SUCHE
Unabhängige Nachrichten, Berichte & Meinungen
Druckversion
Aktuelles
Eva Hermann schimpft hinter den Opfern der Love-Parade her
Das Letzte: Eve of Destruction
Von Hans-Detlev v. Kirchbach
Die Verantwortlichen dieses ins Grauen umgeschlagenen Megarituals der Spaßgesellschaft stehen nun, nicht aus moralischen Gründen, nicht aus Gründen irgendeiner Wahrheitsfindung, sondern ausschließlich im betriebswirtschaftlichen Interesse der Verlage einschlägiger Krawallblätter am Pranger, und zwar ganz bildlich.
Express-Ermittlungen
In einem Kölner Boulevardblatt werden sie anhand eines Bildes von der sonntäglichen Pressekonferenz auf der Front-Seite mit Namensschildern ausgestellt, und wie auf einem Fahndungsplakat vorgeführt. Bedeppert schaun sie drein, bei der Pressekonferenz geben sie nur vorgestanzte Formeln von sich, reden um jeden heißen Brei - aber diese mittelprächtigen Beamten, gipfelnd im OB von Duisburg, waren von einem Event dieser Größenordnung wohl a priori hoffnungslos überfordert und sind es jetzt erst recht, da sie noch vor Obama und Merkel zu Top-Figuren des öffentlichen Interesses aufgewachsen sind - allerdings zu negativen.
Und das wird lang noch nicht vorbei sein - von der überdimensionalen psychischen Last, die ihnen diese Katastrophe lebenslang aufbürden wird, ganz zu schweigen. Schon Dienstag früh titelt die oben erwähnte Kölner Boulevardzeitung: "Ein Kölner Polizist klagt an." Ein Polizist freilich sollte nicht "anklagen", sondern bestenfalls ermitteln; anklagen kann später vielleicht einmal der Staatsanwalt. Im "seriösen" Schwesterblatt aus demselben Kölner Monopolverlag liest es sich denn gleich auch anders: "Kölner Polizei ermittelt in Duisburg".
Was dabei herauskommen wird, sei mithin zunächst abgewartet. Was sich jetzt bereits herauskristallisiert, ist aber die, freilich völlig branchenübliche, vampir- und aasgeierartige Manier, mit der sich Gossenpresse und kommerzielles Schlammfernsehen auf die "Todestragödie" stürzen.
Die Leichenfleddererin der Woche
Doch daneben gibt es noch andere Leichenfledderer und Katastrophenprofiteure, mehr auf einer ideologisch-agitatorischen Ebene als auf der kommerziellen. Besonders übel aufgefallen ist uns, und das ist nun wirklich das Letzte, und Allerletzte, eine ganz spezielle, christo-fundamentalistische Leichenfleddererin. Die ehemalige Tagesschau-Sprecherin Eva Herman, die sich seit etlichen Jahren als Rechts-Schreiberin für teutsche Art und Sitte und Rückkehr des christlichen Mittelalters betätigt.
Auf der Homepage des esoterisch-rechtslastigen Kopp-Verlages jubiliert die liebesreiche Eva einen Tag nach dem tragischen Ende der "Drogen-und Sexorgie", bei der "Mädchen den Busen blank zogen", und dem als Sündenstrafe verhängten Tod von 19 Menschen:
"Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!"
Wohlgemerkt, 19 Menschen musste der Atem stillstehen, damit Eva Herman "erleichtert aufatmen" konnte. - Eve of Destruction.-
Vordenkerin für Gedankenarme
In der taz vom Montag nahm sich Daniel Schulz die Dummschreiberin vor, die allerdings für eine recht zahlreiche Klientel seit ihren deutschtümelnden Mutterschafts-Predigten zu einer kultischen Vordenkerin geworden ist. Was auf die geistige Verfassung wesentlicher Teile der deutschen Bürgerlichkeit ein allerdings trübes Licht wirft. Womöglich rekrutiert sie ihre zahlende Anhängerschaft aus der millionenköpfigen Fangemeinde des "Musikantenstadl", den sie als konstruktiv-völkische Alternative zum entmenschten "Rave-Gestampfe" der Love-Parade ernstlich offeriert.
