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Aktueller Online-Flyer vom 15. Dezember 2017  

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Filmclips
Hans Friderichs - ein Porträt
Von Peter Kleinert



Der ehemalige FDP-Wirtschaftsminister und Dresdner Bank-Chef war - ungebrochen durch seine Partei-Spendenaffäre mit dem Hause Flick - immer noch einer der Drahtzieher "unserer Wirtschaft", weshalb ihm die Autoren das Lenin-Zitat im Titel widmeten. Voller Stolz auf seine Karriere ließ er sich - inzwischen zum Airbus-Boss aufgestiegen - bei einer Flugzeugtaufe, vor dem Kaminfeuer zuhause und auf dem Rennrad filmen - hier allerdings begleitet von Leibwächtern im Mercedes. Dieser Film von 1991 passt auch heute noch zur Regierungspartei FDP.

Was Friderichs selbst im Interview in seiner Biografie vorsichtshalber weg ließ, ergänzten die Autoren, gestützt auf die Archive, einige Kritiker, wie die Politik- und Wirtschaftswissenschaftler und Professoren Hans See und Jörg Huffschmid und seine "Weggefährten". Nur einer von diesen, Otto Graf Lambsdorff, Ex-Wirtschaftsminister und FDP-Vorsitzender, wie Friderichs wegen der Flick-Affäre rechtskräftig aber - entsprechend seiner Position - gentlemanlike verurteilt, merkte schon während der Filmaufnahmen, daß dies offenbar keiner der im Fernsehen üblichen Filme werden sollte und brach - um seine Fassung kämpfend - das Interview ab.

Die anderen Freunde, wie der vom Corps Teutonia, plauderten stolz im Interview oder wurden von Friderichs persönlich ebenso stolz erwähnt: Walter Deuss, Karstadt AG, Horst K. Janott, Münchner Rück, Joachim Zahn, Daimler Benz, Hans L. Merkle, Deutsche Bank, BASF, BDI, Alfred Herrhausen, Deutsche Bank, Jürgen Ponto, AEG und Dresdner Bank, Fritz Berg, BDI-Präsident, Hans Günther Sohl, Wehrwirtschaftsführer, Thyssen AG, BDI-Präsident, Eberhard von Brauchitsch, Friedrich Flick KG und BDI-Vizepräsident.

Brauchitsch, Lambsdorff und Friderichs wurden im Flick-Prozess nicht, wie die Staatsanwaltschaft wollte, wegen Bestechlichkeit, sondern nur wegen


Hans Friderichs
Quelle: Bundesarchiv
Steuerhinterziehung verurteilt. Das brachte Friderichs zwar um seinen Vorstandsvorsitz bei der Dresdner Bank, wenig später aber den Vorsitz im Aufsichtsrat von Airbus - wohl nicht zuletzt, weil er der Daimler Benz AG seiner Freunde Herrhausen und Zahn per Ministererlaubnis zu "zusätzlichen Geschäftsbereichen" (AEG, MBB, MTU) verholfen und damit den größten deutschen Rüstungskonzern mit auf die Welt gebracht hatte.

Inzwischen ist Friderichs Vorsitzender des Hochschulkuratoriums und des Hochschulrates der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Am 18. Januar 2008 wurde ihm in Mainz die Ehrenmitgliedschaft der Wirtschaftsjunioren Rhein-Hessen im Rahmen ihrer Neujahrstagung verliehen.

Soweit wir es überblicken, hat über diese Sendung von KANAL 4 keine der verlegereigenen und anzeigenabhängigen Tageszeitungen der Bundesrepublik berichtet, nachdem der WDR unseren Vorschlag für dieses Filmporträt abgelehnt hatte. Siehe http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=1188

Autoren: Peter Kleinert, Michael Houben
Kamera: Rainer Kling
Schnitt: Birgit Köster
Musik: Carl Orff, Krzysztof Penderecki, Andrew Davies
Fotos: Stephan Thonett
Ton: Stephan Thonett, Birgit Köster
Produktion: KAOS Film- und Video-Team Köln im Auftrag von KANAL 4
1991, 49 Minuten
(PK)

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Online-Flyer Nr. 235  vom 15. Dezember 2017



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