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Aktueller Online-Flyer vom 14. Dezember 2017  

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Sport
"Vor dem Spiel ohne Ball" - Interview mit Julia und Sylvia Arnold
Jenas Fussballzwillinge
Von Johann Blaha und Bernd J.R. Henke

Wenn am Ostersamstag im Jenaer Ernst-Abbé-Sportfeld eines der beiden deutschen Pokalhalbfinale im Frauenfussball angepfiffen wird, werden mit der Heimmannschaft FF USV Jena zwei Schwestern auf das Spielfeld laufen, die von Trainerinnenlegende Tina Theune schon sehr früh unter die Lupe genommen wurden. Für die Zwillinge Julia und Sylvia Arnold beginnt dann das Megaspiel gegen die SG Essen-Schönebeck, um den Einzug ihrer Jenaerinnen in das Deutsche Frauen-Pokalendspiel 2010.




Sylvia Arnold - Frau mit Torinstinkt
Foto: Lothar Weisner 
Julia Arnold und Sylvia Arnold gehörten zum DFB U20-Aufgebot beim diesjährigen Turnier im südspanischen LaManga. Ein Sieg gegen die U23 Elf von England und zwei Unentschieden gegen die USA und Norwegen - so lautete die Bilanz der deutschen U20-Nationalmannschaft unter der Regie von Bundestrainerin Maren Meinert. Beim 1:0 Siegestor gegen England (19.) von Anne Bartke (SC 07 Bad Neuenahr) gefiel Sylvia Arnold durch die Vorarbeit mit Svenja Huth (1.FFC Frankfurt) und beim torlosen Remis gegen die U23 Norwegens gelang nach Vorarbeit von Sylvia Arnold der Duisburgerin Marina Hegering (FCR 01) die beste Torchance (34.) knapp über die Torlatte. Bei der FIFA Fußballweltmeisterschaft der U-20-Juniorinnen, die am 13. Juli 2010 in Bochum beginnen wird, werden die Verteidigerin Julia Arnold und die Stürmerin Sylvia Arnold mit aller Voraussicht wieder zum Kader gehören und die Schwarz-Rot-Goldenen Farben vertreten.


Julia Arnold - die Künstlerin
Foto: Lothar Weisner
Sollte am Ostersamstag die Fußballgöttin Jena zum Sieg verhelfen, werden die beiden Arnolds, das „Jenaer-Gemini-Projekt“ (1), im größeren nationalen Rampenlicht beim Pokalendspiel, welches zum ersten Mal in Köln stattfinden wird, stehen. Die Fragen stellten Johann Blaha und Bernd J.R. Henke.

Johann Blaha und Bernd J.R. Henke: Sicherlich wurdet Ihr Zwillingschwestern im normalen Leben schon verwechselt! Gibt es Geschichten darüber?

Sylvia: Oh ja, wir wurden schon sehr oft verwechselt, selbst unseren Eltern und Großeltern ist es früher schwergefallen uns auseinander zu halten. Lustige Situationen gab es da oft. Unsere Grundschullehrer kamen ganz schön ins Schwitzen, wenn wir mal wieder unerwartet die Plätze getauscht hatten. Nun mit dem Älterwerden sind wir auch äußerlich unterschiedlicher geworden und haben unseren eigenen Stil entwickelt.
Julia: Wir sind optisch eigentlich immer leichter ohne Probleme auseinander zu halten. Also auch kein Problem für die Schiedsrichter in der Frauenbundesliga. :-)

Was war bisher der größte Erfolg in eurer sportlichen Laufbahn?

Sylvia: Der größte Erfolg war für uns, neben dem Klassenerhalt mit dem FF USV Jena in der 1.Bundesliga letztes Jahr, die Berufung in die deutsche U-20-Nationalmannschaft und die damit verbundene Teilnahme am 4-Nationen-Turnier in LaManga (Spanien) im Februar.
        
Das Pokalhalbfinale gegen Essen am Ostersamstag ist wohl eine große Herausforderung. Wie reagiert das Umfeld in der Stadt Jena darauf und was sagt man euch direkt auf der Straße?