"Entartete Musik"
Womöglich ist sie als Musikexpertin bei jenen Rezensenten in die Schule gegangen, die in den zwanziger bis vierziger Jahren gegen "entartete Musik", "Judenmusik", und "Negermusik" angifteten. Letzteres war noch zu meiner Internatszeit in den sechziger Jahren der zentrale Kampf-Begriff christlicher Erzieher in der Kulturschlacht gegen Beatles, Stones und Led Zeppelin. Entgangen bei ihrer musik-wissenschaftlichen Empfehlung ist der Expertin für germanische Heils-Klänge allerdings, dass einer der Superstars der Volksmusik, das Sinnbild des Stadlmusikanten per se, Gotthilf Fischer, anno 2000 selbst bei der Love-Parade in Berlin auftrat. Mit Lust und Spaß und blankgezogener Brust tanzte er hoch auf dem Paradewagen, und er mochte die „junge Leut“ herzlich und diese ihn auch. Und vielleicht schaut die Ex-NDR-Moderatorin auch keinen NDR mehr, seit sie dort wegen ihrer rechtsradikalen Ausgüsse rausgeflogen ist. Sonst hätte sie vielleicht mitbekommen, dass in der spaßigen Kneipen-Sendung der im Gegensatz zu Eva wirklich herzerwärmenden Ina Müller Musikanten-Stadl-Chef Karl Moik sich als gelernter Jazzer outete.
Todesstrafe für die Sünde
Auf der taz-Kommentarseite werfen sich nach dem sarkastischen Schulz-Artikel etliche Gottesstreiter wacker für diese Eva ins Getümmel, die wahrscheinlich nicht aus dem Paradies vertrieben worden wäre, so frömmlerisch wie sie daherkommt. Einer ihrer Jünger schreibt:
"Eva Herman stellt in ihrem Artikel klar, dass es ihr nicht darum ging, die Toten und deren Angehörige zu denunzieren, sondern solche Veranstaltungen, die mit Gefahren (Drogenkonsum und moralischer Verfall) verbunden sind, öffentlich in Frage zu stellen."
Da fragt man sich wohl: Wo ist der Unterschied zwischen dem, worum es Eva ging und dem, worum es ihr angeblich nicht ging? "Drogenkonsum und moralischer Verfall", ereifert sich Evchens Apologet. Genau wie die ganz und gar sündenlose Eva, die ja auch nichts Anständiges wie einen soliden Busen blankzieht, sondern nur ihre unanständig dumme Autorenfeder. Die Botschaft des Verteidigers ist exakt die selbe wie die seiner Mandantin: Gott straft die Sünde. Indem er die Sünder erschlägt.
Evas Blutgott
Ein wirklich fieser Möpp, wie man in Köln sagt, muss dieser Gott sein und missgünstig im höchsten Grade, vor allem und sobald seine angeblichen Lieblingsgeschöpfe wirklich mal Spaß haben am Leben, das "Er" ihnen doch angeblich "geschenkt" haben soll. Und ein Massenmörder ist er obendrein, aber das ist in der Geschichte gottgläubiger Ideologien, vulgo Religionen, weißgott nichts Neues. Nun deuten wir die immer wieder allfällige theologische Problematik nur an, dass moralhysterische Gotteseiferer ihre Gotteshypothese selbst widerlegen, wenn sie proklamieren, was so alles am menschlichen Tun und Wesen ihren lieben Gott so maßlos erzürnt, dass er immer wieder mal wie der schaurige Minotaurus aus heidnischer Zeit ein Blutopfer braucht.

Eva Herrmann: Vordenkerin für Gedankenarme
Quelle: stupidedia
Wenn die Allmacht jenes Gottes ein Zentralelement jeglicher Gottesdefinition ist, ohne das der Gottesbegriff völlig sinnlos wäre, wie man bei Bertrand Russell nachlesen kann, dann dürfte doch gar nichts existieren, was dem Herrn z'wider ist - ich sag mal "z'wider", weil das klingt so schön nach Musikantenstadl, da gab’s ja auch die "Z'widren". Die Alternative wäre freilich, dass eben alles, was existiert, auch "Gottes" Werk ist. Einschließlich jeder den Herrn erzürnender Sünde und Unzucht. Wie man es auch dreht und wendet, gerade die fanatischsten Gotteseiferer laufen unablässig in die Falle ihrer eigenen Ideologik und Unlogik, was sie aber, gottseidank, nicht merken. Sonst hätten wir auch viel weniger göttlichen Spaß mit solchen Figuren wie Eva Herman.
