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Aktueller Online-Flyer vom 24. Oktober 2017  

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Medien
Eine alternative Zeitung contra Stuttgart 21 und für die Menschen in der Region
Kritische Journalisten
Von Gudrun Bischoff und Peter Kleinert

Schon seit geraumer Zeit können Hartgesottene live via Webcam beim unabhängigen TV-Sender "Flügel-TV" dabei zusehen, wie der Nordflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs Stück für Stück dem Erdboden gleichgemacht wird. Nun gesellt sich eine unabhängige Zeitung zu der immer größer werdenden kritischen Masse, die gegen das Projekt Stuttgart 21 Stellung bezieht.


Sechs Kandidaten für den "Lügenbaron" bei Stuttgart 21. Nr. 1: Wolfgang Schuster, OB Stuttgart, Nr. 2: Stefan Mappus, Ministerpräsident Baden- Württemberg, Nr. 3: Bahnchef Rüdiger Grube.
Quelle: www.21einundzwanzig.de
 
Wie "Flügel-TV" wird das Blatt von den Autoren, die sich "21: Gruppe kritischer Medienmacher" nennen, unentgeltlich und unabhängig produziert. Ein Projekt, das sich vor allem die täglich zahlreicher werdenden Gegner des Milliardengrabes herbeigesehnt haben dürften, da die beiden in Stuttgart erscheinenden Tageszeitungen "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" ganz offen auf der Seite der Projektbefürworter stehen.
 
Die erste Ausgabe von "Einundzwanzig", die unter www.21einundzwanzig.de (wie die NRhZ seit fünf Jahren) kostenlos heruntergeladen werden kann, enthält auf 12 professionell gestalteten Seiten eine informative Mischung aus Fakten, Interviews und Erfahrungsberichten zu Stuttgart 21.
 
Sehr fundiert sind juristische Detailinformationen, die zeigen, daß es, anders als uns täglich weisgemacht werden soll, eben doch möglich ist, die bereits unterschriebenen Verträge zwischen den Projektpartnern von Stuttgart 21 aufzukündigen bzw. abzuändern. Und besonders schön, wäre es nicht so traurig, ist eine Auflistung von Bauprojekten der Bahn, die angesichts der mehr als zweifelhaften Kosten-Nutzen-Bewertung zu recht mit "Pleiten, Pech und Pannen" überschrieben wurde.


Cartoon: Kostas Koufogiorgos
 
Die Lektüre kann nicht nur Stuttgartern und Baden-Württembergern ans Herz gelegt werden. Allen Lesern, die sich über ein Gegengewicht zu den hinter der Regierung und der Wirtschaft hertrabenden Medien freuen, werden sich ein Stück besser informiert fühlen. Und da bei Stuttgart 21 unser aller Geld in der Erde versenkt wird, kann man nur empfehlen: Lesen und Dranbleiben!
 
„S-21 ist der Transfer von 10 Milliarden Euro an öffentlichen Geldern in private Kassen – ohne erkennbaren Nutzen für die Stadt und ihre Bürger.“ So definiert in der ersten Ausgabe von www.21einundzwanzig.de der erfolgreiche Krimi-Autor Wolfgang Schorlau das Bahn-Projekt unter der Überschrift „Von der Wahrnehmungssperre der S21-Betreiber“. Auf die Frage eines Journalisten der Zeitung, ob S-21 in seinem nächsten Dengler-Roman eine Rolle spielen werde, antwortet Schorlau: „Ich arbeite gerade an einem neuen Roman. Stuttgart-21 wird eine wichtige, aber nicht die Hauptrolle spielen. Das Buch wird zur Buchmesse im nächsten Jahr erscheinen und bis dahin haben wir diesen Irrsinn hoffentlich erledigt.“ Das Personal der Befürworter sei für ihn „ein literarischer Steinbruch“. Abgehalfterte Ministerpräsidenten, Sägefabrikaten aus dem Umland, ein Oberbürgermeister, der seine Stadt nicht schützt, ein „Barbar im Nadelstreifen“, der überforderte Bahnchef – S-21 liefere ihm „ein reichhaltiges Angebot an Bösewichten“. „Das Aufregende an all diesen Figuren ist“, sagt Schorlau, „dass sie von ihrer eigenen Großartigkeit so überzeugt sind, dass diese Borniertheit bei ihnen wie eine Wahrnehmungs- und Erkenntnissperre wirkt. Man braucht die korrupte schwäbische Oberschicht nicht zu erfinden, sie abzubilden genügt.“ (PK)
 
 
Gudrun Bischoff und Kostas Koufogiorgos gehören zu den engagierten Gegnern von Stuttgart 21.


Online-Flyer Nr. 269  vom 29.09.2010

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