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Aktueller Online-Flyer vom 18. Dezember 2017  

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Fantasievolle Aktion in konsumversunkener Kölner Innenstadt
60 Jahre (keine) Menschenrechte
Von Carl H. Ewald und Wolfgang Geissler

„Eigentlich ist die Verabschiedung der Menschenrechte vor 60 Jahren kein Grund zum Feiern, sondern ein Grund zum Trauern, da die wenigsten von ihnen wirklich umgesetzt sind.“ – so leiteten Aktive der Humanistischen Bewegung und der politischen Straßentheatergruppe des Allerweltshauses ihre Aktion in der vorweihnachtlichen Kölner Innenstadt ein. Doch es ging den Gruppen nicht nur darum, auf die mangelhafte Umsetzung der Menschenrechte in aller Welt aufmerksam zu machen – dabei hätten ihnen noch sämtliche hochdotierte Festtagsredner zum Tag der Menschenrechte zugestimmt.

„Auch in Deutschland warten nach wie vor das Recht auf Arbeit und angemessene Entlohnung, das Recht auf kostenlose Bildung, auf einen angemessenen Lebensstandard, das Recht auf den besten erreichbaren Gesundheitszustand, auf Gleichberechtigung, das Recht dort zu wohnen, wo man möchte und einige mehr auf Verwirklichung. Auch um den Schutz vor willkürlichen Eingriffen in die Privatsphäre und um die Meinungsfreiheit ist es nicht gut bestellt. Im Gegenteil, um die meisten dieser Rechte steht es schlimmer als je zu vor.“, konnte man auf einem begleitenden Flugblatt lesen.

Nun, das waren schon mehrere gute Gründe, den vorweihnachtlichen Konsumrausch zwischen den wie Pilzen aus der Erde sprießenden Weihnachtsmärkten und dem üblichen Getümmel auf den Kölner Einkaufsmeilen ein wenig aufzumischen – und das in einer ebenso erfindungsreichen wie effektvollen Aktion:

Tag der Menschenrechte in Köln Fotos: Wolfgang Geissler
Der Beweis: Menschenrechte sind universell...

Unter der schauspielerischen Leitung von Paco Mirallas und in weiße Overalls gekleidet zog die Gruppe ohne viele Worte, aber mit umso mehr Gesten über die Hohe Straße und Schildergasse, klebte an aussagekräftigen Schaufenstern und Dekorationen und brachte wohl einige schwerbepackte Einkäufer ein wenig ans Nachdenken. Denn die Konsumrauschspirale einerseits und Armut, Misere und Verbluten am Schutzzaun der „Festung Europa“ andererseits bedingen sich ohne Zweifel gegenseitig.

Tag der Menschenrechte in Köln Fotos: Wolfgang Geissler
...und unveräußerlich – die Aktivisten vor einer bekannten Parfümkette

Zusätzlich machten die Aktivisten noch auf einen weltweiten Marsch für Frieden und Gewaltlosigkeit aufmerksam, der im Oktober 2009 in Neuseeland startet und drei Monate später am anderen Ende der Welt, in den chilenischen Anden endet. Zwischendurch zieht er durch rund 90 Staaten, darunter auch durch Deutschland, und macht gemeinsam mit lokalen Friedensaktivisten auf schwelende und offene Konflikte sowie auf gewaltfreie Lösungen aufmerksam. (CH)


Tag der Menschenrechte in Köln Fotos: Wolfgang Geissler
Sie gelten weltweit, und Krieg ist natürlich die existentiellste Bedrohung aller Rechte... | alle Fotos: Wolfgang Geissler



„Hey, wo sind die Menschenrechte?!“


Tag der Menschenrechte in Köln Fotos: Wolfgang Geissler
Hier ist irgendwie kein Platz für sie...


Tag der Menschenrechte in Köln Fotos: Wolfgang Geissler
Da hilft kein Betteln...


Tag der Menschenrechte in Köln Fotos: Wolfgang Geissler
...und kein Trauern...


Tag der Menschenrechte in Köln Fotos: Wolfgang Geissler
Man muss wohl was tun, zur Verwirklichung der Menschenrechte



...und natürlich dabei solidarisch zusammenhalten.


Tag der Menschenrechte in Köln Fotos: Wolfgang Geissler  free hugs
„Gratis-Umarmungen“ für konsumgeplagte ZeitgenossInnen
Alle Fotos: Wolfgang Geissler


Weitere Informationen zu den einzelnen Gruppen:
Allerweltshaus
Humanisten in Köln
Weltweiter Marsch für Frieden und Gewaltlosigkeit (www.weltweitermarsch.eu)


Online-Flyer Nr. 177  vom 17.12.2008

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Von Kostas Koufogiorgos
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