Klemmtüten als moralische Leitinstanzen
Von der erkenntnistheoretischen Hypothese ausgehend, dass dieser Gott freilich nicht real existiert, sondern eben nur ein Hirnkonstrukt der Gottgläubigen ist, stellen sich die vermeintlich berufenen Interpreten des "Herrn" selbst als die eigentlich bösartigen, missgünstigen, fiesen Möppe heraus, die den horribile dictu Mitmenschen kein Vergnügen gönnen, für das sie selbst zu verkniffen sind, und höhnisch hinter ihnen herkeifen, wenn sie bei angeblich unzüchtiger Ausschreitung der Sensenmann ereilt. Derlei ist eben höchster Ausdruck sogenannter christlicher Nächstenliebe und als solcher hinreichend aus der Geschichte dieser spezifischen Variante von Inhumanität bekannt.
In der Hinsicht tritt auf der Seite des rechtsgewirkten Kopp-Verlages der rechtschristlichen Eva ihr rechtschristlicher Geistesbruder Udo Ulfkotte zur Seite, der nur deshalb etwas gegen fundamentalistischen Islam hat, weil er statt einer islamischen eine christliche Glaubensdiktatur will. Ganz wie Hermann tobt Ulfkotte gegen „Drogen- und Alkoholkonsum, auf Sexismus, Rausch und massenhaftes skrupellos-unmoralisches Verhalten“. Dass eine Massenparty natürlich keine Bibelstunde ist und bei solchen Gelegenheiten auch die eher grobgeschnitzten Charaktere auffallen, steht auf dem einen Blatt, hat aber mit der Katastrophe rein gar nichts zu tun. Hier aber Zusammenhänge im Sinne von Schuld und Sühne herzustellen, ist das Widerliche an der Attitüde nach der Art von Hermann und Ulfkotte. In deren Richtung bewegt sich auch der langsam nach rechts umschlagende, doch stets schon moralinsaure und homophobe Jürgen Elsässer. Man wird mit schwebendem Interim zwischen Ekel und Faszination beobachten dürfen, wer sich in den nächsten Wochen sonst noch als weltanschaulicher Totenabhäuter betätigen wird.
Dow-Jones-Index des Mitgefühls
Zurück zu unserer germanischen Gouvernante Eva Hermann. Nachdem das stets frömmelnde Antlitz im Augenblick des gottseligen Thriumphes über Sünde und Sünder spontan zur Fratze spießermoralischer Selbstzufriedenheit entgleist ist, nachdem all die selbst- und gottgefälligen Fibelsprüche ausgespieen und über die kaum erstarrten Leichen versprüht sind, muss man sich als bessere Dame schnell wieder fangen, die Maske des Christenmenschen notdürftig zurechtrücken und der Hassbotschaft ein paar schleimige, vorgefertigte, auswendig gelernte, im Computer auf Tastendruck aufrufbare, Automatic-Standardformeln nicht empfundenen, aber rituell zu simulierenden, "Mitgefühls" hinterher emittieren: "...mein tiefstes Beileid..." haucht und heuchelt Eva Hermann. So als hätte sie es beim legendären Felix Rexhausen abgeschrieben, der in seinem satirischen Reden- und Briefmusterbuch „Mit deutscher Feder“ mit einem besonders schleimigen Kondolenzbrief zum „Selbstmord eines Homosexuellen“ das ganze Ausmaß mitfühlend tuenden Ungefühls demaskierte. Würde sie ihre leeren Beileidsfloskeln auch noch sprechen, sprechen, es klänge wie früher in der "Tagesschau", als sie den Dow-Jones-Index verlas. (HDH)
Online-Flyer Nr. 260 vom 28.07.2010
Druckversion
Aktuelles
Eva Hermann schimpft hinter den Opfern der Love-Parade her
Das Letzte: Eve of Destruction
Von Hans-Detlev v. Kirchbach
Die Verantwortlichen dieses ins Grauen umgeschlagenen Megarituals der Spaßgesellschaft stehen nun, nicht aus moralischen Gründen, nicht aus Gründen irgendeiner Wahrheitsfindung, sondern ausschließlich im betriebswirtschaftlichen Interesse der Verlage einschlägiger Krawallblätter am Pranger, und zwar ganz bildlich.