Julia Arnold mit Stürmerin Laura Del Rio (1.FFC Frankfurt)
Foto: LDRG

Julia: Der Einzug ins DFB-Pokalhalbfinale ist der größte Erfolg in unserer Vereinsgeschichte, auch für uns Spieler ist das ein einmaliges Erlebnis, auf das wir uns bestmöglich im Training vorbereiten. In der Stadt bemerkt man, dass der Frauenfußball eine höhere Präsenz einnimmt, fast überall wird für das Spiel geworben. Sylvia: Da kann es schon einmal vorkommen, dass dich Passanten auf der Straße ansprechen. Viel Glück und Erfolg wünschen uns die JenaerInnen oder versichern uns, beim Spiel dabei zu sein! Wir empfinden das Interesse als sehr angenehm und freuen uns, dass das Medieninteresse für den Frauenfußball zunimmt.

Für seine Qualitäten verlieh der DFB dem Jenaer Sportgymnasium 2007 das Prädikat Eliteschule des Fußballs. Erläutert einmal unseren Lesern nach welchen Kriterien eure Ausbildung in Schule und Sportverein koordiniert und zu verstehen ist.

Julia: Die Sportschule in Jena bietet optimale Bedingungen, um eine leistungsorientierte sportliche Entwicklung im Fußball neben einer nicht zu vernachlässigenden schulischen Bildung zu ermöglichen. Qualifizierte Diplomsportlehrer und A-Lizenztrainer, in den Schulunterricht integrierte, zusätzliche Spezialsportstunden, kurze Wege zwischen Schul- und Sportstätten, eine gute Kooperation zwischen Lehrern, Trainern, Eltern und Schülern sowie das schuleigene Internat für auswärtige Schüler, welches wir selbst zwei Jahre besuchten, sind nur einige der Dinge, die das Sportgymnasium als einen Ort auszeichnen, wo sich junge talentierte Sportler in einer gut organisierten Umgebung bestmöglich sportlich, schulisch und persönlich entwickeln können.    

In den Steckbriefen auf DFB Homepage lasen wir, dass ihr unterschiedliche Zwillinge seid, denn ihr seid nicht gleich groß und unterschiedlich schwer? Warum ist die Schwerere von euch beiden die Stürmerin geworden?

Sylvia: Da gibt es wohl keine Parallelen zwischen Gewicht und Position. Julia würde wohl auch lieber in der Offensive spielen und dort die Tore schießen, aber mittlerweile ist sie aus unserer Abwehr nicht mehr wegzudenken! Ich hatte schon immer diesen Drang nach vorne.

Julia Arnold spielt in der U20 und im Verein in der Abwehr und Sylvia Arnold im Angriff! War das immer schon so bei euch beiden?

Julia: Nein, ganz früher, spielten wir beide bei den Jungs in der Abwehr. Als dann der Wechsel zu den C-Juniorinnen erfolgte, standen wir fortan beide im Mittelfeld bereit, manchmal auch im Sturm. Beim FF USV Jena spielten wir anfangs ebenso im Mittelfeld, erst seit etwa den letzten beiden Jahren, spielen wir hauptsächlich auf den angesprochenen Positionen.
 
Mit jeweils vier U20-Einsätzen werdet Ihr nur noch von Marina Hegering (FCR 01 Duisburg) mit neun Spielen und Stefanie Mirbach (FC Bayern München) mit sechs Spielen übertroffen. Wie schafft Ihr es, dass euch Bundestrainerin Maren Meinert immer beide nominiert und auch spielen läßt?


Sylvia Arnold (13) im Zweikampf mit SGS Spielerin Marlene Kowalik (9)
Foto: Lothar Weisner

Sylvia: Seit diesem Jahr sind wir wieder beide in der U-20-Nationalmannschaft dabei und freuen uns darüber auch riesig. Umso besser ist es, wenn man da oft die Chance bekommt, sein Können unter Beweis zu stellen und sich für die nächsten Auswahlaufgaben anbieten kann. Wenn man dann gemeinsam mit der Schwester für Deutschland auf den Platz stehen kann, ist das natürlich ein richtig schönes Gefühl, dass einen noch mehr antreibt.

Ihr wart in "La Manga" im Süden Spaniens mit dem U20 Kader in einem Trainingslager auch im Zentrum des Stierkampfes. Habt ihr mit der Mannschaft einen Stierkampf angeguckt?

Julia: Leider haben wir von Spanien und der dortigen Kultur nicht viel gesehen, da wir uns ausschließlich auf dem Trainingsplatz oder im Hotelkomplex aufgehalten haben. Bei solchen Turnieren bleibt nicht viel Zeit für andere Sachen außer dem Fußball, das ist aber nicht schlimm, schließlich muss man die vorhandene Zeit nutzen, damit das Team zusammenfindet und sich spielerisch, aber auch taktisch verbessert. Dieses Jahr findet die U-20-WM in Deutschland statt, da bedarf es einer guten Vorarbeit.
 
