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Literatur
Lyrik
hartz IV-lied
Von Stan Lafleur

hartz IV-lied

straszenbahntuer schlieszt. die wut
im fluszmund ruht noch sonnenglut
als franchise-unternehmen. geben
& sich hinbequemen. der himmel ein

headbangender zyklop. mal wieder
frasendreschen. oder erbsenzaehlen
& bei naechster gelegenheit endlich
die richtigen waehlen. man weisz ja
nicht viel von den dingen, auszer
dasz sie geschehen. die wahrheit
ham wir von jugend an meistens
ferngesehen. da liegt einer auf den
schienen. ziemlich blasser blick
den bringen sie jetzt mit sirenen
dorthin wo er herkommt zurueck




Stan Lafleur
wurde 1968 in Karlsruhe geboren und lebt heute als freier Autor, Regisseur, Journalist und „Spoken Word-Performer“ in Köln, wo er auch die Kölner Sprechecke im Stadtgarten initiierte, ein seit 1997 bestehendes Forum für Literatur und Rede im öffentlichen Raum. 2001 gründete er mit Achim Wagner und Enno Stahl die „Rheinische Brigade“, eine Literatengruppierung mit dem Ziel, den Autor in der klassischen Rolle als politisch-gesellschaftlich handelndes Subjekt wiederzubeleben.

Im Jahre 2002 erhielt er den Literaturpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Lyrik. Lafleur veröffentlichte bisher elf Einzeltitel (Prosa und Lyrik). Einige Gedichte wurden ins Englische, Französische, Kroatische, Polnische, Russische und Spanische übersetzt.

Zuletzt erschienen sind:
„Ein paar Bars“, SuKuLTuR, Berlin 2006
„die welt auf dem fusz, Fußballgedichte mit Halbzeitpause“, Koall Verlag, Berlin 2006
Weitere Informationen auf: www.stanlafleur.de


Online-Flyer Nr. 124  vom 05.12.2007

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