Express-Ermittlungen
In einem Kölner Boulevardblatt werden sie anhand eines Bildes von der sonntäglichen Pressekonferenz auf der Front-Seite mit Namensschildern ausgestellt, und wie auf einem Fahndungsplakat vorgeführt. Bedeppert schaun sie drein, bei der Pressekonferenz geben sie nur vorgestanzte Formeln von sich, reden um jeden heißen Brei - aber diese mittelprächtigen Beamten, gipfelnd im OB von Duisburg, waren von einem Event dieser Größenordnung wohl a priori hoffnungslos überfordert und sind es jetzt erst recht, da sie noch vor Obama und Merkel zu Top-Figuren des öffentlichen Interesses aufgewachsen sind - allerdings zu negativen.
Und das wird lang noch nicht vorbei sein - von der überdimensionalen psychischen Last, die ihnen diese Katastrophe lebenslang aufbürden wird, ganz zu schweigen. Schon Dienstag früh titelt die oben erwähnte Kölner Boulevardzeitung: "Ein Kölner Polizist klagt an." Ein Polizist freilich sollte nicht "anklagen", sondern bestenfalls ermitteln; anklagen kann später vielleicht einmal der Staatsanwalt. Im "seriösen" Schwesterblatt aus demselben Kölner Monopolverlag liest es sich denn gleich auch anders: "Kölner Polizei ermittelt in Duisburg".
Was dabei herauskommen wird, sei mithin zunächst abgewartet. Was sich jetzt bereits herauskristallisiert, ist aber die, freilich völlig branchenübliche, vampir- und aasgeierartige Manier, mit der sich Gossenpresse und kommerzielles Schlammfernsehen auf die "Todestragödie" stürzen.
Die Leichenfleddererin der Woche
Doch daneben gibt es noch andere Leichenfledderer und Katastrophenprofiteure, mehr auf einer ideologisch-agitatorischen Ebene als auf der kommerziellen. Besonders übel aufgefallen ist uns, und das ist nun wirklich das Letzte, und Allerletzte, eine ganz spezielle, christo-fundamentalistische Leichenfleddererin. Die ehemalige Tagesschau-Sprecherin Eva Herman, die sich seit etlichen Jahren als Rechts-Schreiberin für teutsche Art und Sitte und Rückkehr des christlichen Mittelalters betätigt.
Auf der Homepage des esoterisch-rechtslastigen Kopp-Verlages jubiliert die liebesreiche Eva einen Tag nach dem tragischen Ende der "Drogen-und Sexorgie", bei der "Mädchen den Busen blank zogen", und dem als Sündenstrafe verhängten Tod von 19 Menschen:
"Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!"
Wohlgemerkt, 19 Menschen musste der Atem stillstehen, damit Eva Herman "erleichtert aufatmen" konnte. - Eve of Destruction.-
Vordenkerin für Gedankenarme
In der taz vom Montag nahm sich Daniel Schulz die Dummschreiberin vor, die allerdings für eine recht zahlreiche Klientel seit ihren deutschtümelnden Mutterschafts-Predigten zu einer kultischen Vordenkerin geworden ist. Was auf die geistige Verfassung wesentlicher Teile der deutschen Bürgerlichkeit ein allerdings trübes Licht wirft. Womöglich rekrutiert sie ihre zahlende Anhängerschaft aus der millionenköpfigen Fangemeinde des "Musikantenstadl", den sie als konstruktiv-völkische Alternative zum entmenschten "Rave-Gestampfe" der Love-Parade ernstlich offeriert.
