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Aktueller Online-Flyer vom 10. Juni 2026  

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Inland
Gedenkwochenende der Anti-Atom Bewegung zu Tschernobyl
Starker Auftakt für 2009
Von „Kölner Gegenstrom“ & friends

Drei Kundgebungen hat es an diesem Wochenende in Deutschland gegeben - mit rund 3.000 TeilnehmerInnen, die den 23. Jahrestag der Atomkatastrophe in Tschernobyl zum Anlass nahmen, den sofortigen Ausstieg aus der Kernenergie zu fordern. Rund 1.000 AtomkraftgegnerInnen demonstrierten in Münster, 1.500 in Krümmel, 250 in Neckarwestheim. In der Ukraine, in Russland und Weißrussland gedachten ebenfalls Tausende der Katastrophe vom 26.April 1986.

Anti-AKW-Demo zum Tschernobyl-Gedenktag 
 
Zur Demonstration in Münster hatten Anti-Atom-Initiativen, Umweltverbände und Parteien unter dem Motto „Tschernobyl mahnt: Keine Renaissance der Atomenergie – Atomanlagen sofort stilllegen!“ aufgerufen. Die ersten rund 100 Demonstranten hatten sich bereits um 10 Uhr vor dem Hauptbahnhof versammelt und starteten einen Fahrradkorso durch die Innenstadt. Einzelne Gruppen von Atomkraftgegnern zogen zu Fuß zum Hindenburgplatz. Der Bahnhof habe einen negativen symbolischen Charakter informierte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland die versammelten Fahrradfahrer vor der Abfahrt. „Hier fahren die Atommülltransporte durch." Seine Forderung: „Urananreicherungsanlagen abstellen – sofort!“
 
Widerstand gegen Atommülltransporte angekündigt
 
Eine Delegation der Initiative “Kölner Gegenstrom“ wurde auf dem Hindenburgplatz von einer bunten Menschenmenge mit Beifall empfangen. Einige kurze Redebeiträge und eine Performance von Greenpeace zum Reaktorunfall von Tschernobyl sorgten für die richtige Einstimmung. Die vier deutschen Energieriesen RWE, EON, EnBW und Vattenfall würden allein aus Profitgründen ihre Atomkraftwerke nicht abschalten wollen, lautete die Kritik der Atomkraftgegner, die die schwarz-gelbe Landesregierung zu vernünftigem Handeln aufforderten. Eickhoff befürchtet jedoch, dass bald nach der Landtagswahl wieder ein Atommülltransport durchs Münsterland fahren werde, und kündigte an: „Das wird nicht ohne unseren Widerstand geschehen." Vor allem müsse die Atomanlage in Gronau dicht gemacht werden. Mit Beifall und Trillerpfeifen stimmten ihm seine Zuhörer zu. Das Unglück im ukrainischen Tschernobyl hat nach einhelliger Auffassung aller RednerInnen bewiesen, dass Kernenergie nicht beherrschbar ist. Mehr denn je sei es daher notwendig, solche Gefahrenbringer weltweit abzuschalten.


Greenpeace-Performance zur Katastrophe | Fotos: Kölner Gegenstrom
 
Mit einem kurzen und lauten Marsch durch die Innenstadt machten die TeilnehmerInnen ihr Anliegen den dort wohnenden Menschen bekannt. Eine kurze Zwischenkundgebung galt dabei dem Verwaltungsgebäude der Stadt Münster, wo die Verantwortlichen für die Genehmigung der Uran- und Castortransporte von und nach dem nahe gelegenen Zwischenlager Ahaus und der Urananreicherungsanlage in Gronau ihre Büros haben. .
 
Biobäuerin aus der Belene-Region
 
Auf der Abschlusskundgebung verurteilte Albena Simeonova, Biobäuerin aus der Belene- Region die Pläne von RWE, im bulgarischen Erdbebengebiet gleich zwei AKWs zu bauen. Erst am Samstag zuvor habe dort die Erde mit 5,3 auf der Richterskala gebebt. 1977 starben 120 Menschen bei einem Erdbeben in unmittelbarer Nachbarschaft des vorgesehenen AKW-Baugebiets. Doch RWE wolle offenbar aus Profitgründen jedes Risiko eingehen. Sie selbst habe - als bekannte AKW-Gegnerin - im Dezember 2008 Morddrohungen wegen ihres Engagements erhalten.
 
Von Rashid Alimov von “Ecoperestroika“ aus St. Petersburg, der seit Jahren gegen die Uranmüllimporte aus Gronau, Almelo und Frankreich kämpft, erfuhren die Zuhörer, dass in St. Petersburg ein neuer Atomhafen gebaut werden soll. Cécile Lecomte vom Netzwerk "Sortir du nucléaire" rief zum Widerstand gegen den Bau des neuen EPR-Reaktors in Flamanville sowie gegen den geplanten Bau in Penly auf. Dort soll sich auch EON beteiligen. Auch sie kündigte Widerstand gegen Urantransporte von Frankreich nach Gronau sowie von La Hague ins Zwischenlager Ahaus an.
 
Der Widerstand wächst
 
Matthias Eickhoff interpretierte den langen, bunten Protestzug und die Anwesenheit von europäischen TeilnehmerInnen und RednerInnen als ermutigenden Beweis, dass der Widerstand gegen den auf Bundesebene von CDU/FDP propagierten “Ausstieg aus dem Ausstieg“ spürbar wachse. Auch innerhalb der Region seien immer mehr Menschen besorgt, dass die unter Rot-Grün beschlossenen Vereinbarungen bald gekippt würden. Die heutige Demonstration sei deshalb „nur der Auftakt für weitere ähnliche Ereignisse in den nächsten Monaten gewesen". Alle waren sich einig: Den AKW-Konzernen und deren Unterstützern in der Politik steht ein heißes Protestjahr gegen die geplante "Renaissance" der Atomenergie bevor. So ist u.a. für den 5. September eine bundesweite Anti-Atom-Demo in Berlin geplant. (PK)
 
Hierzu auch der Filmclip in dieser NRhZ-Ausgabe 

Online-Flyer Nr. 195  vom 29.04.2009

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