Wie ihr sicherlich wisst, sind einige Nationalspielerinnen im Dienste der Bundeswehr. Könnt ihr euch vorstellen auch nach Beendigung des Sportgynasiums so einen Weg der Förderung zu gehen?

Julia: Wir haben zwar schon von dieser Art der Förderung gehört, vorerst werden wir aber diesen Weg nicht einschlagen. Wir streben beide ein Studium an, wahrscheinlich an der Friedrich-Schiller Universität Jena.


Sylvia Arnold - die Zielstrebige
Foto: Lothar Weisner
Abby Wambach, die wohl zur Zeit erfolgreichste US-Weltklasse Fußballerin, beschäftigt sich mit dem kritischen Jon Krakauer Buch "Where Men Wins Glory", wenn sie mal Fußballpause hat. Es handelt vom Afghanistan-Krieg. Wir wissen die Frage ist schwierig zu beantworten, da wohl etwas tabuisiert, aber diskutieren Sie im Sportgymnasium mit den Lehrern über den Krieg in Afghanistan?

Sylvia: Ja, im Unterricht Sozialkunde werden solche und ähnliche aktuelle Themen selbstverständlich kritisch betrachtet und diskutiert. Und natürlich finden wir es wichtig, neben all dem Sport und Schulstress, den Blick für politisch und gesellschaftlich brisante Themen nicht zu verlieren, sondern den eigenen Horizont ständig zu erweitern.

Am Tag Eurer Geburt, dem 10. November 1990, besiegte im Männerfußball der 1.FC Magdeburg Dynamo Dresden mit 3:0. Existierte damals schon eine Frauenfussballmannschaft in Dresden, wo Ihr ja beide aufgewachsen seid. Diese Frage konnte von beiden nicht beantwortet werden. Die Redaktion bittet deshalb die Leser um Hilfe. Bitte melden unter:  frauenfussball2011@myspace.com
 
Ihr beide stammt ursprünglich aus Dresden und habt vor dem FF USV Jena lange Zeit in eurer Jugend bei der 1.FFC Fortuna Dresden-Rähnitz gespielt.

Ja, gebürtig sind wir Dresdnerinnen, wuchsen aber ab unserem sechsten Lebensjahr auf dem Land im Kreis Tharandt auf. Dort spielten wir bei der SG 90 Braunsdorf, erst mit elf Jahren erfolgte der Wechsel zu den Dresdner Fußballerinnen. Dann entschieden wir uns glücklicherweise für den FF USV Jena und sind hier schon seit nunmehr vier Jahren ansässig. Ein Schritt der sich gelohnt hat, denn nicht nur fußballerisch läuft es hier blendend, auch das Umfeld hier ist sehr schön und lebenswert.  

Wie heißt der/die TrainerIn, der/die dort in Dresden eure Talente gefördert hat?

Unsere Förderin in Dresden war Cornelia Braun, eine wirklich sympathische Frau, die sich schon seit Jahren um junge Talente im Bezirk Dresden kümmert. Auch uns entdeckte sie und holte uns zum 1.FFC Fortuna Dresden-Rähnitz.

Wer stand zuerst von euch beiden in einer DFB U20 oder U19 Auswahl auf dem grünen Rasen?

Julia: Meine Schwester Sylvia spielte bereits letztes Jahr im Frühjahr für die U-19 Auswahl. Ich bekam meinen ersten Einsatz circa drei Monate später.

Im Turnier in La Manga hattet ihr beide gegen die U23 von England gespielt. Wurdet ihr öfter im Turnier gegeneinander ausgewechselt? Ist das die neue Taktik der Trainerin Maren Meinert?

Beide einhellig: Nein, wurden wir bisher nicht. Aber eine interessante Taktik wäre es trotzdem. :-)

In eurer Freizeit geht ihr sicher Shoppen und Eis essen. Wart ihr schon mal bei einer Modenschau Young Fashion eingeladen?

Das mit dem Eis essen und Shoppen stimmt natürlich, das gehört beides zu unseren Lieblingsbeschäftigungen. Aber auf einer Modenschau waren wir bisher noch nicht, wäre aber bestimmt interessant mal eingeladen zu werden!

