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Globales
US-Sicherheitskonzern schafft kolumbianische Veteranen an den Golf
Blackwater-Söldner in Abu Dhabi
Von Hans Weber

Ein Kontingent kolumbianischer Männer ist Teil einer paramilitärischen Truppe in Diensten des Scheichtums Abu Dhabi. Dies berichtete die New York Times. Die heimliche Armee sei von Erik Prince aufgebaut worden, dem Gründer des Sicherheitskonzerns Blackwater, der in mehrere Massaker an irakischen Zivilisten verwickelt war. Prince sei von Scheich Mohamed bin Zayed al-Nahyan beauftragt worden, eine Kompanie von 800 ausländischen Söldnern in Abu Dhabi zu schaffen. Die paramilitärische Heeresmacht soll Pipelines und Wolkenkratzer vor Attentaten schützen und mögliche interne Revolten niederwerfen.
 

Erik Prince, Gründer der ehemaligem
Blackwater und heutigen Xe Services
"Sie wollten Leute, die viel Erfahrung in Ländern mit Konflikten haben, wie Kolumbien", erklärt der Veteran der kolumbianischen Polizei und Ex-Mitglied der Söldnerarmee in Abu Dhabi, Calixto Rincón. Neben den Kolumbianern seien die meisten angeheuerten Paramilitärs Südafrikaner aus dem Sicherheitsunternehmen Executive Outcomes, das in den Neunzigern wegen der Unterdrückung von Rebellionen gegen afrikanische Machthaber berüchtigt war. Für den Irak-Krieg engagierte Blackwater vor allem chilenische Militäroffiziere, die für Pinochets Regime gearbeitet hatten, so der Autor Jeremy Scahill in seinem Buch "Blackwater: Der Aufstieg der mächtigsten Privatarmee der Welt".
 
Neben den ideologischen Hintergründen zähle besonders, dass die lateinamerikanischen Söldner preiswerter als die US-amerikanischen seien, so Scahill. Dass die privaten Sicherheitsfirmen vor allem seit dem 11. September äußerst profitabel waren, beweisen die Rekordgewinne von 500 Millionen US-Dollar, die Blackwater während des Irak-Kriegs einstrich.
 
Länder wie Kolumbien sind nicht nur eine Quelle günstiger Söldner. Sie bieten den Sicherheitskonzernen wie Blackwater auch interessante Märkte für ihr militärisches Geschäft. Scahill wies auf das Interesse von Erik Prince hin, in Mexiko und Kolumbien Aufträge zur Drogenbekämpfung zu erlangen. Das südamerikanische Land sei für Prince aufgrund der 630 Millionen Dollar, die die USA dort angeblich jährlich gegen den Drogenhandel investiere, besonders verlockend. Das Geld sei jedoch hauptsächlich zur Aufstandbekämpfung eingesetzt worden. Zurzeit wird das Potential des kolumbianischen Kriegsmarkts vom US-amerikanischen Militärunternehmen DynCorp "am besten" ausgeschöpft. (PK)
 
Dieser Beitrag erschien zuerst bei http://amerika21.de/.


Online-Flyer Nr. 303  vom 25.05.2011

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