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Aktueller Online-Flyer vom 18. Dezember 2017  

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Massivste Proteste in der Geschichte der Anti-AKW-Bewegung
Korrektur von Merkels Atompolitik gefordert
Von Hans-Dieter Hey

War der Protest gegen die Atompolitik von Angela Merkel für Sie eine journalistische Eintagsfliege?  Wichtige Dinge sollte man allerdings nicht vergessen. Immerhin war die Protest-Kette am 24. April von nahezu 170 Tausend Menschen 120 Kilometer lang. Protest-Sprecher und BUND-Atomexperte Thorben Becker: "Das sind die größten Proteste, die es in der langen Geschichte der Anti-AKW-Bewegung in der Bundesrepublik je gegeben hat. Uns ist es gelungen, die atomkritische Stimmung in der Bevölkerung eindrucksvoll auf die Straße zu bringen.“ Wir möchten mit unserer Fotogalerie noch einmal daran erinnern.

Mit 200 Bussen und drei Sonderzügen wurde bundesweit heran gekarrt, was gegen die weitere Nutzung der Atomenergie und die nur vermeintlich strahlende Idylle „Kernenergie“ demonstrieren wollte. Je 200 Menschen hatten sich an 124 Sammelpunkten getroffen, um die gigantische Menschenkette zu bilden. Eine organisatorische Meisterleistung! Parallel zur Menschenkette demonstrierten 20.000 Atomkraftgegner und umzingelten das Atomkraftwerk Biblis, 7.000 Menschen protestierten vor dem Atom-Zwischenlager in Ahaus. Gemeinsam wurde verlangt, dass Angela Merkel nicht mehr den Volkswillen ignoriert, aus der Atomenergie auszusteigen.

Ziel der Angriffe war die durch die Merkel-Regierung aufgekündigte Vereinbarung der rot-grünen Koaltion zwischen 1998 und 2005, aus dem Atomstrom auszusteigen. Union und FDP hatten den seinerzeit mühsam ausgehandelten Konsens wieder gekippt und halten Laufzeitverlängerungen bis zum Jahr 2050 für möglich.

Jochen Stay vom Anti-AKW-Trägerkreis: „Die Bundesregierung muss aus dem gestrigen Tag Konsequenzen ziehen. Der Weiterbetrieb der Atomkraftwerke ist politisch nicht durchsetzbar. Sollte die schwarz-gelbe Koalition an ihrem Atomkurs festhalten, werden die Proteste sich weiter steigern.“

Umfragen zu Folge sind 59 Prozent der Bundesbürger gegen die Laufzeitverlängerung. Selbst 50 Prozent der CDU-Anhäger und 49 Prozent der FDP-Anhänger wollen den Atom-Ausstieg. Vor allem bei jungen Menschen herrscht die Sorge, dass man mit den Problemen, vor allem der Entsorgung des gefährliche Atom-Mülls, nicht fertig wird. Je nach Schulbildung bestehen 63 bis 71 Prozent der befragten Jugendlichen auf dem seinerzeit vereinbarten Ausstieg. Die hohe Zustimmung erklärt, warum inzwischen die dritte und gar vierte Generation gegen die weitere Nutzung der Atomkraft protestiert. Doch offenbar prallt dies alles an der CDU-FDP-Regierung in Berlin ab. Mit unserer Fotogalerie behalten wir die Proteste im Archiv - und im Blick. (HDH)






























Alle Fotos: Dietmar Treber

Online-Flyer Nr. 248  vom 05.05.2010

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