Ihr seid sicher modeinteressiert, lest ihr Modezeitschriften, wenn ja, welche? Kennt ihr den Blog "A Life in Fashion"? http://karoslifeinfashion.wordpress.com          


Torfrau Jana Burmester (Jena), Birgit Prinz (1.FFC Frankfurt, links) und Sylvia Arnold (rechts)
Fotoagentur A2 Hartenfelser

Julia: Natürlich sind wir als junge Frauen sehr modeinteressiert und versuchen uns dementsprechend bewusst zu kleiden. Anregungen finden wir da das eine oder andere Mal in Modezeitschriften wie Cosmopolitan, Glamour oder InStyle. Sylvia: Den Blog kannten wir noch nicht. "A Life in Fashion" gefällt uns: Hintergründe, Menschen, die etwas bewegen, Kollektionen, die besonders sind, Zeitschriften und Bücher, die interessant sind. Dinge, die man in der schnelllebigen Modewelt vergisst. Und warum es sich auszahlt, in etwas zu investieren. Beide einhellig: Wir Fußballerinnen mögen es, schick auszusehen.

Wenn ihr mit eurer Mutter shoppen geht, wer übernimmt dann das Kommando?

Sylvia: Wir gehen selten mit unseren Eltern zum Shoppen, da wir zu weit voneinander entfernt wohnen. Wenn sie uns aber in Jena einmal besuchen, dann zeigen wir Ihnen natürlich die Läden.
 
Am 13. Juli 2010 findet das Eröffnungsspiel der Frauen WM 20 in Bochum statt. Wer von euch beiden wird wohl die Chance bekommen zu spielen?

Julia: Wir hoffen natürlich, dass wir beide dabei sein werden. Wenn nicht von Anfang an auf dem Platz, dann „wenigstens“ im Kader. Es ist noch eine lange Zeit bis dahin, deswegen ist es momentan noch schwierig zu sagen, da noch viel passieren kann. Momentan hat wohl meine Schwester Sylvia etwas die Nase vorn.
    
Beim letzten DFB Hallenpokal in Magdeburg seid ihr erst im Halbfinale gegen den FC Bayern München im Neunmeterschiessen ausgeschieden. Wie war die Stimmung danach mit der Mannschaft?

Sylvia: Klar war man zuerst sehr enttäuscht über das knappe Scheitern im Halbfinale. Aber wir spielten ein sehr gutes Turnier, bei dem wir uns als Mannschaft außerdem sehr gut verkauft haben, und so war die Enttäuschung später nicht mehr allzu groß. Julia: Es hat einfach Spaß gemacht vor so vielen Menschen in der Halle zu spielen. Gemeinsam zu gewinnen oder zu verlieren gehört da ebenso dazu.


Julia Arnold (4), rechts kniend die Frankfurterin Kerstin Garefrekes (18)
Fotoagentur A2 Hartenfelser
 
Vereinstrainerin Heidi Vater hat in der DDR-Auswahl unter Bernd Schröder gespielt. Seht ihr einen Unterschied in der Trainungsauffassung von U20 Trainerin Maren Meinert?  

Sylvia: Beim DFB wird ein anderes taktisches System gespielt als im Verein. Da ist es klar, dass die Trainingseinheiten inhaltlich von einander abweichen. Außerdem ist in der Nationalmannschaft die Leistungsdichte höher, die Bundestrainerin Maren Meinert kann und muss somit ihren Spielerinnen auch mehr abverlangen. Julia: Grundlegend wird im Verein und beim DFB folgendes von den Spielerinnen gefordert: Einsatzbereitschaft, Passsicherheit, technisches Vermögen und körperliche sowie geistige Fitness, ganz wichtig ist auch die Kritikfähigkeit und die Bereitschaft zu Lernen und sich ständig verbessern zu wollen.
    
Diese Saison gelang euch mit FF USV Jena ein Auswärtssieg gegen die SG Essen-Schönebeck. Nach dem 2:2 Remis vor einigen Tagen zu Hause trefft ihr jetzt wieder im DFB Halbfinale auf die Mannschaft von Essen.  Wie seht ihr nüchtern Eure Chancen?

Julia: In der Liga endeten beide Partien gegen die SG Essen-Schönebeck unentschieden. Im Pokalhalbfinale wird es ganz sicher kein Remis geben. Wir, als Sechster in der Tabelle, nehmen wohl eine kleine Favoritenrolle ein. Jedoch sind die Liga und der Pokal zwei unterschiedliche Sachen, weiß man doch so bekanntlich!  Sylvia: Wer an diesem Tag die bessere Form hat, wird gewinnen. Theoretisch sollten wir aber in der Lage sein, Essen zu schlagen.

