrau Alisa Vetterlein war zur Stelle. Aus dem Spiel heraus hatte Frankfurt wenig entgegenzusetzen. Aus einer Freistoßsituation kam der Titelverteidiger zur größten Torchance in der ersten Hälfte, als Bartusiak freistehend in die Hände der reaktionsstarken Alisa Vetterlein köpfte (42.). Torlos ging es in die Pause. Spielerinnen des Tages waren die beiden „Doppelsechser“ Nadine Keßler und Lena Goeßling.

VfL-Kapitänin Nadine Keßler im Kampf mit Neu-Frankfurterin Fatmire Bajramaj
Foto: A2 Bildagentur Hartenfelser, Neu-Isenburg
 
Vertrauensbunde
 
Nadine Keßler, die zu Saisonbeginn von Turbine Potsdam aus in die Autostadt wechselte, präsentierte sich zum ersten Mal als neue Spielführerin der Bundesliga-Frauen des VfL Wolfsburg. Cheftrainer Ralf Kellermann ernannte die 23 Jahre alte Mittelfeldspielerin zur Nachfolgerin von Martina Müller, die ihr Amt zur Verfügung gestellt hatte. „Ich bin dankbar für das Vertrauen, das mir durch diese Entscheidung entgegengebracht wird“, zeigte sich Nadine Keßler stolz, nachdem Kellermann sie informiert hatte. „Auch wenn ein solches Amt nie einfach ist, fühle ich mich dieser Aufgabe gewachsen, und sie reizt mich sehr. Ich bin mir sicher, dass mir die Mannschaft auf meinem Weg helfen wird.“ Der Cheftrainer und Sportdirektor der VfL-Frauen lobte: „Sie bringt die Kompetenz für diese Aufgabe mit und ist zudem aufgrund ihrer Leistungsstärke unumstritten. Nadine wird von der ganzen Mannschaft anerkannt, obwohl sie erst seit dieser Saison bei uns ist.“ Mit dem Wechsel der Kapitänsbinde auf den Arm von Nadine Keßler ist beim VfL eine Phase des Übergangs beendet. Ihr kämpferischer Einsatz an diesem Tag war die erste Antwort auf das in sie gesetzte Vertrauen.
 
Kampf in Unterzahl
 
Direkt nach dem Seitenwechsel folgten bittere Minuten für die Wolfsburgerinnen. Die VfL-Defensive spielte auf Abseits, die Nationalspielerin Verena Faißt wollte nach einem scharfen Querpass durch die abseitsverdächtige Fatmire Bajramaj gegen die lauernde Kerstin Garefrekes klären, doch der Ball landete unglücklich zum 1:0-Rückstand im eigenen Netz (48.). Lediglich sechs Minuten nach dem Führungstor folgte der nächste Rückschlag: Nach einem taktischen Foul sah die an diesem Tage überragend kämpfende Nationalspielerin Lena Goeßling, die Mitte der ersten Hälfte bereits verwarnt wurde, die finale Karte und wurde wegen wiederholten Foulspiels von Schiedsrichterin Christina Baitinger aus Magstadt mit der Gelb-Roten Karte des Feldes verwiesen (54.). Doch auch in Unterzahl gaben die VfL-Frauen alles, Frankfurt konnte sich weiterhin kaum große Torchancen erspielen.
 
Blaues Auge am Brentanobad
 
Die Wolfsburgerinnen standen weiterhin kompakt und geordnet und setzten vereinzelt Nadelstiche nach vorne. In den letzten Spielminuten konnte die Mannschaft von Kellermann noch mehrere Eck- und Freistöße herausspielen, etwas Zählbares kam jedoch nicht zustande, so dass am Ende die bessere Mannschaft ein unverdientes Aus im Pokalachtelfinale verbuchen musste. FFC-Manager Siegfried Dietrich nüchtern: „Hauptsache weiter, denn um das ein oder andere Geld zu verdienen, brauchen wir das Pokalfinale in Köln. Typisches Pokalspiel.“ Frauenfußballexperte Joe Blaha meinte: „Heute ist der FFC mit einem blauen Auge davon gekommen. Beim nächsten Heimspiel in der Bundesliga gegen den VfL noch in diesem Jahr wird eine erfolgreiche Revanche sicher möglich sein, sofern der FFC weiter so schläfrig startet. Die Zuschauer erwartet auf jeden Fall ein fußballerisches Spektakel zweier gleichwertiger Teams, und der FFC-Kassierer verbucht hoffentlich wieder vollere Kassen. Der bestens bestückte FFC-Kader ist der teuerste in der ganzen Liga.“

Neu-Potsdamerin Genoveva Anonma mit Larissa Laich (VfL Sindelfingen)
Foto: Jan Kuppert, Potsdam
 
