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Aktueller Online-Flyer vom 03. Februar 2023  

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Inland
Konferenz der Anti-Atomkraft-Initiativen in NRW: "Atomanlagen stilllegen!"
"Stopp den Atom- und Uranmülltransporten in NRW!"
Von Peter Kleinert

Über dreißig Gruppen, Initiativen, Organisationen und Parteien aus ganz NRW haben sich Einladung der Aktionsbündnisse STOP Westcastor und Münsterland gegen Atomanlagen und des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) am 8.10. in Jülich getroffen, um gemeinsam phantasie- volle Protestaktionen für die kommenden Monate zu planen. Die Ergebnisse der Konferenz können sich sehen lassen. Zu dem für November erwarteten Castortransport von Frankreich nach Gorleben und den drohenden Trans-porten von 152 Castoren von Jülich nach Ahaus wird es bereits am 29.10. einen bundesweiten Strecken-Aktionstag geben.

"Kein Atommüll nach Ahaus!"
Quelle: www.bi-ahaus.de
 
Neben Aktionen in Jülich und Ahaus sollen weitere Demonstrationen entlang der möglichen Transportstrecken in verschiedenen Regionen NRWs vorbereitet werden. Darüber hinaus konnte ein Organisationskonzept für den weiteren Widerstand erarbeitet werden. Schon Anfang 2012 sollen die ersten von 152 Transporten ins Atommülllager Ahaus rollen. Dabei handelt es sich um abgebrannte Kugelelemente aus dem Versuchs-THTR Jülich. Erklärtes Ziel ist die Verhinderung dieser hochgefährlichen Transporte!
 
Der Müll muss zu einem späteren Zeitpunkt für eine Endlagerung konditioniert werden, nachdem er ca. 50 Jahre weiter gelagert wurde. In Ahaus ist dies nicht möglich, wohl aber in Jülich, weil dort eine längere Aufbewahrungsgenehmi- gung vorliegt. Für eine Endlagerung wären deshalb erneute Transporte von Ahaus nach Jülich und letztlich in ein Endlager notwendig mit erneutem Risiko und Kosten.

Atommüll-Transporte in die "Wiederaufarbeitungs-Anlagen"
Quelle: http://de.indymedia.org
 
Abgesehen von der Gefährdung der Menschen entlang der Transportstrecke, die durch eines der am dichtesten besiedelten Gebiete Europas verläuft, entstehen laut Heiner Möllers von der BI "Kein Atommüll in Ahaus“ allein in der ersten Phase geschätzte Kosten von 160 Mio. Euro! Möllers: "Wir fordern daher den vorläufigen Verbleib des Atommülls in Jülich. Die Bundes- und Landes-regierung NRW und der Betreiber der Anlage sollen verpflichtet werden, ein Konzept zur Entsorgung und Endlagerung des Materials zu erarbeiten! Auch hier werden immense Kosten entstehen, da die Konditionierung zur Endlagerung des stark verunreinigten Mülls etwa 70mal teurer als bei Brennelementen aus deutschen AKW sein wird."
 
Bundes- und Landesregierung NRW werden aufgefordert, "jegliche Geheimhaltung gegenüber der Öffentlichkeit zu unterlassen. Statt weitere Verschleppung und Täuschung, fordern wir Offenheit und Transparenz!"  
 
Die Verschiebung des Atommülls nach Ahaus sei völlig sinnlos, gefährlich und teuer, so Möllers. Das habe mit geordneter Entsorgung nichts zu tun. "Aus diesem Grund werden wir mit einem breiten Bündnis Widerstand gegen die Transporte organisieren, mit der bundesweiten Mobilisierung werden wir schon zu dem Gorlebentransport im November beginnen!"
 
Gegen den Ausbau der Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau mit bestehenden und geplanten Zwischenlagern von rund 100.000 Tonnen Uranmüll in Form von Uranoxid und Uranhexafluorid, sowie einer Urantrenn-kapazität von 4500 to jährlich, ausreichend für ca. 35 AKWs, sei eine Verstärkung des Protests erforderlich. Deshalb werde es am 4.2.2012 eine international besetzte Urankonferenz in Münster geben. Auch in Gronau gebe es für den Atommüll kein Entsorgungskonzept. Die aktuell geplante Einlage- rung im Salzstock Gorleben sei völlig unrealistisch und aus Sicherheitsgründen keinesfalls hinnehmbar.
 
Demonstrationen am 1. Jahrestag der Fukushima Katastrophe
 
Daher werde man zum 1. Jahrestag der Fukushima-Katastrophe am 11. März in Gronau und im belgischen Tihange, nahe der NRW-Grenze, große Demonstra-tionen organisieren. Eine Arbeitsgruppe zur Koordination und Mobilisierung existiere schon und habe bereits mit der Vorbereitung begonnen. Zur Mobili-sierung für den Fukushima-Jahrestag soll am 3. März ein dezentraler NRW- Aktionstag stattfinden.
 
Außerdem wird es in Jülich am Ostermontag einen zentralen Ostermarsch der NRW-Anti-Atomkraft-Bewegung geben, den man gemeinsam mit den Gruppen der Friedensbewegung durchführen wolle.
 
Heiner Möllers: Unser politisches Ziel ist die Schließung der UAA in Gronau. Es muss klar sein, dass kein weiterer Atommüll produziert wird, von dem niemand sagen kann, wie in Zukunft damit verfahren wird!

Widerstand gegen Castor-Transport nach Gorleben
Quelle: www.gdp.de
 
Abschließend haben wir für NRW die Koordination des Widerstands gegen den
Castortransport nach Gorleben im November besprochen. Es wird Wider-standscamps geben, Fahrgemeinschaften und gemeinsame Aktionen. Zum Tschernobyl Jahrestag am 26. April werden wir dezentral an vielen Orten Aktionen durchführen, u. a. vor Büros der Energiekonzerne – Tschernobyl darf nicht in Vergessenheit geraten!
 
Die nächste NRW-Konferenz der Anti-AKW-Bewegung, deren Schwerpunkt die Atomtransporte von Jülich nach Ahaus sein wird, ist für Januar 2012 geplant. (PK)
 
Weitere Informationen gibt es im Internet u. a. unter
www.urantransport.de
 www.aku-gronau.de,
www.bbu-online.de, www.bi-ahaus.de,
www.westcastor.de
 www.reaktorpleite.de
www.duisburg-atomfrei.de
www.sofa-ms.de
www.keincastornachahaus.de 


Online-Flyer Nr. 324  vom 19.10.2011

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