"Entartete Musik"
Womöglich ist sie als Musikexpertin bei jenen Rezensenten in die Schule gegangen, die in den zwanziger bis vierziger Jahren gegen "entartete Musik", "Judenmusik", und "Negermusik" angifteten. Letzteres war noch zu meiner Internatszeit in den sechziger Jahren der zentrale Kampf-Begriff christlicher Erzieher in der Kulturschlacht gegen Beatles, Stones und Led Zeppelin. Entgangen bei ihrer musik-wissenschaftlichen Empfehlung ist der Expertin für germanische Heils-Klänge allerdings, dass einer der Superstars der Volksmusik, das Sinnbild des Stadlmusikanten per se, Gotthilf Fischer, anno 2000 selbst bei der Love-Parade in Berlin auftrat. Mit Lust und Spaß und blankgezogener Brust tanzte er hoch auf dem Paradewagen, und er mochte die „junge Leut“ herzlich und diese ihn auch. Und vielleicht schaut die Ex-NDR-Moderatorin auch keinen NDR mehr, seit sie dort wegen ihrer rechtsradikalen Ausgüsse rausgeflogen ist. Sonst hätte sie vielleicht mitbekommen, dass in der spaßigen Kneipen-Sendung der im Gegensatz zu Eva wirklich herzerwärmenden Ina Müller Musikanten-Stadl-Chef Karl Moik sich als gelernter Jazzer outete.
Todesstrafe für die Sünde
Auf der taz-Kommentarseite werfen sich nach dem sarkastischen Schulz-Artikel etliche Gottesstreiter wacker für diese Eva ins Getümmel, die wahrscheinlich nicht aus dem Paradies vertrieben worden wäre, so frömmlerisch wie sie daherkommt. Einer ihrer Jünger schreibt:
"Eva Herman stellt in ihrem Artikel klar, dass es ihr nicht darum ging, die Toten und deren Angehörige zu denunzieren, sondern solche Veranstaltungen, die mit Gefahren (Drogenkonsum und moralischer Verfall) verbunden sind, öffentlich in Frage zu stellen."
Da fragt man sich wohl: Wo ist der Unterschied zwischen dem, worum es Eva ging und dem, worum es ihr angeblich nicht ging? "Drogenkonsum und moralischer Verfall", ereifert sich Evchens Apologet. Genau wie die ganz und gar sündenlose Eva, die ja auch nichts Anständiges wie einen soliden Busen blankzieht, sondern nur ihre unanständig dumme Autorenfeder. Die Botschaft des Verteidigers ist exakt die selbe wie die seiner Mandantin: Gott straft die Sünde. Indem er die Sünder erschlägt.
Evas Blutgott
Ein wirklich fieser Möpp, wie man in Köln sagt, muss dieser Gott sein und missgünstig im höchsten Grade, vor allem und sobald seine angeblichen Lieblingsgeschöpfe wirklich mal Spaß haben am Leben, das "Er" ihnen doch angeblich "geschenkt" haben soll. Und ein Massenmörder ist er obendrein, aber das ist in der Geschichte gottgläubiger Ideologien, vulgo Religionen, weißgott nichts Neues. Nun deuten wir die immer wieder allfällige theologische Problematik nur an, dass moralhysterische Gotteseiferer ihre Gotteshypothese selbst widerlegen, wenn sie proklamieren, was so alles am menschlichen Tun und Wesen ihren lieben Gott so maßlos erzürnt, dass er immer wieder mal wie der schaurige Minotaurus aus heidnischer Zeit ein Blutopfer braucht.

Eva Herrmann: Vordenkerin für Gedankenarme
Quelle: stupidedia
Wenn die Allmacht jenes Gottes ein Zentralelement jeglicher Gottesdefinition ist, ohne das der Gottesbegriff völlig sinnlos wäre, wie man bei Bertrand Russell nachlesen kann, dann dürfte doch gar nichts existieren, was dem Herrn z'wider ist - ich sag mal "z'wider", weil das klingt so schön nach Musikantenstadl, da gab’s ja auch die "Z'widren". Die Alternative wäre freilich, dass eben alles, was existiert, auch "Gottes" Werk ist. Einschließlich jeder den Herrn erzürnender Sünde und Unzucht. Wie man es auch dreht und wendet, gerade die fanatischsten Gotteseiferer laufen unablässig in die Falle ihrer eigenen Ideologik und Unlogik, was sie aber, gottseidank, nicht merken. Sonst hätten wir auch viel weniger göttlichen Spaß mit solchen Figuren wie Eva Herman.
