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Aktueller Online-Flyer vom 10. Juni 2026  

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Aktuelles
Termine der Aktionen zur Verhinderung des Rassisten-Kongresses
„Köln ist bunt, nicht braun!“
Von Peter Kleinert

„Wir rufen dazu auf, dies nicht tatenlos hinzunehmen – der angekündigte Rassistenkongress darf nicht stattfinden! Wir stellen uns quer gegen Rassisten, Neonazis und angekündigte internationale Holocaust-Leugner. Wir werden am 19. und 20. September präsent sein, denn Köln ist bunt, nicht braun – und das soll auch so bleiben!“ heißt es in einem Appell an die Kölner BürgerInnen, den für kommendes Wochenende von „pro Köln“ und „pro NRW“ angekündigten „europäischen Anti-Islam-Kongress“ zu verhindern. Hier die Aktionen, Treffpunkte und Termine soweit der NRhZ bekannt.




Freitag: Bezirksrathaus Nippes, Moschee Ehrenfeld und Kalk
 
Neben dem von der NRhZ gemeldeten erfolgreichen Blockadetraining vom Sonntag auf dem Heumarkt und den seit Samstag die ganze Woche unter dem Motto „Kein Kölsch für Nazis!“ laufenden Veranstaltungen in über 150 Kölner Kneipen und Restaurants findet am Freitag, 19. September ab 10 Uhr vor dem Bezirksrathaus Nippes (Neußer Straße/Gürtel/U-Bahn12,13,15) eine Protestkundgebung statt. Dort hat das Amt von Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) eine als „Fraktionssitzung“ getarnte „pro-Köln“-Veranstaltung mit anschließender Pressekonferenz trotz Widerspruch von Bezirksbürgermeister Bernd Schößler (SPD) genehmigt. (Siehe auch „Bürgermeister von Nippes empört“ in NRhZ 163)
 

Fotos: Hans-Dieter Hey
 
Ab 11 Uhr gibt es einen Infostand und Aktionen Köln-Ehrenfeld (vor dem Kaufland/Post in der Venloer Straße). Ab 12 Uhr demonstriert eine Menschenkette um die Moschee an der Venloer Straße/Inneren Kanalstraße. Den geplanten Moschee-Neubau in Ehrenfeld hatte „pro Köln“ bereits vor Monaten zum Anlass für seine Türken- und Islam-feindliche Kampagne genommen, die nun ihren vorläufigen Höhepunkt in der Veranstaltung „Nein zur Islamisierung! Nein zur Kölner Großmoschee!“ finden soll. Und ebenfalls  Freitag um 12.00 Uhr gibt es an der Post in Kalk eine Kundgebung gegen die angedrohte "Stadtrundfahrt" der Rechten. Die haben nämlich angekündigt, bei ihrer Tour durch "Kölns multikulturelle Problemviertel" auch durch Kalk zu fahren. Das soll verhindert werden.

Samstag: Großkundgebung und Aktionen


Zu einer vom DGB initiierten Großkundgebung auf dem Roncalliplatz am Dom mit anschließender Menschenkette sind für Samstag, 20. September, ab 9 Uhr alle KölnerInnen aufgerufen. Motto: „Wir stellen uns quer! Europäische Rassisten haben in Köln keinen Platz!“ Die Leitung hat der Kölner IG Metall-Vorsitzende Witich Rossmann. Um 9.30 Uhr Auftritt von Tommy Engel und Band, 10 Uhr Ansprachen von OB Fritz Schramma, Hannelore Bartscherer, Vorsitzende des Katholikenausschusses, Claudia Wörmann-Adam, ver.di, als Vertreterin der DGB-Gewerkschaften, Michel Vandenborght, Präsident der FIR, Internationale Föderation der Widerstandskämpfer. Dazwischen Auftritte des Kabarettisten Heinrich Pachl.