Heimsieg bei den „Turbienen“
 
Meister Turbine Potsdam zog durch ein 4:1 (1:0) über den VfL Sindelfingen ebenfalls in die Runde der letzten Acht ein. Turbine-Torfrau Ann-Katrin Berger musste gegen ihren Ex-Verein VfL Sindelfingen ein Tor hinnehmen. Dennoch gelang dem Deutschen Meister Turbine Potsdam ein 4:1 (1:0)-Heimsieg gegen den Tabellenzweiten der Südstaffel. Bereits in der 15. Spielminute erzielte Weltmeisterin Yuki Nagasato vor 1242 Zuschauern das 1:0 für die Gastgeberinnen. Nach dem Seitenwechsel war dann erneut die japanische Angreiferin erfolgreich. In der 54. Minute erhöhte sie auf 2:0. Inka Wesely (68.) und Chantal de Ridder (79.) erzielten zwei weitere Tore, ehe Inka Loipersberger in der 83. Minute der Ehrentreffer für die Zweitligistinnen gelang.
 
Duisburg-Gala mit Hattrick
 
Der Hamburger SV hat überraschend das Viertelfinale durch ein 2:0 (0:0) gegen den SC Freiburg erreicht. In einer lange Zeit ausgeglichenen Begegnung erzielte Maike Timmermann erst zu Beginn der zweiten Halbzeit das 1:0 (48.) für die Gastgeberinnen. In der 84. Minute sah Stephanie Wendlinger vom SC Freiburg die Gelb-Rote Karte. In Überzahl traf dann nur zwei Minuten später Aferdita Kameraj zum 2:0-Endstand für die Nordlichter. Gegen den Tabellendritten der Zweitligastaffel Nord Herforder SV wurde der FCR 2001 Duisburg seiner Favoritenrolle gerecht und siegte 10:0 (5:0). Simone Laudehr (8.) und zweimal Alexandra Popp (18. und 21.) sorgten schon früh für eine beruhigende 3:0-Führung. Noch vor dem Halbzeitpfiff erhöhten Barbara Müller (27.) Linda Bresonik auf 5:0 (41.). Kurz nach dem Seitenwechsel trug sich auch Gülhiye Cengiz (47.) in die Torschützenliste ein. Mit einem Hattrick und einem weiteren Treffer (53., 57., 67. und 74.) machte Alexandra Popp ihren Sechser-Gala-Auftritt und den zweistelligen 10:0-Kantersieg der Duisburgerinnen perfekt.
 
Aus für Jena
 
Bayern München setzte sich gegen den FF USV Jena erst in der Verlängerung 2:0 (0:0, 0:0) durch. Nachdem in der regulären Spielzeit keine Tore gefallen waren, erlöste U 20-Nationalspielerin Lena Lotzen die Zuschauer im Sportpark Aschheim mit ihrem Treffer zum 1:0 (94.) in der ersten Hälfte der Verlängerung. Isabel Bachor stellte letztlich mit ihrem 2:0 in der 110. Minute den Endstand her. Jena wird nun alle Kraft in den Ligaerhalt setzen können.
In der Bundesliga erwartet demnächst der FF USV Jena die sächsische Bundesligamannschaft der Stunde – den 1. FC Lokomotive Leipzig. Der SC 07 Bad Neuenahr setzte sich gegen Zweitligist 1899 Hoffenheim 3:1 (2:0) durch. Dabei stellte Nationalstürmerin Celia Okoyino da Mbabi im Alleingang die 2:0-Halbzeitführung her (26. und 40.). Auch nach dem Wiederanpfiff war Okoyino da Mbabi erfolgreich. In der 68. Minute erhöhte sie auf 3:0 per Foulelfmeter. Der 21-jährigen Hoffenheimerin Christine Schneider gelang lediglich noch der Treffer zum 1:3.
 
Zweitligist Gütersloh und Lok-Los
 
Im einzigen Zweitliga-Duell des Achtelfinals zwischen dem FSV Gütersloh 2009 und Werder Bremen siegten die Gastgeberinnen 2:1 n.V. (1:1, 1:1). Den Siegtreffer erzielte die erst 17-jährige Annabel Jäger in der 107. Spielminute. In der regulären Spielzeit glich Maren Wallenhorst in der 40. Minute den 1:0-Führungstreffer der Gütersloherinnen Angelika Widowski (22.) aus. Der FSV Gütersloh 2009 wird sich sicher den 1. FC Lokomotive Leipzig als nächste Mannschaft wünschen, denn man kennt sich noch aus der letzten Saison als Gegner in der 2. Bundesliga. Das Fußball-Los wird über das Schicksal entscheiden. (PK)


Online-Flyer Nr. 326  vom 02.11.2011

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Von Kostas Koufogiorgos
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