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Aktueller Online-Flyer vom 18. Oktober 2017  

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Filmclips
Zensur, Gefängnis, Folter
Von Peter Kleinert



zensurWas die israelische Regierung sich seit der Wahl der Hamas gegenüber den Menschen in Gaza erlaubt, erinnert an ihr menschen- und völkerrechtswidriges Verhalten gut 20 Jahre vorher gegenüber den in den Dörfern und Flüchtlingslagern des Westjordanlandes und des Gazastreifens seit 1967 eingesperrten Palästinensern. Die sahen am Ende keine andere Möglichkeit als den Aufstand, die Intifada. Die aktuelle Reaktion von Regierung und Armee auf die Hilfslieferungen der FREE-GAZA-Flotte erinnert an damals. 

 
Kurz nach dm Ausbruch der ersten Intifada im Jahr 1987 wurde die kleine jüdisch/arabische Wochenzeitung "Derech Hanitzotz/Tariq Al Sharara" von der israelischen Regierung verboten, die Redaktionsräume wurden von Polizeikommandos zerstört. Einige der JournalistInnen, Juden wie Araber, wurden zeitweise festgenommen, weil sie in dem viel beachteten, immer wieder die Zensur durchbrechenden Blatt die Forderungen der PLO und des Aufstands nach einem unabhängigen, gleichberechtigten palästinensischen Staat unterstützt und unzensiert über das inhumane Verhalten von Armee und Polizei gegenüber Palästinensern berichtet hatten.
 
Als wir von diesem Verstoß gegen die Pressefreiheit erfuhren, fragten wir beim Vorstand der IG Druck und Papier an, ob er einen Film zur Unterstützung der KollegInnen in Tel Aviv finanzieren könne. In den Öffentlich-Rechtlichen gab es für das Thema kein Interesse. Auf Empfehlung der Gewerkschaft, die ihrerseits Mitglied der Internationalen Organisation der Journalisten (IOJ) war, übernahm diese die Finanzierung des Filmprojektes, das so nicht nur in Deutschland, sondern international verbreitet werden und zur Solidarität aufrufen konnte.
 
Als Begleiter der KollegInnen, die ihre Arbeit kurz vor unserer Ankunft in Israel wieder aufnehmen durften, hatten wir die Möglichkeit, die Intifada, ihre Ursachen und Folgen sozusagen von Innen zu dokumentieren. Von Anfang an ließ die Armee uns spüren, daß wir als unabhängige Beobachter nicht allzu willkommen waren. Deshalb beginnt der Film mit einem Tränengasangriff auf unser Team. Wir hatten es gewagt, ohne Erlaubnis der Behörden, ein Flüchtlingsdorf zu besuchen, dessen Bewohner bereits mehrfach von der Armee terrorisiert worden waren.
 
Zurück in Köln, konnten wir wider Erwarten zunächst doch einen 12 Minuten-Beitrag aus unserem Filmmaterial im WDR-Magazin ZAK senden. Nach der Sendung wurde Roni Ben Efrat, eine jüdische Kollegin von "Derech Hanitzotz", die als unsere Begleiterin und Interviewpartnerin offenbar den Zorn der Behörden besonders erregt hatte, verhaftet. Erst nach einem halben Jahr kam sie vor Gericht. Nicht zuletzt internationale Proteste erzwangen ihren Freispruch. (PK)
 
Autoren: Peter Kleinert und Michael Opperskalski
Produktion: KAOS Film- und Video-Team Köln,
www.kaos-archiv.de, info@kaos-archiv.de
Auftraggeber: IOJ
Produktionsjahr: 1988
Länge: 59 und 12 min
Kamera: Manfred Linke
Ton: Peter Kleinert
Grafik: Stephan Thonett
Schnitt: Peter Kleinert
Übersetzungen: Eva Schreiber und Mustafa
 


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Online-Flyer Nr. 253  vom 18. Oktober 2017



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