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Aktueller Online-Flyer vom 24. Oktober 2017  

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Wirtschaft und Umwelt
RWE braucht neuen Aufsichtsratsvorsitzenden - und einen neuen Atomkurs
Vorstandschef Großmann angeschlagen
Von Ferdinand Dürr


Die RWE-Aktionärsversammlung am vergangenen Mittwoch in Essen begann mit einer großen Überraschung: Während der unmittelbar zuvor stattfindenden Sitzung des Aufsichtsrats trat dessen Vorsitzender, Dr. Thomas Fischer, zurück. Fischers Stuhl war schon auf der letzten Sitzung des Kontrollgremiums ins Wanken geraten, weil er sich mit RWE-Vorstandschef Jürgen Großmann und dessen Pro-Atomkurs angelegt hatte.
 

Bald nicht mehr RWE-Boss? – Atom-Fan
Jürgen Großmann
NRhZ-Archiv
Dabei hatte Fischer in diesem Punkt eigentlich die Rückendeckung des Gremiums. Großmann war es, der den Unmut des Aufsichtsrats mit seiner ruppigen Art auf sich gezogen hatte, weil er mit aller Gewalt das Atomkraftwerk Belene durchsetzen will. Dort plant der Vorstand, sich mit rund 1,5 Milliarden Euro an zwei Atomreaktoren mitten im bulgarischen Erdbebengebiet zu beteiligen (s. NRhZ-Ausgaben 179, 187 und 189).  
 


Mit dem Fischers Rücktritt wachsen aber die Zweifel, ob sich der Atomkraft-Fan Großmann behaupten kann. So äußerten sich auf der Hauptversammlung nicht nur Umweltschützer kritisch zum gefährlichen Atomprojekt Belene. Die taz etwa zitiert einen Sprecher der Fondsgesellschaft Union Investment mit der an Großmann gerichteten Frage: „Wie können Sie es zulassen, dass RWE im Zusammenhang mit dieser tickenden Zeitbombe (Belene) überhaupt genannt wird?"
 
Nicht vergeblich demonstriert
 
Die Kritik an Vorstandschef Großmann unter den RWE-EignerIinnen wächst also. Und was nach außen hin wie ein Sieg über den Aufsichtsratsvorsitzenden Fischer aussieht, könnte sich schnell ins Gegenteil verkehren. Laut Süddeutsche Zeitung dürfte Großmanns Position jedenfalls heftig wackeln, solange er weiter an dem riskanten Atomkraftwerk im Erdbebengebiet festhält und damit konzerninternen Streit in Kauf nimmt. 
 

Anti-AKW-Kundgebung gegen RWE-Vorstand 
Quelle: Campact
 
Umweltschützer von Greenpeace, Urgewald, Campact und Attac haben also möglicherweise am Mittwoch zusammen mit Anti-Atom-Initiativen und Vertretern von Grünen, Linken und der Mülheimer Bürgerinitiative MBI vor und in der Essener Grugahalle nicht vergeblich für einen Kurswechsel des Energiekonzerns demonstriert. Und Aufsichtsratsmitglieder wie Dortmunds SPD-Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer und die ebenfalls zur SPD gehörende Mülheimer OB Dagmar Mühlenfeld müssen fürchten, im NRW-Kommunalwahlkampf mit Anti-AKW-Demos vor ihren Rathäusern konfrontiert zu werden. (PK)

 
Ferdinand Dürr ist aktiv im Campact e.V. - http://campact.de/campact 

Online-Flyer Nr. 195  vom 29.04.2009

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