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Aktueller Online-Flyer vom 19. Oktober 2017  

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Medien
Finnland steht unter Schock
Killerspiele
Von Willy H. Wahl

Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres ist ein Amokläufer in eine Schule gestürmt und hat wahllos unschuldige Menschen erschossen. Beide Schützen kündigten ihre Taten im Internet an. Diesmal war der Amokläufer noch am Tag vor der Tat von der Polizei befragt worden. Er hatte in einem Internetforum ausdrücklich ein „Massaker in Kauhajoki“ angekündigt. Als Hauptinteressen gab der Täter „Computer, Waffen, Sex und Bier“ an.


Quelle: www.gulli.com
Haben wir uns schon so daran gewöhnt, dass unsere Kinder und Jugendlichen mit Waffen „spielen“? Nehmen die Erwachsenen nicht wahr, dass diese ihre Freizeit mit Killerspielen verbringen, bei denen man mit Erschießen, Abschlachten oder Aufspießen Punkte gewinnen oder auf ein höheres Level kommen kann? Heute ist in der Fachwelt jedoch bekannt, dass das Training mit Killergames enorme Auswirkungen auf das seelische Leben eines Menschen hat. Neben der Gewaltproblematik beeinflussen sie auch das Menschenbild der Kinder und Jugendlichen: Der Stärkere setzt sich mit rücksichtsloser Gewalt durch. Es gibt in dieser Computerwelt keine Solidarität mit Schwächeren zugunsten eines friedlichen Zusammenlebens. Gewalt wird als Lösung von Problemen angesehen.


Quelle: www.gulli.com
Psychologen und Hirnforscher bestätigen schon lange, dass Gewalt in Videospielen und Filmen Kinder konditioniert und desensibilisiert. Killergames werden übrigens auch in den US-Streitkräften eingesetzt, um Soldaten aufs Töten vorzubereiten. Sollen damit unsere Kinder und Jugendlichen auf Kriege vorbereitet werden? Der Handel mit Killergames ist weltweit ein Milliardengeschäft, und die Hersteller wehren sich gegen jegliche Aufklärung.

Es gibt jedoch immer mehr Eltern, welche Videospiele und Fernseher aus den Kinderzimmern verbannen. Und im Kanton Bern hat der Grosse Rat auf Grund eines Antrags seines sozialdemokratischen Abgeordneten Roland Näf eine Standesinitiative lanciert. In der Wintersession werden die eidgenössischen Räte in einer Kommission darüber debattieren, ob Killergames, bei denen man „durch Erschiessen, Kopfweghauen oder Schädeleinschlagen“ punkten kann, in der Schweiz gesetzlich verboten werden sollen.
 
Eltern und Erziehungsberechtigte mit Kindern im Kindergarten und an der Volksschule müssen darüber aufgeklärt werden, wie sich der Fernsehkonsum und die Computer- und Videospiele auf ihre Schulleistungen, ihr Sozialverhalten und ihre Gesundheit auswirken.
 
Diesen in der Schweizer Zeitschrift Zeit-Fragen Nr.42, hatte der Autor der deutschen Wochenzeitung DIE ZEIT angeboten. Das hatte, wie unser Kollege Wolf Gauer erfuhr, das folgende Nachspiel: 
 
„Ich fühle mich belästigt“
 

Genauer: „Würden Sie bitte die mailerei einstellen! Ich fühle mich belästigt“ war die hanseatisch noble wenn auch grusslose Replik der ZEIT-Mitarbeiterin Anne Rennemeier an Willy H. Wahl, Herausgeber der respektierten Schweizer Website für Erziehung, Ethik und Politik „Seniora”.
(Von: Rennemeier [mailto:anne.rennemeier@zeit.de] Gesendet: Donnerstag, 16. Oktober 2008 09:53 An: Willy H. Wahl Betreff: Re: WG: Bildungsgipfel in Berlin: Was McKinsey „vergessen" hat).  
Welche „Mailerei” eine ZEIT-Mitarbeiterin belästigen kann, erläutert Willy H. Wahl – allerdings mit mehr Stil und Klasse, als bei Frau Rennemeier disponibel:


Willy H. Wahl | Foto: privat        
„Liebe Frau Rennemeier
Eigentlich schade, dass sich eine verantwortliche Mitarbeiterin der ZEIT von einem 78jährigen Humanisten belästigt fühlt, der auf eine beängstigende Tatsache aufmerksam macht. Meine Ausführungen zum bevorstehenden „Bildungsgipfel" hätten Sie ganz besonders interessieren sollen. Weil das Thema „Killerspiele“ auf die Tagesordnung eines „Bildungsgipfels“ gehört, der diesen Namen verdient. Die ZEIT könnte dabei eine positive Rolle spielen und mithelfen, auf die Gefahr seelischer Verwahrlosung Jugendlicher durch Gewalt verherrlichende Computerspiele hinzuweisen.
 
Vielleicht überlegen Sie sich den Sachverhalt noch einmal und lesen den Artikel aufmerksam durch.

Mit freundlichen Grüssen
Willy H. Wahl
Hadlaubstrasse 41
8006 Zürich” (PK)

Online-Flyer Nr. 169  vom 22.10.2008

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