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Aktueller Online-Flyer vom 17. Oktober 2017  

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Sport
Wettbewerb verändert Talentförderung und Systeme
Glücksfee Nadine Angerer
Von Bernd J. R. Henke

Am Mittwochabend ergab die Auslosung, die Nationaltorhüterin Nadine Angerer im Beisein von Guido Buchwald und Felix Magath im ZDF für den Frauen-Pokal durchführte, dass der FCR 01 Duisburg schon im Halbfinale gegen Turbine Potsdam antritt. Im somit faktisch vorgenommenen Endspiel auf Ebene internationaler Spitzenklasse erhielten die Duisburgerinnen das Heimrecht, Ein echter Knaller für Zuschauer im Rheinland. Im Sinne bester Ausgangslage für den FF USV Jena bewies Angerer ebenso ein glückliches Händchen: die SG Essen-Schönebeck muss am Osterwochenende (4.-5. April) in Jena antreten. 
Spannend wird es, da Potsdam sich für die letztmalige 0:7 Endspielpleite revanchieren möchte und total offen ist, ob nicht im Mai erstmalig ein reines Frauenfinale zweier Mannschaften stattfinden wird, die in der Tradition ostdeutscher Talentförderung stehen, die sich aber mittels Zukauf von fertig ausgebildeten Fussballerinnen (Bajramaj, Schröder, Keßler, Carioca, Ngo Ddoumbouk, Bayor, Anomna) in Konvergenz auf die oft geschmähte Einkaufskultur eines 1.FFC Frankfurt zubewegen.
 
Wendeformel
 
Beachtenswert war - in diesem Zusammenhang der Angleichung der Managementpolitik von West- und Ostvereinen - der kürzlich erfolgte Transfer der norwegischen Nationalspielerin Leni Larsen Kaurin von Turbine Potsdam zum Erzrivalen 1.FFC Frankfurt. Dazu der Kommentar und die Interpretation von Turbine Trainer Bernd Schröder: „Der Wechsel von Leni Larsen Kaurin ist in beiderseitigem Einklang der Vereine sowie mit der Spielerin vonstatten gegangen. Leni verlässt uns nicht in Unehren und wir bedanken uns bei ihr für ihren Einsatz für unseren Verein."
 
Talentförderung
 
Mit Blick auf die Konkurrenz aus Frankfurt fuhr Schröder fort: „Wir sind in der Offensivformation zurzeit sehr gut besetzt und wollen unser System, kontinuierlich junge Spielerinnen einzubauen, weiter fortsetzen. Im Hinblick auf Lenis Ziele, sich für die Weltmeisterschaft 2011 für einen Stammplatz in der norwegischen Nationalmannschaft zu empfehlen, hat sie in Frankfurt eher die Möglichkeiten, dauerhafte Spielpraxis zu sammeln.” Fussballexperte Johann Blaha folgert: „Sollte der erfolgreiche 1.FFC Frankfurt, der viel Finanzkraft einsetzt, um in der Bundesliga kurzfristig vorne mitzuhalten, sich in der Talentförderung mittelfristig mehr engagieren, um seine derzeitige wirtschaftliche Prosperität nicht nur als Auffangplattform für ausgereifte Nationalspielerinnen, die naturgemäß kurzfristiger planen, einzusetzen? Was nützt internationale Erfahrung, wenn der Verein international auch nächste Saison nicht mitspielt?“ Vielleicht hat da der Hessische Fussballverband ein paar neue vernetzbare Ideen parat hinsichtlich Pflege, Aufbau und Integration von talentierten Fussballerinnen. Auf diese Fragen gibt es sicher auch Antworten. (PK)

 
 
 

Online-Flyer Nr. 236  vom 11.02.2010

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