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Aktueller Online-Flyer vom 23. Oktober 2017  

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Irgendwie fällt einem nichts mehr ein
Aufmarsch einer Handvoll ewig Gestriger
Von Hans-Dieter Hey

Nein wirklich, mir fällt zu Irrsinn keine Steigerung ein. Einer ist immer wieder das Häuflein Elend ewig Gestriger hier und dort, Rechtsextremer, NPD- oder PRO-Köln/Pro-NRW-Mitglieder, die mit ihren rassistischen oder rechtspopulistischen Sprüchen Aufmerksamkeit erheischen wollen. Am 28. August waren sie wieder in Duisburg, um zur Abwahl von Bürgermeister Sauerland aufzurufen. Glücklicherweise verhielt sich das Aufgebot im vernachlässigbaren Bereich. Zu viel Ehre wollen wir ihnen deshalb auch nicht zukommen lassen, zeigen aber dennoch einige Fotos unserer Fotografin.




 
ProNRW hatte bei der Landtagswahl in Duisburg etwas Erfolg. Da kann man eben nichts machen und nur mit Theodor Fontane antworten: „Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf.“ Oder Gegenveranstaltungen in einem breiten Bündnis organisieren, wie am Samstag. Vielleicht stellt sich auf Dauer dann so etwas wie der Hauch der Aufklärung bei den ewig Gestrigen und Verführten ein.
 
In Köln tauchen ProKöln-Mitglieder gelegentlich mit einem bekannten Spruch des Physikers und Nobelpreisträgers Albert Einstein auf: „Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir aber noch nicht ganz sicher." Da kann man sich freuen, das Rechte einen Sozialisten zitieren. Und alle Achtung - soviel Selbsterkenntnis öffentlich zu gestehen, dazu gehört wirklich Mut!
 
In Duisburg trug ein Rechter ein Plakat herum mit der Aufschrift „Nie wieder Adolf.“ Der Adolf, den Rechtsradikale darunter verstehen, hatte sich allerdings als feiger Hund vor der Verantwortung seines von ihm angerichteten Verbrechens und Desasters gedrückt und sich vergiftet. Deshalb gilt für alle als Warnung: Aufgepasst! Faschismus kommt nicht im krakehlenden Schnauzbart als Wirrkopf daher, sondern als „Neonazis in Nadelstreifen“ (Sebastian Friedrich). Deshalb wiederum sind sie schon ernst zu nehmen, weil ihre Angriffe auf die Jugend und die Mitte der Gesellschaft stattfinden (Andrea Röpke und Andreas Speit: Neonazis in Nadelstreifen. Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft). Das sollte man an dieser Stelle ruhig noch einmal klarstellen.


 


Doch offenbar hatte man diesmal einen ganz anderen Adolf gemeint, Adolf Sauerland, den Duisburger Bürgermeister, der mit den bitteren Folgen der Loveparade-Tragödie nun leben muss und zur Verantwortung gezogen werden soll. Irgendwie muss man ja im Gespräch bleiben. Und deshalb wollten sich die Rechten offenbar bei anderen inhaltlich ins Bett mogeln, die eine Abwahl Sauerlands betreiben.



Die Gegendemonstration bezog sich daher auch auf Grundsätzliches im rechten Lager. Ich aber kann nicht mehr zitieren, was an dümmlichem Geschwätz, an islamophoben und rassistischen Gedanken von dieser Seite abgesondert wird, um noch ein paar Michels auf ihre Seite zu ziehen. Zur eigenen Erleuchtung sollten sie aber einen weiteren Spruch von Albert Einstein mit sich herumtragen: "Der Horizont vieler Menschen ist wie ein Kreis mit Radius Null. Und das nennen sie dann ihren Standpunkt." Warum? Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus sind keine Standpunkte, sondern Menschenverachtung.
 


Zu erwähnen wäre, dass die Polizei Augenzeugen zu Folge eine Gruppe von Gegendemonstranten einkesselte und ordentlich mit Pfefferspray attackierte, um die rechte Demonstration zu schützen. Das, allerdings, dürfte inzwischen zur Normalität bei Protestkundgebungen gegen Rechts gehören. Nach Protest und einiger Diskussion wurde die Einkesselung dann wieder aufgehoben. Drei Demonstranten wurden festgenommen. Das „Duisburger Netz gegen Rechts“ kritisiert daher: „Das Verhalten der Polizei an diesem Tag kann nur als völlig unverhältnismäßig bezeichnet werden.“ Also alles wie gehabt. (HDH)


 

















Alle Fotos: Karin Richert


Online-Flyer Nr. 265  vom 01.09.2010

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