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Inland
Folgen der Medienberichterstattung zu den Wahlen
Sogar Hubertus Heil in die Irre geführt
Von Peter Kleinert

"Die Linke, WASG sowie linke Listen erhielten zusammen 3,4 Prozent" berichtete der Kölner Stadt-Anzeiger über die Kommunalwahlen in Hessen vom vergangenen Wochenende. Und sein Chefredakteur Franz Sommerfeld kommentierte den Wahlsonntag so: "Das Zusammengehen der PDS mit versprengten West-Linken hat sie nicht wirklich gestärkt. Sie bleibt eine Ostpartei. Das ist auch nicht weiter schlimm."

Da der ehemalige Braunschweiger Juso-Vorsitzende und derzeitige SPD-Generalsekretär Hubertus Heil Zeitungen wie KStA, FAZ, FR und dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen glaubt, das sich ebenfalls darauf beschränkt hatte, der Linken in Hessen knapp über drei Prozent der Stimmen zuzuerkennen, konnte er am Montag im Deutschlandfunk erleichtert aufatmen: "Trotz aller vollmundigen Ankündigungen" sei "die Westausdehnung der PDS... grandios gescheitert. Das gibt uns Hoffnung, Stück für Stück auch wieder voranzukommen als die linke Volkspartei in Deutschland." Wenn er sich da mal nicht irrt.

Denn abgesehen davon, dass Sachsen-Anhalt - aus dem TV und Printmedien im Zusammenhang mit den Landtagswahlen berichten mussten, dass dort seine SPD jede Menge Stimmen an die Linkspartei verloren hatte - inzwischen auch in Deutschland liegt, hatte der arme Hubertus Heil offenbar vor seiner DLF-Sendung wie viele Zeitungsleser und TV-Zuschauer folgendes überhaupt nicht mitbekommen:

Hubertus Heil: 'Vertrauen in Deutschland!' - Aber in die Medien?
Hubertus Heil: "Vertrauen in Deutschland!" -
Aber in die Medien?
Foto: NRhZ-Archiv



Im hessischen Marburg kam die Linke.WASG auf 8,7, in Frankfurt am Main auf 6,8, in Kassel auf 6,5, in Offenbach auf 6,2 und in Gießen auf 6 Prozent der abgegebenen Stimmen. Durchweg auf Kosten der SPD, die in Hessen wie in Sachsen-Anhalt und Baden Württemberg ihr schlechtestes Wahlergebnis einfuhr. Im Frankfurter Rathaus "stürzt die SPD auf 23 Prozent ab" berichtete die SPD-nahe Frankfurter Rundschau, tröstete sich und Heil aber mit "einer historisch niedrigen Wahlbeteiligung von nur 40,4 Prozent" als Grund für den Absturz.

Das hatten der FR die öffentlich-rechtlichen TV-Wahlunterhalter am Sonntagabend schon vorgemacht: Auch Sachsen-Anhalt sei für die SPD wegen der Wahlbeteiligung so schlecht gelaufen. Und Sommerfeld wusste im KStA-Kommentar für das gute Abschneiden der "Ostpartei" noch einen weiteren Trost: "Der christdemokratische Innenminister Wolfgang Schäuble hat einmal sehr richtig bemerkt, dass die Rechtsradikalen ohne die PDS im Osten über ganz andere Bastionen verfügen würden." Klar, denn eigentlich sind die meisten PDS-Wähler tendenziell Neo-Nazis. Schließlich sind viele von ihnen in der DDR aufgewachsen, in der es genau so wenig Demokratie gab wie unter der Hitler-Diktatur. Das wissen wir spätestens seit Gründung der "Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur" durch Schäubles Innenministerium.



Online-Flyer Nr. 37  vom 28.03.2006

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