Um 11 Uhr beginnt vom Roncalliplatz aus eine Demonstration, vorbei an Unter Goldschmied und Rathaus zum Gürzenich, wo eine Abschlusskundgebung mit folgenden RednerInnen stattfinden soll: Lale Agkün, MdB, Volker Beck, MdB, je ein Vertreter der Evangelischen Kirche und des Ford Betriebsrats, Reiner Schmidt (AKKU), Jörg Detjen, MdR und Jürgen Roters, Regierungspräsident a.D.. Für Musik sorgen zwischendurch: „Arsch huh", Brings, Die Höhner, LSE, Köster, Lee u.a.. Dazu Politisches Kabarett von Wilfried Schmickler

Ebenfalls um 9 Uhr trifft sich „AKKU – Antifaschistische Koordination Köln & Umgebung“ am Gürzenich. Diese Kundgebung steht unter dem Motto „Hingesetzt! - Beteiligt euch an Massenblockaden rund um den Kongressort: Sie kommen nicht durch!“
 
Zum echt kölschen Termin um 11.11 Uhr treffen sich außerdem - so lautet jedenfalls die Ankündigung - „11.000 BauchtänzerInnen für Köln“ im Rheingarten in der Altstadt. Ihr Motto: „Kölsches Brauchtum gegen Faschköppe –  Alles weitere ergibt sich.“.
 
Und die üblichen Medien im Vorfeld
 
„Köln droht eine Schlacht der Radikalen“ titelt die Welt vom 14. September. Und „Freitag beginnt der "Anti-Islamisierungskongress" der Partei "Pro Köln". Die Polizei rechnet mit gewalttätigen Konflikten zwischen Linken und Rechten.“ Damit nicht allzu viele „pro Köln“- Gegner zu den oben erwähnten Kundgebungen gehen, leitet sie ihren Artikel damit ein, dass in Köln „zwei Wochen ein 67-jähriger Rentner bewusstlos geprügelt“ wurde, und dass in Leverkusen „vorige Woche zwei Menschen krankenhausreif geschlagen“ wurden. „Auf den Websites autonomer Antifaschisten werden diese Gewalttaten gegen Mitglieder der radikal-rechten Partei "Pro Köln" derzeit gefeiert wie Tore in der Bundesliga“, weiß das Springer-Blatt. Gefeiert würden die Überfälle als "Vorbereitung auf den Anti-Islamisierungskongress".
 
„Aber Gewalt anbetende Autonome sind nicht die einzigen, die den Kongress zur Verkehrung aller Begriffe nutzen. Fast alle Akteure im Kölner Moscheenstreit schmücken sich mit Etiketten, die ihnen schwerlich zustehen“, teilt der Welt-Autor weiter mit. „Der Einfluss dieser Linksradikalen reicht bis weit in die örtlichen Bündnisse gegen „Pro Köln" hinein – und weder die demokratischen Parteien noch die Gewerkschaften distanzieren sich bislang. Stattdessen arbeiten Gewerkschaftergruppen von Ver.di und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bei der Demonstrationsvorbereitung sogar mit Linksextremen wie dem „Bund der Antifaschisten" zusammen.

Offenbar erfüllt diese Nähe der demokratischen zu undemokratischen Demonstranten die Polizei mit Sorge. Jedenfalls appellierte sie nun an friedliche Gegendemonstranten, vor Ort Distanz zu den Links-Militanten zu halten. Würden gewalttätige Autonome in der demonstrierenden Masse untertauchen und von ihr gedeckt, wäre deren Verfolgung kaum möglich… DGB, Ratsfaktionen und Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) rühmen sich zwar ihrer „Courage gegen Extremisten". Doch die gilt offenbar nur nach einer Seite, nicht aber gegen linke Demagogen, Radikale und Gegner des staatlichen Gewaltmonopols. Handelt es sich dann aber noch um eine anti-extremistische Einstellung – oder um Etikettenschwindel?“ (PK)    



Online-Flyer Nr. 164  vom 15.09.2008

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