Klemmtüten als moralische Leitinstanzen
Von der erkenntnistheoretischen Hypothese ausgehend, dass dieser Gott freilich nicht real existiert, sondern eben nur ein Hirnkonstrukt der Gottgläubigen ist, stellen sich die vermeintlich berufenen Interpreten des "Herrn" selbst als die eigentlich bösartigen, missgünstigen, fiesen Möppe heraus, die den horribile dictu Mitmenschen kein Vergnügen gönnen, für das sie selbst zu verkniffen sind, und höhnisch hinter ihnen herkeifen, wenn sie bei angeblich unzüchtiger Ausschreitung der Sensenmann ereilt. Derlei ist eben höchster Ausdruck sogenannter christlicher Nächstenliebe und als solcher hinreichend aus der Geschichte dieser spezifischen Variante von Inhumanität bekannt.
In der Hinsicht tritt auf der Seite des rechtsgewirkten Kopp-Verlages der rechtschristlichen Eva ihr rechtschristlicher Geistesbruder Udo Ulfkotte zur Seite, der nur deshalb etwas gegen fundamentalistischen Islam hat, weil er statt einer islamischen eine christliche Glaubensdiktatur will. Ganz wie Hermann tobt Ulfkotte gegen „Drogen- und Alkoholkonsum, auf Sexismus, Rausch und massenhaftes skrupellos-unmoralisches Verhalten“. Dass eine Massenparty natürlich keine Bibelstunde ist und bei solchen Gelegenheiten auch die eher grobgeschnitzten Charaktere auffallen, steht auf dem einen Blatt, hat aber mit der Katastrophe rein gar nichts zu tun. Hier aber Zusammenhänge im Sinne von Schuld und Sühne herzustellen, ist das Widerliche an der Attitüde nach der Art von Hermann und Ulfkotte. In deren Richtung bewegt sich auch der langsam nach rechts umschlagende, doch stets schon moralinsaure und homophobe Jürgen Elsässer. Man wird mit schwebendem Interim zwischen Ekel und Faszination beobachten dürfen, wer sich in den nächsten Wochen sonst noch als weltanschaulicher Totenabhäuter betätigen wird.
Dow-Jones-Index des Mitgefühls
Zurück zu unserer germanischen Gouvernante Eva Hermann. Nachdem das stets frömmelnde Antlitz im Augenblick des gottseligen Thriumphes über Sünde und Sünder spontan zur Fratze spießermoralischer Selbstzufriedenheit entgleist ist, nachdem all die selbst- und gottgefälligen Fibelsprüche ausgespieen und über die kaum erstarrten Leichen versprüht sind, muss man sich als bessere Dame schnell wieder fangen, die Maske des Christenmenschen notdürftig zurechtrücken und der Hassbotschaft ein paar schleimige, vorgefertigte, auswendig gelernte, im Computer auf Tastendruck aufrufbare, Automatic-Standardformeln nicht empfundenen, aber rituell zu simulierenden, "Mitgefühls" hinterher emittieren: "...mein tiefstes Beileid..." haucht und heuchelt Eva Hermann. So als hätte sie es beim legendären Felix Rexhausen abgeschrieben, der in seinem satirischen Reden- und Briefmusterbuch „Mit deutscher Feder“ mit einem besonders schleimigen Kondolenzbrief zum „Selbstmord eines Homosexuellen“ das ganze Ausmaß mitfühlend tuenden Ungefühls demaskierte. Würde sie ihre leeren Beileidsfloskeln auch noch sprechen, sprechen, es klänge wie früher in der "Tagesschau", als sie den Dow-Jones-Index verlas. (HDH)
Online-Flyer Nr. 260 vom 28.07.2010
Druckversion
NEWS
KÖLNER KLAGEMAUER
FILMCLIP
FOTOGALERIE






