Die Jugendarbeit eures ehemaligen Heimatvereines 1.FFC Fortuna Dresden-Rähnitz gilt als vorbildlich. Habt ihr ehemalige Kolleginnen, die auch in höhere Ligen gekommen sind?

Sylvia: Marie-Louise Bagehorn, mit ihr spielten wir gemeinsam in Dresden. Sie spielt nun bei Turbine Potsdam. Auch sie ist in der U-19-Nationalmannschaft und hat Chancen bei der U-20-WM in Deutschland dabei zu sein.

In Jena gibt es die Basketballmannschaft Science City Jena. Sind bei euch im Sportgymnasium auch Spieler dieser erfolgreichen Mannschaft? Könnt ihr in Eurer Freizeit auch Basketballspiele besuchen?


Julia Arnold (links) verteidigt, Mannschaftskollegin Genoveva Anonma (unten rechts)
 Foto: Lothar Weisner

Julia: Nachwuchsspieler oder Spieler aus dem erweiterten Kader besuchen das Sportgymnasium Jena. Andere Spieler aus der aktuellen ScienceCity Mannschaft wurden am Sportgymnasium ausgebildet. Wir schauen uns gerne Basketball an und wenn es unsere Zeit zulässt (meist spielen wir ja am selben Tag wie die Basketballer) schauen wir uns schon deren Spiele an. Sylvia: Diese Saison waren wir bereits bei drei Spielen. Und das ist das Schöne in Jena, die Sportler halten zusammen und unterstützen sich gegenseitig.

Zwillinge haben besondere gemeinsame Gene, gibt es bei euch trotzdem eine Vatertochter oder eine Muttertochter? Oder ist die Frage zu klischeehaft?

Beide einhellig: Auch wenn die Frage wirklich klischeehaft ist, stimmt es wohl. Sylvia kommt eher nach dem Papa, Julia eher nach der Mama.

Eure Eltern waren sicher auch sportlich, was ist deren Lieblingssport?

Sylvia: Das Sportinteresse war sicherlich bei beiden vorhanden, jedoch nicht über den Hobbysport hinaus. So spielte unser Vati Fußball, eher zum Spaß anstatt des Leistungssport. Auch unsere Mutti spielte freizeitmäßig Handball, was wir bis zu unserem zwölften Lebensjahr, neben dem Fußball auch taten.

Sylvia, beschreibe mal deine Schwester Julia, übrigens wer ist die Ältere?

Sylvia: Ich bin zehn Minuten eher auf die Welt gekommen, deswegen hatte ich wohl immer einen kleinen Vorsprung in der Größe. :-) Und auch so, fühl ich mich meist wie die große Schwester, die auf ihre kleine Schwester aufpassen muss. Julia ist sehr aufgeschlossen und redet gerne und viel, künstlerisch ist sie sehr interessiert. Ansonsten sind wir uns sehr ähnlich, wir unternehmen gerne viel mit unseren Freunden, gehen gerne Eis essen und Shoppen und lieben beide den Fußball.
 
Julia, beschreibe mal deine Schwester Sylvia, welcher Fuß ist bei ihr der stärkere?

Julia: Sylvia ist wohl einer der wichtigsten, wenn nicht sogar der wichtigste Mensch in meinem Leben. Auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind, was vorrangig das Wäsche waschen, Staubsaugen, Aufräumen oder Ähnliches anbelangt, so sind wir doch immer füreinander da und unterstützen uns gegenseitig. Etwas Wertvolleres kann es wohl kaum geben. Und gibt es mal Streit, dann kann ich auch nicht länger als ein paar Minuten sauer sein. Stärken und Schwächen haben wir natürlich unterschiedliche, wenn man davon absieht, dass bei uns beiden der rechte der stärkere Spielfuß ist. Sylvia hat ebenso wie ich sehr viele verschiedene Interessen, so die Musik, Bücher und zuweilen auch die Kunst, um nur einiges zu nennen. Sie ist sehr zielstrebig, ehrgeizig, aber auch manchmal ein kleiner Dickkopf, das hat sie wohl vom Papa. (PK)

(1) lat. Gemini = Zwillinge

Online-Flyer Nr. 243  vom 31.03.2010

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Von Kostas Koufogiorgos
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