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Aktueller Online-Flyer vom 17. Oktober 2017  

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Interview mit Geißbock Hennes zur Lage des 1.FC Köln
"Für Kopfstöße hab ich die Lizenz"
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Frage:
"Herr...?"

Hennes:
"Sagen Sie ruhig Hennes zu mir. Dat tut hier jeder. Kein Zwang!"

Frage:
Also, Herr Hennes, Sie kennen sich aus beim 1. FC. Köln. Waren immer nahe dran. Sie haben Insiderkenntnisse..."

Hennes:
"Dat is richtig!"

Frage:
"Wie sehen Sie die aktuelle Lage des 1.FC? Hält die Krise an oder ist sie nach dem Wechsel des Managers und des Trainers beendet?"

Hennes:
"Krise. Krise. Krise. Ich krieg´ noch ne Krise, wenn ich dat immer höre. Manchmal hab ich den Eindruck als würden die Krisen herbeigeredet."

Frage:
"Aber der Tabellenplatz spricht doch eine deutliche Sprache. Ist das keine Krise?"

Hennes:
"Auch in Köln gilt: Es zählt wat hinten raus kommt! Übertragen wir diese fast philosophische Erkenntnis auf die fußballerische Realität, müssen wir noch ein halbes Jahr warten."

Frage:
"Im Sommer war der heilige Vater aus Rom noch im Rheinenergie Stadion und hat seinen Segen gesprochen. Das hat aber bis jetzt noch nicht viel geholfen. Wie schätzen Sie die Chancen des neuen Trainers ein?"

Hennes:
"Bleiben wir mal auf der Erde. Ein Segen kann zum Fluch werden. Ich bin da Realist. Entscheidend is auf dem Platz. Wat die Trainerfrage angeht, ist die Sachlage in dieser Saison nicht einfach. Der Rapolder war nich kölntauglich. Der Herberger is ja tot. Otto bleibt in Hellas. Auge haben die Wölfe weggeschnappt. Rangnick hätte ähnliche Probleme bekommen wie Rapolder. Der Christoph wäre gut gewesen, auch für die Seele, doch der bleibt am Bosporus. Der ist wohl noch ein wenig verschnupft. Jetzt der zweite Versuch mit einem Schweizer Trainer. Dat Wunder von Bern kann importiert werden. Zeit und Raum spielen da keine Rolle! Ich bin Optimist."

Frage:
"Sie kennen ja die Mentalität der Spieler. Eine Söldner-Truppe. Sie haben, das sagten wir schon, einen hautnahen Einblick. Was würden Sie dem neuen Trainer bezüglich Strategie und Taktik raten?"

&quotHennes aus Köln"
"Hennes aus Köln"
Foto: NRhZ-Archiv



Hennes:
"Hm. Mit dieser Frage habe ich gerechnet. Also: Es muss mehr als ein Ruck durch die Mannschaft gehen. Dat Rucken darf nich mehr aufhören. Der Ball ist rund. Dat Runde muss in dat Eckige. Dringend! Dat wird ein ehemaliger Torwart doch verstehen können."

Frage:
Zum Schluss noch etwas zum Umfeld. Es hat da einige unschöne Szenen gegeben. In Bremen die Geschichte mit dem Trommelstock. Zuletzt noch Randale in der Köln-Arena zwischen Düsseldorfer und Kölner Fans. Wie sehen Sie das?"

Hennes:
Fakt ist: Düsseldorf spielt drittklassig, der 1. FC in der Bundesliga. Da trifft man sich nich so oft. Wir sollten dat nich so hoch hängen. Die Sache mit dem Trommelstock sehe ich allerdings als schwerwiegender an. Ein richtiger Kölner gibt seinen Trommelstock niemals freiwillig ab. Dat tut man nich. Der wird gebraucht. Karneval, Geisterzug oder bei einer Samba-Gruppe. Ich wiederhole: Dat tut man einfach nich!"

Frage:
"Und wie beurteilen Sie die Kopfstoßattacke des Duisburger Trainers gegen einen Kölner Leistungsträger?"

Hennes:
"Eine klare Kompetenzüberschreitung. Für Kopfstöße hab ich die Lizenz. Ich! Ich bin der einzige Ligabock. Dat ist nich Aufgabe von Trainern. Alles sehr dilettantisch!"

Wir danken Ihnen für das Gespräch.


Das Gespräch mit Geißbock Hennes führte unser Sonderkorrespondent Georg Giesing während einer Trainingspause des 1.FC im Stadtwaldgürtel.



Online-Flyer Nr. 26  vom 11.01.2006

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